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Husumer Nachrichten

19. Oktober 2017 | 11:30 Uhr

Zwillinge und Drillinge in einer Klasse

vom

Heute besondere Einschulung in Bordelum: Bahnsen-Kinder kommen im Doppelpack, der Nachwuchs von Familie Porath gleich im Trio

shz.de von
erstellt am 08.Aug.2013 | 03:59 Uhr

Bordelum | Heute ist ein großer Tag für Mareike, Levke und Thies Porath sowie für Sophie und Franziska Bahnsen. Sie werden eingeschult, genau wie weitere 13 Kinder in der Grundschule Bordelum. Das Besondere: Die Porath-Kinder sind Drillinge, die Bahnsen-Kinder Zwillinge. Wer es nicht weiß, sieht es nicht - auch nicht auf den zweiten Blick. Unterschiedliches Aussehen, unterschiedliche Schultüten und Ranzen. "Sie haben alle verschiedene Charaktere und sind eigenständige Persönlichkeiten", erzählt Drillingsmutter Gabriela Porath.

Die Ausstattung in den Ranzen ist allerdings gleich, das Abarbeiten einer Materialliste von der Schule musste zuvor akribisch in Angriff genommen werden. Während andere Eltern die benötigten Mappen, Stifte, Hefte, Klebestift, Pinsel und vieles mehr nur einmal kaufen mussten, stand für die beiden Familien alles zweimal, beziehungsweise dreimal auf dem Einkaufszettel. "In Bredstedt gab es in einem Laden für uns einen Rabatt, das kommt leider nur sehr selten vor", erzählt Gabriela Porath. Auch Sportausrüstungen, Schreibtische und Stühle mussten mehrfach gekauft werden. Davon, dass das ins Geld geht, können Poraths ein Lied singen. "Drillinge können auch nicht die Kleidung ihrer Geschwister auftragen", erzählt die Mutter, wobei Susanne Bahnsen ganz genau weiß, wovon Gabriela Porath spricht. Auch bei den Zwillingen ist das nicht möglich, die Geschmäcker ihrer Töchter sind ohnehin nicht gleich.

Die Zwillinge und Drillinge haben eine Gemeinsamkeit: Sie sind sieben Jahre alt und gehören beim Thema Einschulung zur Kategorie "Kann-Kinder". Soll heißen, dass sie nach dem Einschulungsstichtag geboren sind, in Schleswig-Holstein gilt dabei der 30. Juni. Sie hätten demnach mit sechs Jahren eingeschult werden können, mussten es aber nicht. So sieht es eine Regelung der Landesregierung vor, und die kam den jeweiligen Eltern gerade recht. "Sie haben jetzt mehr Selbstbewusstsein und gehen gestärkt zur Schule", so Zwillingsmutter Susanne Bahnsen. Weder ihre Töchter noch die Drillinge werden im Unterricht nebeneinander sitzen - soviel war schon im Vorwege klar. Ebenso, dass die Familien immer nur einen Elternbrief bekommen, anstatt zwei beziehungsweise drei Stück. Vorteile für die Erziehungsberechtigten sind, dass sie trotz der zwei/drei Kinder nur an einem Elternabend teilnehmen und sich beim Nachschauen der Hausaufgaben nur auf den Lernstoff einer Klassenstufe konzentrieren müssen. Das Gute an Mehrlingskindern? "Sie haben sich immer und sind sehr schnell selbstständig", so die Mütter und die Väter, Heinz Porath und Michael Bahnsen.

Darüber, dass an der Grundschule Bordelum eine Offene Ganztagsschule angeschlossen ist, freut sich Gabriela Porath besonders. Die Drillinge werden dort an drei Tagen in der Woche bis um 15 Uhr betreut. "Für mich wird es dann ein bisschen ruhiger werden", meint sie und blickt kurz auf die Anfangsjahre zurück. Schnell wird dabei klar, welche enorme Kraft und Zeit sie für ihre kleinen Kinder aufwenden musste. An Schlaf war dabei nicht viel zu denken. Füttern, Einkaufen, Windeln wechseln und das ganze Drumherum. Ohne viel Unterstützung, denn ihr Ehemann musste arbeiten.

Die Zwillingseltern mussten zwar auch erst in ihre Aufgabe hineinwachsen, hatten es aber um einiges leichter. "Zwei Kinder, zwei Paar Hände - das passt. Zwillinge? Immer wieder", sind sie einer Meinung.

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