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St. Peter-Ording : Zwei tödliche Fehler im Watt

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Sie gehen ohne Ortskenntnis und Wissen über die Tide ins Watt – und unterschätzen dann die Gefahren des Priels: Ein Paar aus NRW verirrt sich beim Spaziergang vor St. Peter-Ording. Für den Mann endet das tödlich. Die Polizei untersucht die Umstände des Unglücks.

St. Peter-Ording | Nach dem tödlichen Unglück im Watt vor St. Peter-Ording untersucht die Polizei, wie das Urlauber-Paar mit seinem Hund in Gefahr geraten konnte. Denn die Bedingungen für den Spaziergang waren nicht gefährlich: Die Sicht war an dem sonnigen, klaren Tag gut und das Paar ging bei ablaufendem Wasser spazieren. Die bisherigen Erkenntnisse ergeben: Sie machten zwei fatale Fehler, ohne die das Unglück wohl nicht geschehen wäre. Sie informierten sich nicht über die Gezeiten und das Watt vor Ort und sie unterschätzten die Gefahr, in einem Priel zu schwimmen.

Die Polizei hat den Weg des Paares am Neujahrsnachmittag rekonstruiert. Es handelt sich um Schätzungen anhand erster Schilderungen der Frau und anhand des Standorts des Autos. Noch sind es Vermutungen – denn die Frau stand nach dem Unglück unter Schock.

 

Die Urlauber fuhren wohl mit dem Auto nach St. Peter-Ording und parkten vor einem Restaurant im Alten Badweg. Von dort sind sie zu Fuß zur Nordsee gegangen, besuchten die berühmten Pfahlbauten. Die Attraktion ist über eine Seebrücke zu erreichen. Diese führt über einen großen Priel. Sie müssten ihn gesehen haben.

Von den Pfahlbauten aus geht das Paar in Richtung Süden. Es ist Nachmittag, das Wasser läuft ab. Sie spazieren bei schönem, klaren Wetter auf dem Sand. Der große Priel zieht sich zwischen den Spaziergängern und dem Land entlang. Etwa vier Kilometer gehen sie. Es ist mittlerweile 15.40 Uhr. Die Polizei vermutet, dass das Paar noch vor Einbruch der Dunkelheit zurück sein wollte und in Panik geriet.

Sie springen in das kalte Prielwasser, die starke Strömung reißt an ihnen. Die Frau kann sich an die andere Seite retten und wird durchnässt und unterkühlt gerettet. Der Mann wird fortgerissen – seine Leiche wird Stunden später gegen 19 Uhr zwei Kilometer weiter westlich an der Sandbank Hitzsand gefunden. Der Hund bleibt verschwunden.

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erstellt am 03.Jan.2014 | 11:43 Uhr

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