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Husum und Kidderminster : Zwei Städte feiern Diamant-Hochzeit

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Freundschaft zwischen den Partnerstädten Husum und Kidderminster besteht nun schon seit sechs Jahrzehnten – Grund genug für einen Besuch in England.

„60 Jahre – das ist länger als so manche Ehe“, sagte Rose Bishop, als sie die 19-köpfige Abordnung aus Husum empfing. Seit Mai ist sie die Bürgermeisterin von Husums englischer Partnerstadt Kidderminster. Und diese Freundschaft begann vor genau sechs Jahrzehnten und wurde jetzt mit einem Empfang im Rathaus von Kidderminster gebührend gefeiert.

Charles Talbot, Mitbegründer der Städtefreundschaft, kam 1962 zum ersten Mal nach Husum und war seither regelmäßig in der Storm-Stadt zu Gast. Zu seinem 80. Geburtstag wurde ihm der Ehrenring der Stadt Husum verliehen.

Als ehemaliger Bürgermeister der Partnerstadt kennt sich Talbot im Rathaus von Kidderminster natürlich bestens aus und lud die Gäste zu einem informativen Rundgang durch das historische Gebäude ein. Neben dem Gerichtssaal und der Ratskammer zeigte er ihnen auch das Büro des Bürgermeisters, das voll ist mit Zeichen der Freundschaft und Partnerschaft mit Husum.

Die nachfolgenden Tage waren bestimmt durch den Besuch sehenswerter Stätten in Kidderminster und Umgebung. Im Teppichmuseum wurde die Geschichte der Stadt anschaulich erläutert. Schon seit dem Mittelalter gab es in Kidderminster zahlreiche Weber, die Wolle verarbeiteten. Mit der Industrialisierung traten Maschinen an die Stelle der Handarbeit, und die neu entstandenen Firmen konzentrierten sich besonders auf die Herstellung von Teppichen. Erst gegen Ende des 20. Jahrhunderts verlor die Industrie an Bedeutung. Es war billiger, die Teppiche in Asien produzieren zu lassen. Nur wenige Firmen überlebten den Niedergang. Sie stellen bis heute hochwertige Teppiche, besonders für gewerbliche und öffentliche Räume her. Hier wurde auch der Teppichboden für den Flughafen in Hongkong produziert – als größter Auftrag aller Zeiten.

So ganz scheint sich Kidderminster bis heute nicht vom Niedergang der Teppichindustrie erholt zu haben. Während in den 1960er-Jahren noch Vollbeschäftigung herrschte, arbeiten heute nur noch 500 Mitarbeiter in den verbliebenen fünf Betrieben. „Aber wir sind dabei, uns neu zu erfinden“, sagte Rose Bishop. „Wir sind keine sterbende Stadt – im Gegenteil, wir sind sehr lebendig.“

Ausflüge führten die Gäste aus Husum in die romantische Kleinstadt Bewdley, nach Ironbridge, wo die erste Brücke steht, die jemals aus Eisen gebaut wurde, sowie nach „Blists Hill“. Bei letzterem handelt es sich um ein lebendiges Freilichtmuseum, das eine viktorianische Stadt und das Leben in der Zeit der Industrialisierung zeigt. Zuletzt stand eine Fahrt mit der „Severn Valley Railway“ auf dem Programm.

„Wir hatten eine fantastische Zeit“, sagt Rainer Maaß, Vorsitzender des Vereins für Städtepartnerschaften der Stadt Husum. Beim Abschieds-Dinner dankte er den Gastgebern und Mitgliedern der „Kidderminster-Husum-Twinning-Association“ für das abwechslungsreiche Programm. „Wir haben wieder viel gesehen und Neues über Land und Leute gelernt.“

Im kommenden Jahr, wenn sich die offizielle Unterzeichnung der Städtepartnerschaft zwischen beiden Städten zum 40. Mal jährt, wird dann eine Delegation aus England in Husum erwartet.

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