Nachfrage nach neuem Bildungsweg : Zwei Klassen für Tönnings Oberstufe

Die Eider-Treene-Schule in Tönning profitiert von der Schulpolitik des Landes.
Die Eider-Treene-Schule in Tönning profitiert von der Schulpolitik des Landes.

42 Jungen und Mädchen sind bereits verbindlich an der Eider-Treene-Schule angemeldet. Nach den Sommerferien geht es los. Der Schulverband Eiderstedt fürchtet dagegen eine starke Konkurrenz für sein Gymnasium in St. Peter-Ording und reicht Klage ein.

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26. März 2014, 14:00 Uhr

Die Tönninger Verantwortlichen für die Gemeinschaftsschule sind sehr zufrieden: Für die neue Oberstufe liegen bereits 42 verbindliche Anmeldungen vor. Insgesamt waren es 51, doch haben einige dann eine Lehrstelle angenommen, wie Telse Schreiber, Direktorin der Eider-Treene-Schule in Tönning, berichtet. Angesichts der Vorgaben des Ministeriums, dass es mindestens 40 sein müssen, sei das eine gute Zahl. Sie gehe von weiteren Anmeldungen in nächster Zeit aus. Die Einrichtung von zwei Klassen sei sicher.

Sie ist der Ansicht, dass dem Nordsee-Gymnasium in St. Peter-Ording keine Nachteile entstehen werden, weil die jungen Leute, die in Tönning Abitur machen wollen, vorwiegend aus Dithmarschen und dem Raum Friedrichstadt kommen. Außerdem gebe es in Tönning anders als in St. Peter-Ording kein sprachliches Konzept, sondern hier werden Gesellschafts- und Naturwissenschaften unterrichtet. „Die Nachfrage im naturwissenschaftlichen Bereich könnte zwar etwas mehr sein, aber die Fächer sind wohl nicht so beliebt“, so Schreiber. Ansonsten laufen die Vorbereitungen für den Start der Sekundarstufe II nach den Sommerferien auf Hochtouren. Erfreuliche Zahlen gebe es, so Schreiber, auch bei den künftigen Fünft-Klässlern. „Wir werden drei Klassen einrichten können. Es liegen 67 Anmeldungen vor“, sagte sie.

Der Schulverband Eiderstedt, der Träger des Nordseegymnasiums ist, bewertet die Konkurrenzsituation ganz anders. Er hat jetzt Klage gegen den Bescheid des Bildungsministeriums zur Oberstufe in Tönning erhoben. „Uns ist es wichtig, dass wir Akteneinsicht erhalten“, sagt Schulverbandsvorsteher Rainer Balsmeier. Bislang sei der Schulverband in diesem Verfahren nämlich noch nicht beteiligt worden. Ihm sei auch nicht der Bescheid zugestellt worden. „Wenn wir uns dann die Akten angesehen haben, werden wir entscheiden, ob wir die Klage weiterführen“, so Balsmeier.

In Tönning wird derweil eifrig weiter an den praktischen Vorbereitungen für die Sekundarstufe II gearbeitet, die erst einmal drei Jahre lang getestet werden soll. Für die Ausstattung der Fachräume der Oberstufe will die Stadt bis zu 50.000 Euro ausgeben. Bei zwei Gegenstimmen hat der Fachausschuss sich bereits dafür ausgesprochen, die endgültige Entscheidung liegt bei der Stadtvertretung, die Anfang Mai tagt. In derSumme enthalten sind auch Beträge für nötige Fachbücher und Materialien. Möglicherweise besteht Aussicht, einen Zuschuss vom Land zu erhalten.

Außerdem muss, so Bürgermeister Frank Haß, ein neuer Bus für die stadteigene Schülerbeförderung aus den Bereichen Friedrichstadt und Dithmarschen her. Das derzeitige Fahrzeug fasst nur 15 Personen. Weitere 25 Schüler stehen aber bereits auf der Warteliste. „Wenn wir uns die Leistungen einkaufen, müssten wir rund 120.000 Euro jährlich zahlen, weil es keine öffentliche Nahverbindung gibt. Das steht in keinem Verhältnis“, so Haß. Wenn die Stadt einen Bus kaufe, so bekomme sie erhebliche Behördenrabatte. Bei einem späteren Verkauf könne dann der tatsächliche Wert verlangt werden, so dass praktisch unter Einrechnung der Abschreibung keine Verluste entstehen werden. Grob geschätzt würde ein 50-Personen-Bus gebraucht um die 60.000 Euro kosten. Der Erlös für den Verkauf des alten Vehikels wäre gegenzurechnen. Der Schulausschuss hat auch diesem Antrag mehrheitlich zugestimmt, ebenso der monatlichen Elternbeteiligung von 35 Euro an der selbst eingerichteten Schülerbeförderung, sowie einem Eigenanteil der Eltern von ebenfalls 35 Euro für das Angebot der Offenen Ganztagsschule. Kritisch hat sich Friedrich Busch (CDU) zu den Plänen geäußert. Er moniert, dass in diesem Jahr eigentlich kein Cent mehr in die Einrichtung der Sekundarstufe gesteckt werden sollte. „Das bezog sich nur auf den Anbau“, so Haß. Selbstverständlich müsse der Schulzweig mit allem Nötigen ausgestattet werden.

Sowohl an der Eider-Treene-Schule als auch am Nordsee-Gymnasium sind noch Anmeldungen möglich.




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