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Olderup und Immenstedt : Zwei Gemeinden – ein Windpark

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

In Olderup und Immenstedt wird an einem gemeinsamen Bürgerwindpark auf dem Grenzgebiet zwischen den Gemeinden gearbeitet. Auch die Nachfrage nach freien Plätzen für Wohnbebauung bleibt in Olderup groß.

Ganz nach dem Motto „zusammen sind wir stark“ planen die Gemeinden Olderup und Immenstedt, ihre Flächennutzungspläne hinsichtlich möglicher Windeignungsflächen zu ändern. Damit wollen sie den Bau eines gemeinsamen Bürgerwindparks, direkt im Gemeindegrenzgebiet an der Kreisstraße 33, mit einer Fläche von etwa 60 Hektar ermöglichen. Olderups Bürgermeister Thomas Carstensen hatte nun zu einer vorzeitigen Bürgeranhörung in das Gemeendehus eingeladen.

26 Bürgerinnen und Bürger fanden sich ein. Sie erhoben weder Einwendungen, noch stellten sie Fragen. Fakt sei, so betonte der Gemeindechef, dass die angedachten Mühlen weder das Landschaftsbild wesentlich verändern, noch Olderups Einwohner in irgendeiner Form belasten würden, da bereits ein Windpark im besagten Gebiet existiert. Außerdem sollen die Anlagen relativ weit vom Ortskern entfernt und tatsächlich mittendrin auf freier Fläche zwischen den Kommunen liegen.

„Der Gemeinderat hat sich im Vorwege dafür ausgesprochen. Wir wollen so allen Olderuper Bürgern eine Beteiligung ermöglichen. Das gilt auch für die Immenstedter“, informierte Carstensen. Zudem sei Windkraft für den Gemeindehaushalt nötig. Olderup habe nur deshalb liquide Mittel von 480 000 Euro, weil allein 90 Prozent der Gewerbesteuereinnahmen von den Betreibern schon bestehender Windkraftanlagen stammten. „Wir können dank der Windkraft viel schaffen“, so der Bürgermeister. Die Planungsunterlagen wurden bereits dem Kieler Ministerium vom potenziellen künftigen Betreiber vorgelegt. Mit den Landbesitzern steht er in Verhandlungen.

In Rahmen der sich anschließenden Gemeinderatssitzung bat eine Bürgerin um Auskunft über den Stand des Breitband-Ausbaus. „Die Breitbandgesellschaft hat inzwischen die Finanzierungszusagen. Ich gehe davon aus, dass der Startschuss noch in diesem Jahr fällt“, so der Gemeinde-Chef. Die Reihenfolge des Ausbaus wurde mit Norstedt, Olderup, Horstedt und dem Gewerbegebiet Husum festgelegt. Je nachdem wie schnell es losgehe, sei Olderup spätestens im kommenden Jahr dran. Kritik übte Carstensen an der Landes- und Bundespolitik. Es werde immer wieder der Grundsatz „Breitband in jedes Haus“ gepredigt, doch wenn es um finanzielle Unterstützung oder zumindest Bürgschaften für die Banken gehe, ziehe man sich zurück. Es werde wie immer auf das Engagement der Ehrenamtler und die Anstrengungen der Bürger gesetzt, so Carstensen.

„Bis auf einen Bauplatz, für den aber schon ein Interessent parat steht, sind alle weiteren im Baugebiet Dörpslotten verkauft“, informierte der Bürgermeister weiter. „Fünf oder sechs können wir noch bieten, wenn wir unseren Flächennutzungs- und Bebauungsplan ändern. Dann muss es nach den gesetzlichen Auflagen bis 2025 reichen.“ In jedem Einzelfall müsse er nachweisen, dass woanders im Dorf nicht gebaut werden könne. „Ich möchte aber in der Lage sein, jedem Olderuper, der bauen möchte, auch gerecht zu werden“, so der Gemeinde-Chef. Die vorgesehenen Flächen würden sich praktisch an das jetzige Baugebiet nach Westen und Norden hin anschließen. Die Gemeindevertreter folgten seiner Empfehlung und segneten die Beschlüsse ab.

Weiter gaben sie grünes Licht für die Zahlung eines Zuschusses für die in der Chronikgruppe aktiven Freiwilligen in Höhe von 1500 Euro. Sie wollen einen feuerfesten Schrank für die wertvollen Dokumente anschaffen sowie ein handschriftlich verfasstes Dokument, in dem alle Hofstellen und Häuser des Ortes aufgelistet und beschrieben sind, restaurieren lassen. „Ein Dank an dieser Stelle für die gute Arbeit der Ehrenamtler“, so Carstensen.

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