Verstärkung gesucht : Zwei für den Klimaschutz

In Nordfriesland soll es künftig noch mehr Strom-Tankstellen geben: Dafür will sich Klimaschutzmanager Gunnar Thöle einsetzen. Das Verzeichnis dieser Tankstellen in Nordfriesland ist unter http://lemnet.org/ zu finden.
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In Nordfriesland soll es künftig noch mehr Strom-Tankstellen geben: Dafür will sich Klimaschutzmanager Gunnar Thöle einsetzen. Das Verzeichnis dieser Tankstellen in Nordfriesland ist unter http://lemnet.org/ zu finden.

Um noch mehr Aufgaben anpacken zu können, soll der Klimaschutzmanager des Kreises, Gunnar Thöle, für zwei Jahre Unterstützung bekommen. Strom-Tankstellen stehen ganz oben auf der Agenda.

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21. Januar 2015, 16:30 Uhr

Den Schutz des Klimas haben die nordfriesischen Abgeordneten ganz oben auf ihre Agenda gesetzt. Immerhin geht es darum, bis 2020 Deutschlands klimafreundlichster Kreis zu werden. Deshalb ist mit einer Kreistags-Mehrheit der Weg frei gemacht worden für eine zweite, auf zwei Jahre befristete Stelle im Klimaschutzmanagement des Kreises Nordfriesland.

Die Personal-, Sach- und Reisekosten sollen zu 40 Prozent von der „Projektträger Jülich“ GmbH aus Nordrhein-Westfalen übernommen werden. Im Auftrag des Bundesumweltministeriums setzt das Unternehmen im Rahmen der Nationalen Klimaschutz-Initiative das Förderprogramm für Kommunen, soziale und kulturelle Einrichtungen, die Förderung von Klimaschutz-Projekten für die Bereiche Wirtschaft, Kommunen, Verbraucher und Bildung sowie das Programm zur Förderung der energetischen Biomassenutzung um. Kommt aus Jülich grünes Licht, übernimmt der Kreis die Kofinanzierung für die restlichen 60 Prozent, was jährlich einer Summe von rund 43.300 Euro entspricht. Diese Mittel stehen im Haushalt bereit.

Die beantragte Förderung wird mit zusätzlichen Klimaschutzaufgaben begründet, die der oder die Neue anpacken soll. Dazu gehören eine verstärkte Öffentlichkeitsarbeit zu Kampagnen wie: „Null CO2 auf Kurzstrecken“, das Thema „Passivhausstandard“ sowie Maßnahmen zur Förderung klimafreundlicher Mobilität, zum Beispiel Leihfahrräder an Haltestellen mit touristischer Bedeutung, Hybrid-/Elektrobusse und hybridbetriebene Abfallsammelfahrzeuge und Gutschriften für Bus-Tickets durch Gastronomie und Einzelhandel.

Außerdem geht es um die energetische Sanierung von Gebäuden. Hierzu sind bereits mit Erfolg Energieberater-Partys getestet und für gut befunden worden. Diese finden in privaten Kreisen statt. Ein Gastgeber gibt sein Haus zur Besichtigung frei – und jeder bringt etwas für das leibliche Wohl mit. Mitglieder lokaler Netzwerke oder Vereine laden hierzu ein. Ein Energieberater wird über das Klimaschutzmanagement vermittelt.

Seit 2012 beschäftigt der Kreis den Klimaschutzmanager Gunnar Thöle, dessen Stelle noch bis März 2015 ebenfalls aus einem Förderprogramm finanziert und danach entfristet wird. Mit den Zuschüssen aus dem Bundesumweltministerium ist Thöle noch bis zum Frühjahr für die Umsetzung von 19 ausgewählten Projekten verantwortlich.

Er unterstützt die Verwaltung dabei, dass in den Jahren 2008 bis 2011 erstellte Klimaschutzkonzept des Kreises umzusetzen. Dabei steht eine Vorgabe über allem: Es darf nicht viel kosten. Schließlich unterliegen Politik und Verwaltung der Selbstverpflichtung zum Sparen.

Dauerhaft weiterlaufen soll von den bearbeiteten Klimaschutz-Vorhaben unter anderem die Zusammenarbeit mit den Hausmeistern öffentlicher Gebäude: Dabei geht es um Fragen, wie sinnvoll Dämmmaßnahmen sind, und wie große Heizungsanlagen energiesparend eingesetzt werden können. Auch für weitere Strom-Tankstellen, um die Anschaffung von Elektroautos interessant zu machen, will Gunnar Thöle sorgen. Der Klimaschutzmanager hat sich damit auf die Bereiche konzentriert, in denen sich in Nordfriesland am meisten Kohlendioxid einsparen lässt: Das sind Raumwärme und Mobilität.

Weitere Maßnahmen aus dem Klimaschutzkonzept sind mittlerweile auf andere Weise umgesetzt. So findet eine ehemals geplante Energiespar-Messe bei der Husumer „New Energy“ mit dem festen Programmpunkt „Energetische Modernisierung“ ihren Niederschlag. Der Klimaschutzmanager des Kreises war Mitinitiator, ist im Messebeirat vertreten und seit 2013 Aussteller bei der „New Energy“. Der kostenlose Verleih von Strommeßgeräten läuft in Husum über das Klimaschutzmanagement im Kreishaus, in Bredstedt über die Bücherei und das Energie-Kompetenz-Centrum und in Niebüll über das Amt Südtondern. Große Teile der Straßenbeleuchtung in Nordfriesland sind durch die Ämter auf LED-Technik umgerüstet worden. Mit dem „Mobilitätskonzept Nordfriesland“ soll die Attraktivität des Öffentlichen Personennahverkehrs gesteigert werden. Und: Der Kreis hat sich verpflichtet, Neubauten im Passivhausstandard auszuführen.

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