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Auswirkungen des Wahljahres : Zuwachs bei den Husumer Parteien

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Auch wenn man nicht von einem Boom sprechen kann, wie er landes- und bundesweit zu verzeichnen ist, steigen doch die Mitgliederzahlen.

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erstellt am 19.Okt.2017 | 15:00 Uhr

Zumindest überregional scheint der Niedergang der Parteien ein Ende gefunden zu haben: CDU, SPD und Co. verzeichnen bundesweit wie auch in Schleswig-Holstein zahlreiche Neueintritte (wir berichteten). Das war in Wahljahren zwar schon immer so, doch dieses Mal haben die „exorbitanten“ Zahlen, so FDP-Landesgeschäftsführer Jan Voigt, doch sowohl die Parteien selbst als auch die Experten überrascht. Wir wollten wissen: Gilt das auch für die Storm-Stadt?

Den sogenannten Lindner-Effekt haben die Husumer Liberalen auch zu spüren bekommen: „In unseren Ortsverband sind in der letzten Zeit auch mehrere jüngere Menschen eingetreten“, weiß Norbert Pfeiffer zu berichten, der sich darüber freut, dass seine FDP schon jetzt alle Kandidaten für die 14 Wahlbezirke der Kommunalwahl 2018 gewählt hat. Weniger freut ihn die Zahl der Frauen in der Husumer FDP: „Drei Frauen machen bei uns mit, das ist keine gute Quote.“ Woran liegt’s? „Das war schon immer so – dadurch, dass auch wenige junge Männer im Ortsverband vertreten sind, haben wir überhaupt keinen Zugang zu jungen Frauen.“

Deutlich mehr Männer als Frauen sind auch in der Husumer CDU aktiv. Rund 100 Christdemokraten zählt sein Ortsverband, weiß Martin Kindl. Von einem Nachwuchs-Boom ist auch hier keine Rede: „Während der Flüchtlingskrise sind einige ausgetreten, vor der Bundestagswahl kamen andere dazu – das hält sich in etwa die Waage“, sagt Kindl. Positiv sieht er das Engagement der Jungen Union in Husum, weniger positiv, dass die Zahl der aktiven Mitglieder, die im Wahlkampf wirklich auf die Straßen gehen, noch nicht so hoch ist, wie er es gern hätte. Für die Kommunalwahl werde sich sowohl die Stadt- als auch die Kreisfraktion der CDU jünger aufstellen, stellt er in Aussicht – und auch verstärkt Themen aufgreifen, die junge Menschen in der Region interessieren. Welche das sein werden, lässt Kindl allerdings noch offen.

Die Husumer SPD verbuchte in diesem Jahr zehn neue Mitglieder und drei Abgänge, so Inge Zimmermann. Drei der neuen Genossen hätten sich nach der verlorenen Bundestagswahl für das Parteibuch im roten Einband entschieden, zwei sogar am selben Abend: „Das waren wohl Schnellentschlossene, die schon gleich nach den ersten Hochrechnungen ihren Beitritt erklärt haben“, so SPD-Fraktionschef Horst Bauer.

Für die Grünen konnte Kerstin Mock-Hofeditz gestern keine genauen Angaben über den Zulauf in Husum machen. „141 Mitglieder haben wir jedenfalls in ganz Nordfriesland, und seit der Bundestagswahl sind zehn neue Mitglieder im Kreis dazu gekommen.“ Drei davon seien Husumer, und zwei ganz junge Menschen: „18 und 19 Jahre alt – die sind dann auch am 30. Oktober mit dabei, wenn sich in Husum die Grüne Jugend Nordfriesland gründet.“ Auch nach der Landtagswahl habe es einen Mitglieder-Zuwachs gegeben, erinnert sie sich. „Allerdings sind auch zwei wegen der Jamaika-Koalition in Kiel aus der Partei ausgetreten.“

Reimer Tonder, der Fraktionsvorsitzende der Wählergemeinschaft Husum, freut sich über zwei neue Mitglieder für die WGH und hat ein weiteres in Aussicht, wie er sagt. „Ein Neumitglied ist aber schon vergangenes Jahr eingetreten und das andere dieses Jahr.“ Da es 2016 auch einen Partei-Austritt gegeben habe, war die Bilanz im vergangenen Jahr allerdings neutral. „Was mich aber besonders freut, ist die Tatsache, dass sich die beiden Neuen auch aktiv in die Politik einbringen“, sagt er. Die WGH hat derzeit insgesamt 42 Mitglieder.

Vertreter des Südschleswigschen Wählerverbands (SSW) waren für eine Stellungnahme gestern nicht zu erreichen.

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