Familienzentrum in St. Peter-Ording : Zum Wohl von Kindern und Eltern

Viel Erfahrung in der Betreuung von Kindern hat die Kita in St. Peter-Ording, die größte auf Eiderstedt.
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Viel Erfahrung in der Betreuung von Kindern hat die Kita in St. Peter-Ording, die größte auf Eiderstedt.

An der Kindertagesstätte in St. Peter-Ording entsteht ein Familienzentrum. Das Netzwerk soll bei Problemen lokal Hilfe anbieten. Dazu schließen sich viele Akteure auf Gemeinde- und Amtsebene zusammen.

shz.de von
21. Januar 2015, 12:00 Uhr

Wenn man helfen möchte, dann ist Zusammenarbeit gefragt, um ein optimales Ergebnis zu erzielen. In diesem Sinne wird an der Kindertagesstätte St. Peter-Ording ein Familienzentrum geschaffen, in dem die bestehenden sozialen Angebote für Familien vernetzt und koordiniert werden sollen. Dass der Wille zur Zusammenarbeit da ist, bewies die Auftaktveranstaltung in der Einrichtung. Sehr viele Akteure aus dem Einzugsgebiet waren der Einladung des Kindertagesstättenwerkes des Kirchenkreises Nordfriesland gefolgt. Dieses ist Träger der Kita mit 178 Kindern. Sie werden in zwei Krippen-, vier Kindergartengruppen, davon drei als Ganztagesangebot, vier Hortgruppen und einer Naturgruppe betreut. Die Kita hat vor kurzem seitens des Kreises Nordfriesland den Auftrag erhalten, für ihr Einzugsgebiet das Familienzentrum aufzubauen. Die Einrichtung ist ausgewählt worden, da sie einem Großteil von Familien als zentraler Anlaufpunkt sehr vertraut und bekannt ist. Im Saal des Gemeindezentrums am Marktplatz saßen dicht nebeneinander mehr als 40 Vertreter verschiedenster Einrichtungen der Gemeinde St. Peter-Ording, des Amtes Eiderstedt und des Kreises Nordfriesland sowie von Vereinen und Verbänden, sozialer und pädagogischer Berufe. Das Spektrum war weit gefasst, unter anderem waren Diakonie, Lebenshilfe, Schulen, Nordseeinternat und allgemeiner sozialer Dienst, aber auch DRK, Jugendfeuerwehr, Polizei, Schulsozialarbeit, Runder Tisch zur Sucht- und Drogenprävention und spezielle Berufe (beispielsweise Logopädie) vertreten. Auch Bürgermeister Rainer Balsmeier, Amtsvorsteher Christian Marwig und die Vorsitzende des Jugend-Ausschusses St. Peter-Ording, Wiltrud Kraas, sowie Boy Möller, Rektor der Utholm-Schule, gehörten mit zur Runde.

Christian Kohnke, Geschäftsführer des Kita-Werkes NF und damit zuständig für 30 Einrichtungen in Nordfriesland, und Kita-Leiterin Brigitte Ranft-Ziniel begrüßten die Anwesenden. Ziel der Versammlung war es, über das Familienzentrum zu informieren und speziell Eckdaten für die Erstellung der Rahmenkonzeption zusammenzutragen. Das muss bis zum 31. Januar 2015 fertig sein. Die Moderation der Veranstaltung übernahm Christoph von Stritzky vom evangelischen Regionalzentrum Westküste. Unterstützend wirkten Bärbel von Stritzky, Vanessa Harting und Jennifer Langel mit. Diese gehört seit einiger Zeit als Erzieherin bereits zum 35-köpfigen pädagogischen Team der Kita und ist ab sofort auch als Koordinatorin für das Familienzentrum tätig. Bei ihr laufen also die Fäden des zu schaffenden Netzwerkes zusammen. Ziel ist es, bestehende Angebote zu erhalten und mit möglichen neuen so zu koordinieren, dass Kinder und Eltern in ihren speziellen Problemlagen unterstützt und gefördert werden und ihnen auch im Sinne von Teilhabe schnell effektiv geholfen werden kann.

Die Einrichtung von Familienzentren ist in den vergangenen Jahren in allen Bundesländern auf den Weg gebracht worden. Als Orientierung dienen unter anderem die Early Excellence Centres in England. Das erste deutsche Familienzentrum wurde 2001 in Berlin vom Pestalozzi-Fröbel-Haus eröffnet. Im Juni 2014 hat der Landtag in Kiel die Schaffung von 100 Familienzentren beschlossen. Deren Förderung mit 1,3 Millionen Euro durch das Land startete zum 1. August. Ab nun sollen es jährlich 2,5 Millionen Euro sein. Im Kreis Nordfriesland werden insgesamt fünf, jeweils eines pro Sozialraum, eingerichtet. In vier Arbeitsgruppen stellten danach die Teilnehmer unter den Rubriken „Was? – Wer? – Wo?- Wann? - Für wen? – Kosten“ ihre zum Teil vielfältigen Angebote vor, die das Plenum abschließend in Augenschein nahm. Sehr viel war zusammengetragen worden, was für die Erstellung des Konzeptes ausgesprochen hilfreich ist. Ganz wichtig aber ist die eindeutige Bereitschaft aller, das Familienzentrum der KiTa in St. Peter-Ording gemeinsam auf den Weg zu bringen und zum Wohle von Kindern und ihren Eltern lebendig zu gestalten gemäß dem Leitspruch: „Wir machen uns gemeinsam auf den Weg, denn allein hast du keine Chance.“ Im Frühjahr 2016 wird man sich im Plenum zum Erfahrungsaustausch und zwecks Optimierung erneut treffen.

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