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Neue Stiftung : Zum Schutz des Eiderstedter Grünlands

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Stiftung Eiderstedter Natur wurde jetzt offiziell gegründet. Ziel sind der Erhalt, die Wiederherstellung und die Vermehrung wertvoller Areale. Eine erste Kuratoriums-Sitzung gibt es im November.

Grasende Kühe und Schafe auf saftigen Weiden – das ist ein für Eiderstedt typisches Bild. Die Landschaft ist geprägt von alten, artenreichen Grünlandflächen. Diese gilt es zu schützen, da sie ein besonders wichtiges Biotop für Wiesen- und Singvögel sind. Darauf weisen schon seit Jahren Naturschützer hin.

Seit gestern gibt es nun die Stiftung Eiderstedter Natur, deren Ziel der Erhalt, die Wiederherstellung und die Vermehrung dieser wertvollen Areale ist. Die reichhaltige Flora und Fauna, auch in den dazugehörigen Gewässern, soll großflächig bewahrt werden. Die Stiftung ist eine Tochter der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein.

Der Landrat des Kreises Nordfriesland, Dieter Harrsen, der Oberdeichgraf des Deich- und Hauptsielverbandes Eiderstedt (DHSV), Jan Rabeler, und Walter Hemmerling, Geschäftsführender Vorstand der Stiftung Naturschutz, unterzeichneten gestern in der Amtsverwaltung in Garding den Vertrag zur Einrichtung der nicht selbstständigen Treuhandstiftung. Die drei Gründungsmitglieder statten sie jeweils mit 5000 Euro aus. Dieses Grundkapital von 15  000 Euro ist ungeschmälert zu erhalten.

Über die Verwendung der Mittel der Eiderstedter Stiftung wacht ein 17-köpfiges Gremium von Vertretern aus Landwirtschaft, Naturschutz, Jagd, Heimat und Kultur, sowie Verwaltung und Behörden, das sich zur konstituierenden Sitzung Anfang November treffen soll. Diesem Kuratorium gehören an: das Amt Eiderstedt, die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft, die AG Geobotanik, der Bauernverband Bezirk Eiderstedt, Bioland, der Bund für Umwelt- und Naturschutz SH, der DHSV, der Eiderstedter Naturschutzverein, der Heimatbund Landschaft Eiderstedt, Eiderstedt Kommunen, der Kreis Nordfriesland, die Kreisjägerschaft Eiderstedt, das Land durch das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) und das Landwirtschaftsministerium, der NABU SH, die Ornithologische Arbeitsgemeinschaft SH und Hamburg sowie die Stiftung Naturschutz SH. Über die Maßnahmen entscheidet der vierköpfige ständige Ausschuss. Ihm gehören der geschäftsführende Vorstand der Stiftung Naturschutz, der Amtsdirektor von Eiderstedt, der Oberdeichgraf und der Leiter der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises Nordfriesland an. Außerdem bereitet er die Entscheidung des Kuratoriums vor und setzt sie anschließend um.

„Ich freue mich über den Zuwachs in unserer Stiftungsfamilie und das Vertrauen, das der Stiftung Naturschutz hier geschenkt wird“, erklärt Hemmerling und ergänzt: „Wir werden unsere ganze Erfahrung, sowohl bei der Planung und Umsetzung großer Naturschutzvorhaben als auch bei der professionellen Verwaltung von Stiftungen einbringen.“ Die Stiftung Eiderstedter Natur ist nach der Stiftung Grönauer Heide und der Karl-Heinz Schulenburg Stiftung die dritte Treuhandstiftung bei der Stiftung Naturschutz. Darüber hinaus werden in der Stiftungsgeschäftsstelle in Molfsee noch zwei private Naturschutzstiftungen verwaltet.

„Die Gründung der Treuhandstiftung Eiderstedter Natur ist ein großer Gewinn für die Zukunft auf Eiderstedt“, ist sich Landrat Harrsen sicher, „denn das Landschaftsbild der Halbinsel prägt nicht zuletzt auch maßgeblich die kulturhistorische Identität der Eiderstedter und gleichzeitig ist die intakte Natur unser größter Schatz für eine sanfte touristische Entwicklung.“ Entscheidend sei die konstruktive Zusammenarbeit. In Zukunft möchte der Kreis dann der Stiftung auch einen Teil seiner Ersatzgelder zur Umsetzung von Naturschutzprojekten auf Eiderstedt zur Verfügung stellen. Harrsen betonte, dass der Dialog mit der Öffentlichkeit über die Vorhaben geführt werde.

„Die Stiftung schafft eine Grundlage, um gemeinsam über Erhalt und Entwicklung des artenreichen Dauergrünlandes zu entscheiden. Das ist ein gutes Signal“, sagte Umweltstaatssekretärin Silke Schneider, die den Gründungsprozess moderierend begleitet hat.

„Über die Entwicklung auf Eiderstedt bestimmen die Eiderstedter“, freut sich Oberdeichgraf Rabeler. „Mit der Gründung der Treuhandstiftung haben wir die strukturellen und finanziellen Voraussetzungen geschaffen, den Schutz von Natur und Landschaft der Halbinsel selbst in die Hand zu nehmen.“ Endlich sei auch ein Pott mit Geld für Maßnahmen vorhanden, um diese zügig umzusetzen. Er finde es wichtig, dass das Kuratorium so groß sei, damit miteinander und nicht übereinander gesprochen werde.

Im Vorfeld hatte es Kritik der Gemeinde Oldenswort an der Beteiligung des Amtes und des Amtsdirektors gegeben. Dagegen gibt es aber nichts einzuwenden, wie eine von Oldenswort angeregte Prüfung durch die Kommunalaufsicht und das Innenministerium ergeben hat. Darauf wies Amtsdirektor Herbert Lorenzen hin.


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erstellt am 02.Sep.2015 | 06:00 Uhr

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