Hilfe für bedrohte Vogelart : Zum Schutz der Trauerseeschwalbe

Vom Aussterben bedroht: die Trauerseeschwalbe
Vom Aussterben bedroht: die Trauerseeschwalbe

Das Kuratorium der Stiftung Eiderstedter Natur beschließt Sofortmaßnahmen zum Erhalt der seltenen Trauerseeschwalbe.

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15. Dezember 2017, 11:00 Uhr

Es sieht düster aus für den Fortbestand der Trauerseeschwalbe auf Eiderstedt. Seit Jahren stagnieren die Brut- und Aufzuchtzahlen der bedrohten Vogelart auf einem sehr niedrigen Niveau. Nur neun Küken wurden in diesem Jahr flügge (wir berichteten). Dabei war 2009 das EU-Vogelschutzgebiet Eiderstedt auch zum Erhalt der Trauerseeschwalbe eingerichtet worden. Ihren Schutz hat sich auch die 2015 gegründete Stiftung Eiderstedter Natur auf die Fahnen geschrieben. Sie setzt sich für Erhaltung, Wiederherstellung und Vermehrung des artenreichen Dauergrünlands auf der Halbinsel und damit auch für den Lebensraum der Trauerseeschwalbe ein. In seiner September-Sitzung hatte das Kuratorium der Stiftung beschlossen, ein Konzept für Sofortmaßnahmen zur Förderung des seltenen Vogels auf den Weg zu bringen. Jetzt wurde das Ergebnis in einer öffentlichen Sitzung im Tetenbüller Theatrium vorgestellt und einstimmig verabschiedet. Erarbeitet wurde es von einer Expertengruppe, der angehörten: Till Severon (Dr. Hermann Hötker (Nabu Bergenhusen), Claus Ivens (Kotzenbüll), Inke Rabe (Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume, LLUR), Steffen Gaehme (LLUR), Claus-Christian Hinrichs (Poppenbüll), Peter Theodor Hansen (Eiderstedter Naturschutzverein), Olaf Dircks (Westerhever), Johannes Matthießen (AG Bäuerliche Landwirtschaft) und Gudrun Beuck (Stiftung Naturschutz).

Wichtig ist dem Kuratorium, dass die Maßnahmen schnell umgesetzt werden, also noch vor der nächsten Brutsaison oder währenddessen. Vorgeschlagen wurde, den Mahdzeitpunkt auf den Wiesen um die Brutkolonien zu verschieben. Denn die gemähten Wiesen lockten Krähen und auch Reiher an. Die Trauerseeschwalben fühlten sich von ihnen bedroht und versuchten, sie zu vertreiben. Damit hätten sie weniger Zeit, auf Nahrungssuche zu gehen oder die Küken zu wärmen, wie Till Severon erklärte. Ein späterer Mahdtermin könnte auch das Nahrungsangebot an Fluginsekten verbessern. Für sie soll auch mit der Aussaat von Blühmischungen auf landwirtschaftlichen Flächen und an Wegrändern zusätzliche Biotope geschaffen werden. Auch das Angebot an Nahrungsfischen soll verbessert werden. Dem dreistacheligen Stichling soll die Wanderung von der Nordsee in die Parzellengräben möglich gemacht werden – durch ein Schleusensystem mit Staublechen in Gräben, die Einrichtung von Fischtreppen an den Staublechen sowie das gezielte Einlassen der Stichlinge am Schöpfwerk Adamsiel bei Westerhever. Angedacht ist auch für einen weiteren Nahrungsfisch, das Moderlieschen, in den Gräben zu sorgen.

Wilfried Massow (Oldenswort) und Karsten Alberts (Westerhever) brachten dann noch die Vergrämung von Krähen ins Spiel. Ihrer Ansicht nach tragen sie zu den Verlusten bei. Alberts sprach sich für eine probeweise Schutzzone um die Brutkolonien der Trauerseeschwalbe aus. Oberdeichgraf Jan Rabeler stellte nach längerer Diskussion schließlich einen entsprechenden Antrag. Die Expertengruppe soll nun auf Wunsch des Kuratoriums einen Maßnahmenvorschlag bis zur nächsten Sitzung erarbeiten.

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