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Rückkehr aus dem Türkei-Einsatz : Zum Fest wieder in der Heimat

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Rechtzeitig zu Weihnachten aus dem Türkei-Einsatz zurück, überrascht der Husumer Soldat Martin Dörband erst seine Freundin und dann die Eltern. Oma und Opa sind eingeweiht, damit die Überraschung gelingt.

„Bis auf ein kleines Nachkommando wollen wir unsere Leute zu Weihnachten wieder bei ihren Familien haben“, hatte Oberst Wolfgang Rasquin, stellvertretender Kommodore des Husumer Flugabwehrraketengeschwaders 1, im Oktober versprochen. Da war „Active Fence“, der Einsatz der Luftwaffen-Soldaten zum Schutz der türkischen 500.000-Einwohner-Stadt Kahramanmaras im Grenzgebiet zu Syrien, gerade beendet. Und Rasquin hielt Wort: Rechtzeitig zu Heiligabend kehrten die letzten neun Soldaten des neunten und finalen Kontingents aus der Türkei in die Heimat zurück, darunter Chef und Spieß der 4. Staffel der Flugabwehrraketengruppe 26. Selbst das Nachkommando wird Silvester schon zu Hause feiern können.

Manche Soldaten aber hatten noch mehr Glück, wie etwa Stabsunteroffizier Martin Dörband. Der 28-jährige Mechaniker wurde vor Ort nicht mehr gebraucht, nachdem er geholfen hatte, die Fahrzeuge des Kontingents für ihre Tour zum türkischen Mittelmeerhafen Iskenderun vorzubereiten, von wo aus sie kurz vor Weihnachten den Schiffsweg nach Travemünde antraten. So wurde er schon vorher ausgeflogen – und nutzte die unerwartete Gelegenheit für zwei Überraschungen zum Fest.

Die erste traf seine Freundin Rieke. „Ich habe mit ihrer besten Freundin Kontakt aufgenommen und die hat Rieke am Abend meiner Rückkehr in eine Husumer Gaststätte ,entführt‘.“ Die Bredstedterin wäre sonst zu Hause geblieben, und auf eine weitere Tour hatte Dörband, der bereits 15 Stunden Reise im Transportflugzeug und Bus hinter sich hatte, nun wirklich keine Lust mehr. Außerdem hatte er sich einen starken Auftritt zurechtgelegt: „In amerikanischen Filmen sieht man doch immer, wie die Soldaten aus dem Einsatz nach Hause kommen. Und so habe ich es auch gemacht: Ohne Umziehen gleich im Wüstentarn-Anzug rein in die Gaststätte.“ Obwohl Rieke wohl schon etwas geahnt haben musste – „Ich konnte mich ja nicht mehr wie sonst zur gewohnten Zeit übers Internet melden!“ –, war es für die 21-Jährige doch unerwartet, ihren Liebsten so plötzlich wieder in die Arme schließen zu können. „Sie war den Tränen nah“, sagt Dörband gerührt.

Nachdem das Paar bei ihrer Familie Heiligabend gefeiert hat, wird es heute das nächste ungeplante Wiedersehen geben – in Neustrelitz in Mecklenburg-Vorpommern, wo Dörband geboren wurde: „Meine Eltern wissen noch gar nicht, dass ich zurück bin, die rechnen nicht mit mir.“ Nur die Großeltern wurden eingeweiht, damit auch für alle genug Essen auf dem Tisch steht, wenn Martin und Rieke an diesem ersten Weihnachtstag plötzlich in der Tür stehen. Hier – so ist sich Dörband sicher – wird die Überraschung vollkommen sein: „Oma und Opa halten dicht.“

Am Sonntag geht es dann wieder zurück nach Nordfriesland: „Rieke muss am Montag wieder arbeiten“, sagt Dörband bedauernd. Er selber hat noch bis zum 4. Januar Urlaub – und damit Zeit, sich noch einmal an seinen Türkei-Einsatz zu erinnern. „Eigentlich wäre ich ja lieber bei einem ,normalen‘ Kontingent dabei gewesen statt bei so einem Aufräumkommando“, sagt er. Er habe sich auch freiwillig für das sechste Kontingent gemeldet und alles war auch eingetütet: „Aber dann brauchten sie dort keinen Mechaniker mehr und ich konnte nicht mit.“ Aber er blieb am Ball, denn „wenn man Soldat ist, muss man auch im Einsatz gewesen sein“. Was ihm besonders gut gefiel, war die Gastfreundschaft der Türken. Weniger schön sei allerdings gewesen, dass er seinem Hobby, dem Sport, nicht so nachgehen konnte, wie er es gewollt hätte: „Unsere Sporthalle wurde zu schnell abgebaut.“ Pläne für den nächsten Einsatz hat er noch nicht. „Ich habe aber auch hier vor Ort im Geschwader genug zu tun.“ Und er sei doch eigentlich auch ganz froh, wieder zu Hause zu sein, gibt Martin Dörband zu. Gerade jetzt zur Weihnachtszeit. Und das sieht seine Rieke wohl ganz genau so.

 

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erstellt am 23.Dez.2015 | 18:20 Uhr

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