Finsternis in Husum : Zum Dockkoog des Mondes wegen

Blick in den Himmel: Zunächst waren viele enttäuscht, weil der Mond so klein war.
Blick in den Himmel: Zunächst waren viele enttäuscht, weil der Mond so klein war.

Hunderte Menschen beobachteten das Naturereignis an Husums westlichstem Zipfel .

shz.de von
30. Juli 2018, 07:00 Uhr

Es war eine regelrechte Völkerwanderung, die von dem ganz großen astronomischen Ereignis ausgelöst wurde: Die Massen strömten zum Dockkoog, von wo aus sich hunderte Menschen einen ungetrübten Blick auf das himmlische Spektakel, den roten Mond, erhofften. Schließlich sollte die spektakuläre Mondfinsternis 103 Minuten zu beobachten sein.

Mit Fernglas und Teleobjektiven bewaffnet warteten die Himmelsbeobachter gebannt auf den ganz großen Auftritt des Erdtrabanten. Die Menge wurde dabei auf eine Geduldsprobe gestellt, bis endlich ein Ruf die Menschen geradezu elektrisierte: „Da ist der Mond!“ Klein und mit einem Hauch von rötlichem Schimmer, so präsentierte er sich im ersten Moment.

Enttäuschung machte sich unter den Wartenden breit. Und manche packten ihre Sachen, noch bevor er sein endgültiges, spektakuläres Aussehen entfaltete. „Ich hatte mir den Mond viel größer vorgestellt“, sagte beispielsweise Annegret Ulster aus Magdeburg. „Das wär’s gewesen, die Krönung meines Urlaubs.“ Auch Paul-Hermann Hansen aus Husum zeigte sich zunächst enttäuscht über den mageren Auftritt. „Ich habe extra meine gesamte Fotoausrüstung mitgebracht.“ Doch wer eine ordentliche Portion Geduld mit im Gepäck hatte, den belohnte der Himmelskörper am Ende mit einer klaren Ansicht.

Dabei hatte das himmlische Schauspiel noch ein weiteres besonderes Ereignis zu bieten. Unterhalb des verfinsterten Mondes präsentierte sich der Mars. Selbst mit bloßem Auge konnte er von den Beobachtern auf Anhieb entdeckt werden. „So etwas erlebt man nicht alle Tage beziehungsweise alle Nächte“, schwärmte Hans-Dieter Clausen aus Husum. Nach mehr als 100 Minuten veränderte der Mond sein Aussehen und der rote Schimmer wich einer grellweißen Sichel. Und auch dieses Schauspiel genossen viele Himmelsbeobachter mit Staunen. „Für mich hat sich der Abend auf jeden Fall gelohnt, auch wenn der Mond nicht so groß war, wie ich es mir erhofft hatte“, fasste Hans-Dieter Clausen zusammen.

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