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Nur kleines Defizit : Zum Abschluss ein Ausblick aufs Lutherjahr

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Verantwortlichen für die Veranstaltungsreihe Sommerkirche Welt ziehen eine positive Bilanz. Es sei nur ein kleines Minus entstanden. Auf der letzten Veranstaltung sprach Dr. Thies Gundlach von der Evangelischen Kirche in Deutschland sprach über Lutherjahr 2017.

Mit einem Vortrag über die Vorbereitungen zum 500. Reformationsjubiläum im Jahre 2017 ging die Sommerkirche Welt zu Ende. Zuvor zog der Programmverantwortliche Henning Röhl eine Bilanz der vergangenen zwei Monate. „Wir haben stets ein volles, oft sogar ein übervolles Haus gehabt“, sagte Röhl. Alle Referenten und Gäste, die zum Teil von weither nach Welt kamen, seien von der besonderen Atmosphäre in der Kirche beeindruckt gewesen. Dazu habe nicht nur der Kirchenraum, sondern vor allem auch die vielen Fragen und Anregungen der Besucher beigetragen. „Fast alle prominenten Gäste haben mich nach der jeweiligen Veranstaltung spontan gefragt, ob sie nicht im nächsten Jahr wieder kommen können, so gut hat es ihnen gefallen“, sagte Röhl. Er dankte besonders den beiden Pastoren Holger Beermann und Thomas Knippenberg, die bei jeder Veranstaltung mit Gebet und Abendsegen für einen geistlichen Rahmen gesorgt hätten.

Die Sommerkirche Welt ist eine Veranstaltung des Kirchenkreises Nordfriesland. Sie wird neben Henning und Andrea Röhl von vielen ehrenamtlichen Helfern unterstützt. Darauf wiesen auch die beiden Pastoren in der Abschlussveranstaltung hin. Mit viel Beifall wurde ihr Dank an das Ehepaar Röhl bedacht. Henning Röhl hatte zuvor erklärt, dass trotz der vielen prominenten Gäste nur ein recht geringes Kostendefizit entstanden sei. Das habe auch an der Unterstützung der Veranstaltungsreihe durch das Amt Eiderstedt, das Johan-van-Vouwer-Vermächtnis und den Rotary-Club Eiderstedt gelegen. Ohne diese Hilfen wäre es nicht möglich gewesen, die 13 Veranstaltungen in so einem Rahmen anzubieten, so Röhl. Auch in diesem Jahr wurden zwei Veranstaltungen vom christlichen Fernsehsender Bibel TV aufgezeichnet: „Die Blaue Stunde“ und die Schlussveranstaltung.

Als „Cheftheologe“ der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) wurde der Redner des Abschlussabends der Sommerkirche, Dr. Thies Gundlach, eingeführt. Er ist Vizepräsident des Kirchenamtes der EKD in Hannover und dort maßgeblich an den Vorbereitungen für das 500. Reformationsjubiläum im Jahre 2017 beteiligt.

Er berichtete, dass alle deutschen Landesparlamente dem Vorschlag der EKD zugestimmt hätten, den Reformationstag 2017 als bundesweiten Feiertag zu begehen. Diese reibungslose Zustimmung sei der Kirche gar nicht so recht gewesen, denn man habe sich auch erhofft, durch eine möglicherweise kontroverse Diskussion mehr Aufmerksamkeit für das Lutherjubiläum zu bekommen. In Anlehnung an den ersten Satz des Johannesevangeliums „Im Anfang war das Wort“ hatte Dr. Thies Gundlach mit dem Motto „Am Anfang war das Wort“ seinen Vortrag überschrieben. Zu Beginn der Reformation habe die Frage nach Jesus Christus gestanden, und diese Frage gelte es heute wieder neu zu beleben. Der Referent blickte zurück auf die verschiedenen Lutherjubiläen in den vergangenen Jahrhunderten. Bei den Feierlichkeiten im 19. Jahrhundert sei es vor allem um den heroischen Reformator gegangen, um den Helden der Papst und Fürsten getrot zt habe. Natürlich werde man die Geschichte der Reformation und ihre weltweiten Folgen ins rechte Licht rücken, es gehe aber vor allem darum, Luthers Frage nach dem „gnädigen Gott“ für den heutigen Menschen neu zu formulieren. Man wolle Luther nicht als Kirchengründer, sondern als „Evangeliumsfinder“ neu entdecken. Der EKD-Theologe berichtete in seinem Vortrag auch von den Bemühungen der Protestanten, die katholische Kirche an den Reformationsfeierlichkeiten zu beteiligen. „Wir müssen einen Weg finden, dass die römisch-katholischen Geschwister mitfeiern können“, meinte Gundlach. Dieser Weg könne nur sein „gemeinsam auf Christus zu schauen“.

Der Abend wurde umrahmt von Orgelmusik, gespielt von Kirchenmusikdirektor Christoph Jensen.

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erstellt am 03.Sep.2013 | 17:00 Uhr

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