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Schafbock-Auktion : Züchter-Leid: Futterkosten und Bürokratie

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Auftakt der größten Schafbockauktion Deutschlands in der Husumer Messehalle: Verhaltener Auftakt und weniger Tiere. Rund 600 Böcke unterschiedlicher Rassen kommen bis Sonnabend „unter den Hammer“.

Er sieht gut aus. Breiter Rücken, guter Stand. Nicht weniger als 128 Kilogramm bringt er auf die Waage. Er ist eine Klasse für sich. Der Schafbock von Ingo Jäger aus Averlak war gestern das beste Tier und gehört zu den knapp 600 Böcken, die noch bis Sonnabend in Husum prämiert und versteigert werden.

Zum dritten Mal ist die Husumer Messehalle Austragungsort der größten Bockauktion Deutschlands. Veranstalter ist der Landesverband der Schleswig-Holsteinischen Schaf- und Ziegenzüchter. Dessen Geschäftsführerin und Zuchtleiterin Janine Bruser freut sich über die große Resonanz seitens der Züchter und der Interessenten, die gespannt die Bewertung des Prämierungskomitees verfolgen. Hans Michow Schröder, Boy Friedrich Michelsen und Ingo Penn nehmen an den ersten beiden Auktionstagen vornehmlich Schafe der Rasse Texel in Augenschein. Morgen sind Schwarzköpfige und Weißköpfige Schafe sowie Charollais an der Reihe. Am Sonnabend folgen Suffolk, Blauköpfe, Swifter sowie ein Exemplar des Rasse Shropshire.

Noch im Vorjahr waren es 100 Exemplare mehr gewesen, die Auktionator Karl Dieter „Kalli“ Fischer dem Publikum anbieten konnte. Als Grund für den Rückgang sieht Geschäftsführerin Bruser die steigenden Kosten und den erhöhten Aufwand, den die Züchter treiben müssten. „Es wird immer mehr Bürokratie und das schreckt viele Schafbesitzer ab.“

Bemuskelung, Stand und Rahmen der Schafe sind entscheidend. In den vergangenen Monaten war eine Körkommission in Schleswig-Holstein unterwegs, um die Besten der Besten für die Auktion in Husum auszusuchen. Zwar sind die Schlachtpreise für Schafe sehr gut, sagt Janine Bruser, doch aufgrund des langen Winters bringen die Tiere diesmal ein geringeres Gewicht auf die Waage. Zudem seien die Futterkosten gestiegen. Unterm Strich erzielen die Besitzer also keine höheren Erträge.

Züchter aus Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen hatten den Weg in die Messehalle gefunden. Eine Beleg dafür, dass die Husumer Veranstaltung bundesweit einen guten Ruf genieße, so Janine Bruser. Das kann Ingo Jäger nur bestätigen. Der Züchter war mit 19 Böcken vertreten. Seit 35 Jahren besitzt der Dithmarscher Schafe, seit 13 Jahren züchtet er sie – und das mit Erfolg: Gestern holten sämtliche Tiere des 49-Jährigen einen ersten Platz. Sein Siegerbock brachte übrigens 900 Euro ein. „Eigentlich hätte der mindestens 1000 Euro bringen sollen“, befand Auktionator Fischer. Die erzielte jedoch ein anderer Bock. Ein Beleg dafür, dass nicht allein Schönheit entscheidend ist.

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