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Auch Hotels sind eine Option : Zu wenig Wohnraum für Flüchtlinge

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Das Amt Mittleres Nordfriesland sucht dringend weitere Wohnungen und Häuser für die vielen Flüchtlinge. Auch zur Unterstützung der Asylbewerber im Alltag werden noch freiwillige Helfer gesucht.

Allmählich wird es eng in der Region des Amts Mittleres Nordfriesland. Etwa 130 Flüchtlinge haben die Mitarbeiter der Ordnungsabteilung des Amtes in Bredstedt erfolgreich in der Region untergebracht, doch es werden noch mehr nach Nordfriesland kommen. Entweder wohnen die Frauen und Männer mit ihren Kindern in angemieteten Wohnungen oder teils auch in Häusern – je nach Größe der Familien.

„Es wird allmählich knapp“, mahnt nun Amts-Mitarbeiterin Ose Martensen. Seit Jahresbeginn sind bereits 14 Neubürger, die allein oder mit Familie aus ihren Heimatländern geflohen sind, beim Ordnungsamt gemeldet. „Wir rechnen mit insgesamt bis zu 70 weiteren Personen im Jahresverlauf“, rechnet Ose Martensen hoch. Fakt sei, dass man in der Ordnungsabteilung derzeit nicht wisse, wie diese Menschen angemessen wohnen sollen.

Mit aktuell 19 Objekten im Bredstedter Stadtgebiet sowie zwölf weiteren Unterkünften im Umland sei auf Sicht nicht auszukommen, erläutert Ordnungsamtsleiter Arno Hansen. „Wir benötigen dringend weitere Wohnungen. Ich möchte daher alle Vermieter dazu aufrufen, uns mögliche freistehende Objekte zu melden“, appelliert Hansen. Ziel sei es dabei, Flüchtlingsfamilien möglichst zentral unterzubringen. Ärzte, Einkaufsmöglichkeiten, Kitas und Schulen sollten nahe liegen oder über öffentliche Verkehrsmittel gut erreichbar sein. Der Ordnungsamtsleiter will „im Extremfall auch Hotelzimmer anmieten.“ Für Arno Hansen bereitet die Wohnungssuche tatsächlich besondere Schwierigkeiten, weil keine Objekte zu finden und anzumieten sind. „Im Rahmen der Höchstbeträge nach der Sozialgesetzgebung richten sich die zu zahlenden Mieten“, erklärt Hansen, dass es Grenzen gibt. Im Extremfall bliebe dem Amt nichts anderes übrig, als kurzfristig beispielsweise Hotelzimmer zu mieten, so der Ordnungsamtsleiter. Ein Schritt, den derzeit niemand gehen wolle. „Die Situation in anderen Regionen Nordfrieslands ist nicht besser. Aus der Ausländerbehörde des Kreises meldet man ebenfalls große Probleme“, berichtet Hansen. Der Amtsvorsteher spricht von einem langen Atem, der erforderlich sei. Die gesamtgesellschaftliche Herausforderung, Aufnahme von Flüchtlingen, erfordere große Anstrengungen, sagt Hans Jakob Paulsen: „Zunächst müssen wir zusehen, dass die Menschen ein sicheres Heim haben. Das ist die Basis, um nach einer oftmals langen und beschwerlichen Reise zu Kräften zu kommen. Ich möchte daher alle Bürger um Unterstützung bitten.“

Wer Wohnraum anbieten kann, soll sich mit dem Amt schnellstens in Verbindung setzen. Auch wer im Alltag der Flüchtlinge helfen will, kann sich bei den Mitarbeitern melden. Das Amt Mittleres Nordfriesland ist unter Telefon 04671/919227 zu erreichen.








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erstellt am 09.Mär.2015 | 15:00 Uhr

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