Märchenhaftes Programm : Zirkusschule gastiert in Hattstedt

Balanceakt: Die Zuschauer erlebten Glanzleistungen der jungen Artisten.
Foto:
Balanceakt: Die Zuschauer erlebten Glanzleistungen der jungen Artisten.

In der Zirkusschule „TriBühne“ in Hattstedt üben 50 Kinder ein märchenhaftes Programm ein. Die Sechs- bis 16-Jährigen wollen ihr Publikum faszinieren.

shz.de von
31. Juli 2015, 12:00 Uhr

Auch wenn es eigentlich Alltag für die 50 Kinder der renommierten Hamburger Zirkusschule „TriBühne“ im Alter zwischen sechs und 16 Jahren ist, sind sie doch immer besonders aufgeregt. Die zweistündige Aufführung der märchenhaften Geschichte „Im Zeichen des Drachens“ fasziniert die Zuschauer. In der Premiere gibt es Artistik-, Jongleur-, Clown- oder Varieténummern. Die Texte sitzen, Kostüme auch, geschminkt sind alle – und dennoch: Lampenfieber können die jungen Akteure nicht unterdrücken. Zirkusdirektor Harms Haddorp beruhigt: „Das schafft ihr. Ich habe es doch bei der Probe gesehen.“ Alle zwei Jahre geht eine Truppe dieser Schule auf Wanderschaft, lernt Zirkusleben kennen und gibt Vorstellungen. Aus 150 Schülern haben sich diesmal 50 freiwillig angemeldet.

Für eine Woche hat das Team eine kleine Zeltstadt neben der Turnhalle der Jens-Iwersen-Schule aufgebaut. Begleitet werden die Kinder von zwölf Erwachsenen, die für Verpflegung und das stimmige Drumherum sorgen, sowie sechs erfahrenen Trainern, die täglich im Zelt mit den Jungen und Mädchen proben. „Der Schulalltag geht auch unterwegs weiter“, erklärt der Zirkusdirektor. Er ist von Beruf Diplom-Sportwissenschaftler, Akrobat und Lehrer. In Altona hat der Zirkus ein festes Domizil. Dort gibt es professionellen Unterricht, je nach Entwicklung des jeweiligen Kindes. „Mein Ziel ist es, dass sie sich wohlfühlen. Wer allerdings mehr möchte, bekommt auch mehr. Wir haben schon viele tolle Talente entdeckt und die machen ihren Weg als Berufsartisten“, berichtet Haddorp. In seiner Mannschaft habe er auch Tanzpädagogen. Die Geschichten werden meist zusammen erarbeitet. Alle Facetten der Zirkuskunst werden miteinander verknüpft. „Wir suchen uns Plätze, die wir umsonst nutzen dürfen.“

In Hattstedt hat Schulverbandsvorsteherin Christel Schmidt sofort zugesagt. „Wir dürfen sogar die Turnhalle und Duschen nutzen“, so Haddorp begeistert. Zustandegekommen sei der Termin über den Vorsitzenden des Fördervereins OK-Jugendtreff (wir berichteten). Dessen Bruder arbeite für den Zirkus. Kürzlich habe man in Nord- hastedt Station gemacht.

Während Haddorp locker weiter plaudert, füllt sich das Zelt. Immer mehr Gäste erscheinen und suchen sich einen Platz in der 150-Mann-Arena. Zuletzt geht nichts mehr. Jeder Platz ist besetzt. Dabei ist auch die 15-jährige Runa Feddersen mit ihren Eltern aus Hamburg. Sie nehme seit ihrem siebten Lebensjahr Unterricht und wolle vielleicht ihr Hobby, die Akrobatik, zum Beruf machen. Leider sei sie krank geworden und habe zu Hause bleiben müssen. Für sie sei es Ehren- sache, ihre Mitstreiterinnen zumindest durch Applaus zu unterstützen.

Erwartungsvoll sitzen Jung und Alt – darunter viele Hattstedter – zusammen. Endlich geht es los. Mit einer fetzigen Tanznummer startet die Geschichte um den bösen Drachen, der dem Mädchen Delle immer noch zusetzt. Unbedingt muss sie ihre Eltern finden, die das Untier in irgendwelche Tiere verwandelt hat. Durch ein sprechendes Sofa hat sie nämlich erfahren, dass sie eine Königstochter ist. Ob sie den Fluch des Drachen, mit dem auch sie belegt worden ist, brechen kann, können Zuschauer heute Nachmittag ab 15 Uhr in einer abschließenden Vorstellung erleben. Karten gibt es direkt am Zelt.

Begeistert sind die Zuschauer der ersten Aufführung gewesen. „Das war hohe Zirkuskunst, was die Kinder abgeliefert haben. Die Geschichte war ganz zauberhaft“, so das Fazit der Hattstedterin Maria Kiesbye.

















zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen