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Konzept für den Strand von St. Peter-Ording : Ziel: Tourismus und Natur im Einklang

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Der Strand von St. Peter-Ording ist Erholungsraum und Ökosystem zugleich – die Gemeinde erarbeitet derzeit ein Strandentwicklungs-Konzept, das beide berücksichtigt. Es geht dabei auch um Nachhaltigkeit.

Tourismus und Nationalpark – die beiden kommen sich in St. Peter-Ording besonders intensiv nahe. Der riesige Strand – zwölf Kilometer lang und bis zu zwei Kilometer breit – lockt jedes Jahr hunderttausende Besucher an – Urlauber wie Tagesgäste. Andererseits sind die Dünen, das breite Vorland und die große Sandbank auch eine einzigartige Naturlandschaft, die zum Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer gehört. Es ist ein Spagat, die Interessen von Natur und Touristen in Einklang zu bringen. Ist der Strand doch im Sommer Tummelplatz von Sonnenanbetern, Badenden und Wassersportlern, Schauplatz von Großereignissen wie Kitesurf-Worldcup, Beachvolleyball und Drachenfest sowie vielen kleineren Veranstaltungen wie Strandgymnastik oder -kirche. Zudem stehen auf der weiten Sandfläche die Markenzeichen des Badeorts, die Pfahlbauten, die immer wieder den modernen Anforderungen angepasst werden müssen. Nicht zuletzt darf in Ording und Böhl am Strand geparkt werden. Die derzeitige Regelung läuft 2019 aus. Wenn die Gemeinde das Areal also im Sinne des Tourismus nutzt, muss sie auch immer den Naturschutz beachten. Und nicht zu vergessen ist der Küstenschutz, denn auch dafür haben Sandbank, Dünen und Vorland eine wichtige Funktion.

Die Gemeinde St. Peter-Ording hat sich nun daran gemacht, für eine künftige touristische Entwicklung eine Diskussionsgrundlage zu schaffen – in Form eines Strandentwicklungs-Konzeptes. Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf Naturverträglichkeit und Nachhaltigkeit. Das Institut für Management und Tourismus (IMT) an der Fachhochschule Westküste in Heide und das Planungsbüro UAG-Umweltplanung und -audit GmbH in Kiel wurden mit der Erstellung beauftragt. Das Konzept wurde bereits der Nationalpark-Verwaltung, dem Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz (LKN) und dem Kreis Nordfriesland zur Stellungnahme vorgelegt. Später geht es auch an die Naturschutzverbände.

Folgende zentrale Aspekte sollen laut Konzept bei der Strandentwicklung berücksichtigt werden: die Anforderungen, die sich aus den Schutzkategorien Nationalpark, Flora-Fauna-Habitat, Europäisches Vogelschutzgebiet, Biotopschutz und Weltnaturerbe ergeben, dann der Erhalt der Pfahlbauten, die Bedürfnisse der Strandbesucher, beispielsweise Barrierefreiheit, unterschiedliche Strandnutzergruppen (Abschnitte für Naturliebhaber, Hunde, Familien, Sportler etc.), Sauberkeit, die regelmäßige Abstimmung mit Behörden, Institutionen (Schutzstation Wattenmeer, Tourismus-Zentrale, DLRG etc.) und beteiligten Einwohnern, ferner die vielseitigen Nutzungsoptionen des Strandes, unter anderem als Eventfläche, zum Natur erleben, als Parkfläche, als Spielplatz, zur Erholung und als Gastronomiestandort. Das Ziel des Konzeptes ist ein abgestimmter Leitfaden für die Planung der infrastrukturellen Versorgung am Strand, orientiert am aktuellen und künftigen Bedarf und in Übereinstimmung mit naturschutzrechtlichen Erfordernissen. Es soll für den Zeitraum bis 2025 oder 2030 gelten und in regelmäßigen Abständen überprüft werden.

In der jüngsten Sitzung des Tourismus-Ausschusses äußerten sich die Mitglieder zu den Stellungnahmen von LKN und Nationalpark-Verwaltung, die vom Kreis hatte noch nicht vorgelegen. Grundsätzlich werde das Papier begrüßt, fasste Tourismus-Direktor Rainer Balsmeier die Reaktionen zusammen, aber es gebe wieder Diskussionen um die beiden „Lieblingsthemen“: Hundeauslauf am Strand und Kiten am Südstrand oder außerhalb Ordings. Walter Petersen (SPD) bemerkte, dass ihm bei der Stellungnahme des LKN die Beschränkung der Pfahlbau-Nutzung auf den Zeitraum vom 1. April bis 30. September sauer aufstoße: „Dabei haben wir doch schon am 15. März Saisoneröffnung.“ Der Ausschuss-Vorsitzende Tim Schäfer (AWG) begrüßte das Konzept grundsätzlich: „Endlich gibt es mal eins.“ Er betonte aber, dass der Hundeauslauf und das Kiten am Südstrand wichtige Themen seien. „Für Anfänger ist das Terrain ideal, weil das Wasser dort flach ist.“ Sein Vorschlag, die Stellungnahmen intern mit Vertretern der Fachhochschule zu besprechen, fand allgemeine Zustimmung.

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erstellt am 26.Feb.2015 | 12:30 Uhr

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