zur Navigation springen

Nach dem Wald-Kahlschlag : Ziel sind neue Heideflächen

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Nachdem der Wald bei Lütjenholm großflächig abgeholzt worden ist, werden nun von der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein 4500 Bäume gepflanzt. Sie sollen den künftigen Lebensraum schützen.

shz.de von
erstellt am 28.Feb.2014 | 08:00 Uhr

Dort, wo unter Protest aus der Region ein ganzer Wald abgeholzt wurde, lässt die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein derzeit 4500 kleine Bäume pflanzen – am Megelbarg und dem Galgenberg westlich von Lütjenholm. „Sie sollen einen artenreichen Waldsaum um die Heideflächen bilden, wenn diese sich in den kommenden Jahren gebildet haben werden“, sagte Antje Walter, Projektleiterin der Stiftung, gestern.

Vor 150 Jahren seien noch 17 Prozent des Landes Heideflächen gewesen. „Heute stellen nur noch 0,3 Prozent landesweit diesen ebenso wertvollen wie stark bedrohten Lebensraum dar“, erläuterte sie. Schmetterlinge, Vögel und Reptilien würden von der Umgestaltung profitieren und Lebensräume zurückgewinnen, die durch intensive landwirtschaftliche Nutzung mit Stickstoffeinträgen und Entwässerung von Feuchtflächen immer seltener würden.

„Es werden hauptsächlich Eichen und Weißdorn als Schutz vor Winden, gegen Erosion und Eintrag von landwirtschaftlichen Stäuben gepflanzt“, so Jan Kumke, der im Auftrag der Stiftung bei dem Projekt als Förster tätig ist. Kleinere Mengen von Hasel, Rose, Ahorn und Linde sollen das Bild abrunden. „Ein positiver Nebeneffekt ist eine Aufwertung des Landschaftsbildes“, ist er sich sicher.

„Eigentlich bestanden diese Gebiete immer aus Heideflächen, der Galgenberg wurde in den 1920-er und der Megelbarg erst in den 1940-er Jahren aufgeforstet. Ältere Einwohner der Umgebung können sich noch daran erinnern“, so Antje Walter.

Außerdem gebe es Vorgaben der Europäischen Union, „Lebensräume von gemeinschaftlichem Interesse“ zu erhalten und auszuweiten. „Da haben wir in der Bundesrepublik noch ziemlich viel zu tun“, so Antje Walter.

Weitere Baum-Pflanzungen sind in Tinningstedt/Leckfeldnord, Klingenberg (Soholmer Au), im Pobüller Bauernwald und am Bünsdorfer Moor vorgesehen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen