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Messe Husum Wind zieht Bilanz : Ziel: 100 Prozent erneuerbare Energie

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Husum Wind zieht Bilanz: Trotz etlicher Sorgen fasst die Branche Digitalisierung, Offshore-Projekte und Sektorkopplung mit frischem Mut an.

shz.de von
erstellt am 16.Sep.2017 | 08:00 Uhr

Der Auszug von Senvion aus Husum, die Kurzarbeit beim Fundamentbauer Max Bögl in Osterrönfeld und die von Nordex in Hamburg ins Auge gefassten Einsparungen auch bei den Beschäftigten bildeten während der Husum Wind den Hintergrund für ein Treffen der Personalleiter mehrerer Firmen. Eingeladen hatte Nordwindaktiv, der erst vor drei Jahren gegründete Arbeitgeberverband der Energiewende-Industrie. Verbandsgeschäftsführer Stephan Kallhoff nahm aus dem Treffen der Personaler den Eindruck mit, dass sie die Lage zurzeit noch als „gut“ ansehen. Aber in den nächsten zwei Jahren müsse bei den politischen und rechtlichen Rahmenbedingungen etwas passieren, ansonsten seien weitere Einbrüche zu befürchten. Daher richten alle ihre Blicke auf die Zeit nach der Bundestagswahl.

Das ist auch der Eindruck bei der Husumer Volksbank, den Kai Dittler zusammenfasst. Die Flächen für den Ausbau seien vorhanden, Hersteller hätten innovative Konzepte und Investoren stünden bereit – und die Klimaziele seien noch lange nicht in erreichbarer Nähe.

„Optimismus trotz der Sorgen“, lautet das Fazit von Hermann Albers, dem Vorsitzenden des Bundesverbandes Windenergie. Effizienzsteigerung bei den Anlagen, immer mehr Speicherlösungen und die Verknüpfung von Stromproduktion, Wärme und Verkehr hätten „viele Akteure vor allem im innovationsstarken Mittelstand“ ergriffen.

Viele Aussteller betonten, dass sie jetzt von der Politik deutliche Bekenntnisse hin zu 100 Prozent erneuerbaren Energien erwarten. Gerade die Schwerpunktthemen Sektorkopplung und Offshore hätten auf der Husum Wind „die nächste Stufe der Energiewende eingeläutet“, heißt es seitens der Messeleitung. Um dafür die klügsten Köpfe zu gewinnen, fand gestern die Jobmesse Windcareer statt – traditionell am letzten Messetag.

Eine positive Bilanz zog Messe-Chef Peter Becker: „Getreu unserem Motto ‚Wir sind Wind‘ hat sich eindrucksvoll gezeigt, dass die Windbranche zusammenhält.“ Das habe sich auch während des Sturms gezeigt, als die Hallen vorsorglich geräumt werden mussten. Tickets wurden auf den Folgetag übertragen, weswegen noch keine konkreten Besucherzahlen genannt werden können. Auf verbleibenden Flächen ging das Networking bei diversen Standpartys umso angeregter weiter. Dabei wurde deutlich: Die Branche ist im Umbruch, aber nicht zu erschüttern.

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