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Am 2. Juli in Breklum : Zentrales Tauffest für Nordfriesland

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Premiere auf dem Campus des Christian-Jensen-Kollegs: Der Kirchenkreis NF veranstaltet erstmals ein zentrales Tauffest.

von
erstellt am 14.Apr.2017 | 11:00 Uhr

Es sind nur einige Spritzer Wasser – und ist doch so viel mehr: Denn mit der Taufe werden Menschen in die christliche Gemeinschaft aufgenommen. Was einst landauf, landab wie selbstverständlich zum Lauf des Lebens dazugehörte, gerät heute im gesellschaftlichen Wandel der schnelllebigen Zeit schon mal aus dem familiären Blickfeld. Deshalb geht der Kirchenkreis Nordfriesland nun neue Wege: Für den 2. Juli lädt er Kinder mit ihren Familien, Freunden oder auch Nachbarn zu einem großen Tauffest unter dem Motto „Du bist ein Geschenk“ ein. Die zentrale Willkommensfeier auf dem Campus des Christian-Jensen-Kollegs in Breklum ist die erste ihre Art im Kirchenkreis und eine Premiere für die Westküste.

Gemeinsam soll an jenem Sonntag von 14 Uhr an ein buntes und fröhliches Fest gefeiert werden. Es ist vor allem für noch nicht getaufte Kinder bis zu zwölf Jahren gedacht, aber auch ältere Familienmitglieder können an diesem Tag getauft werden. Das Ereignis auf dem Kolleg-Campus, das von zwei Teams vorbereitet wird, startet mit einem gemeinsamen Gottesdienst, der bei schönem Wetter unter freiem Himmel stattfindet und ansonsten in den Festsaal des Kollegs umziehen könnte. Im Gottesdienst werden die Kinder von örtlichen Pastoren aus 16 der insgesamt mehr als 60 nordfriesischen Kirchengemeinden getauft. Anschließend gibt es für alle Kinder, ihre Familien und Gäste ein „buntes Fest der Gemeinschaft“ mit Spielen und Bewirtung. Dabei ist auch das Team des evangelischen Kinder- und Jugendbüros mit eingebunden.

Für die Teilnehmer entstehen keine Kosten. Diese übernimmt der Kirchenkreis Nordfriesland aus seinem Fonds für innovative Projekte. Für das Pilot-Event stehen 35.000 Euro zur Verfügung. Die organisatorischen Fäden halten Pastorin Philine Pawlas aus Risum-Lindholm – sie ist Projektleiter für ein Jahr – und der Husumer Henning Möller als Vorsitzender des geschäftsführenden Ausschusses im Kirchenkreis Nordfriesland zusammen.

Auch wenn es andernorts bereits zentrale Tauffeste gegeben hat, in Nordfriesland ist es auch für sie Neuland. Denn laut Möller ist Nordfriesland mit 98.000 Mitgliedern gemessen an der Einwohnerzahl der Kirchenkreis mit der höchsten Mitgliederzahl in der Nordkirche. Geschätzt wird, dass inzwischen rund 4000 Kinder, bei denen zumindest ein Elternteil evangelisch ist, nicht christlich getauft sind. „Da waren alle erstmal richtig platt“, sagen Pawlas und Möller angesichts dieser Größenordnung. Gespannt sind beide denn auch, welche Resonanz das kirchliche Angebot im Jubiläumsjahr der Reformation letztlich finden wird: „Wie viele wirklich kommen, wissen wir nicht.“ Werbung für das offene Großereignis in Breklum lief bislang über Gemeindebriefe, Kindertagesstätten in kirchlicher Trägerschaft und andere Einrichtungen. Und rund 1000 Familien sind direkt angeschrieben worden. Die ersten zwölf Täuflinge sind denn auch bereits mit rund 100 Teilnehmern für das Juli-Ereignis angemeldet. Und bis Ende April sind noch Anmeldungen möglich – auch via Online-Formular unter www.tauffest2017.de.

Wird das erste Tauffest für den Kirchenkreis Nordfriesland ein Erfolg, ist eine Wiederholung nicht ausgeschlossen. Als Projektvorschlag war es bereits im Jahr 2015 für den regionalen Ideen-Wettbewerb zum damaligen Jahresthema eingereicht worden. Denn der Trend ist eindeutig: Die Zahl der Taufen ist auch in Nordfriesland rückläufig. Dies gilt selbst für den Fall, dass Eltern Mitglieder der evangelischen Kirche sind. Und: Bei Alleinerziehenden wird Untersuchungen zufolge gar nurmehr jedes vierte Kind getauft. Veränderte Familienstrukturen, fehlende Verwandtschaft am Wohnort, Umzug, verpasste Gelegenheiten, beengte Räumlichkeiten oder auch finanzielle Sorgen – die Gründe, die Taufe aufzuschieben, mögen vielfältig sein.

Manche holen diese vielleicht noch im Zuge der Konfirmation nach. Andere erreicht die Kirche mit ihrem traditionellen „Kernangebot“ (Möller) allerdings nur noch schwer. Gleichwohl, so Pawlas, „ist der Wunsch nach Taufe schon noch da“. Und dieser lässt sich dann bei dem gemeinschaftlichen Tauffest im Breklumer Christian-Jensen-Kolleg verwirklichen – ohne große Hürden.

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