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Husumer Nachrichten

24. August 2017 | 07:14 Uhr

Nachts im Schloss : Zeit für Gänsehaut

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Passend zu Halloween konnten Kinder im Schloss vor Husum jetzt erstmals eine historische Gruselführung erleben – mit spannenden Geschichten und unheimlichen Begegnungen.

Was passiert im Schloss, wenn die Nacht hereinbricht und die Gemächer nur noch von spärlichem Kerzenlicht erhellt werden? Geistern die einstigen Bewohner durch die Räume? Werden dann all die Sagen und Spukgeschichten wieder lebendig? Gänsehaut im Schloss vor Husum, wo Kinder jetzt passend zu Halloween erstmals eine besondere Führung erlebten. Eine gruselige Angelegenheit, doch dazu später mehr . . .

Um die Nacht zum 1. November, deren Besonderheit sich auf die keltische Sagenwelt gründet, ranken sich Legenden – und sie ist heute ein weit verbreitetes Ereignis. Unter „Halloween“ versteht man die Nacht vor Allerheiligen. Die ursprüngliche Bezeichnung des keltischen Brauchs „Samhain“, der die Nacht zum 1. November umfasst, bedeutet so viel wie „Vereinigung“. Damit war die Vereinigung der Toten und Lebenden gemeint. Mit dem zunehmenden Einfluss des Christentums wurde „Samhain“ im Mittelalter durch den altenglischen Ausdruck „All Hallow’s Eve“ (der Abend aller Heiligen) ersetzt. Durch die Angelsachsen vereinfachte sich die Sprache zusehends und aus „Hallow’s Even“ wurde „Hallowe’en“. Außerhalb des englischen Sprachraums ging bald das Apostroph ganz verloren. Geblieben ist aber, dass sich Alltägliches an Halloween von einer ganz anderen Seite zeigt.

Das war am Freitag, 31. Oktober, und Sonnabend, 1. November, auch im Husumer Schloss der Fall – in Gestalt einer historischen Gruselführung. „Wir wollten die Schlossgeschichte für Kinder anders aufbereitet präsentieren“, erklärte Museumspädagogin Franziska Horschig gegenüber den Husumer Nachrichten. Aufwändig und gelungen hatte sie mit Hilfe von Mitarbeiterin Bettina Görke und mehreren Freiwilligen eine umfassende Führung voller Spannung und Nervenkitzel ausgearbeitet.

Was den Gänsehautfaktor anging, waren sich die Kinder allerdings nicht ganz einig. Finn (8) erklärte nach der Führung: „Ich hatte am meisten Angst, als alle geschrien haben.“ Alexander (11) gab sich gelassen. „Es war gut, aber nicht gruselig“, sagte er. Doch auf die Frage, wer sich erschreckt habe, ertönte ein vielstimmiges „Er!“. Auch unter den Mädchen waren die Meinungen sehr unterschiedlich. Leni (9) hatte die Führung abgebrochen. „Es war schon gruselig, da bin ich lieber gegangen.“ Zoé (9) fand, es „hätte gruseliger sein können“.

So begegneten die Kinder während der Führung in der Tat manch einem ehemaligen Bewohner, der im Dunkeln durch das alte Gemäuer geisterte. Für ein Highlight sorgte dabei Angelika Zöllmer-Daniel, Vorsitzende des Vereins zur Förderung von Literatur und Theater „5plus1“, die die Herzogin Augusta verkörperte und mit eindrucksvoller Verkleidung das Schloss unsicher machte.

Zufrieden war am Ende auch Franziska Horschig. „Die Resonanz war so groß, dass wir über Halloween hinaus noch Führungen angeboten haben. Der Erfolg müsste auch im nächsten Jahr eine Wiederholung nach sich ziehen“, so die 30-Jährige.

 

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erstellt am 03.Nov.2014 | 13:00 Uhr

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