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Kunstrasenplatz in Viöl eingeweiht : Wunsch nach 90 Jahren erfüllt

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Der Turn- und Sportverein Doppeleiche Viöl freut sich über seinen neuen Sportplatz – Pläne dafür gab es bereits bei der Gründung im Jahr 1923. Doch das moorige Gelände, der Zweite Weltkrieg und andere Projekte der Gemeinde verzögerten die Umsetzung.

Bei der feierlichen Einweihung des neuen Sportplatzes Muschen in der Gemeinde Viöl sollte Bürgermeister Heinrich Jensen den ersten elf Meter schießen. Und das tat er auch. Mit dem linken Fuß jagte er das Leder in die linke Ecke und ließ dem Torwart keine Chance. Nicht nur die Überraschung darüber war beim Turn- und Sportverein Doppeleiche Viöl groß, sondern auch die Freude, dass nun der langgehegte Traum Realität geworden ist. „Manchmal dauert es sehr lange, bis Wünsche in Erfüllung gehen, manchmal eben 90 Jahre“, erläuterte Jensen. Und damit sprach er die lange Zeit des Wartens an, die von Hoffnung und auch Enttäuschung geprägt war. „Nach einem Jahr Bauzeit kann endlich der neue Kunstrasensportplatz seiner Bestimmung und zur Nutzung an den TSV Doppeleiche Viöl übergeben werden.“ Für den Sportverein, der vor 90 Jahren gegründet wurde, sei dies ein historischer Tag. Tatsächlich wurde schon damals in Erwägung gezogen, einen Sportplatz in Muschen zu errichten. Aber das moorige Gelände habe Generationen Probleme bereitet, so Jensen. Stets sei der Viöler Sportverein ein Bittsteller gewesen und habe bei Schulen, der Gemeinde oder auch bei Landwirten um geeignete Sportflächen ersucht. Größere Veranstaltungen wurden beispielsweise auf Viehweiden ausgeführt. Nach dem Krieg gab es immer wieder Anläufe für einen eigenen Sportplatz. 1949 wurde das Moor mühselig entwässert, so dass ein Spielfeld entstehen konnte. „Doch dann kam wieder alles in Stocken, der Wohnungsbau und der Schulbau waren für die Gemeinde Viöl auch in finanzieller Hinsicht eine große Herausforderung“, berichtete Jensen weiter. Und so musste der Sportverein wieder hinten anstehen. Respekt zollte er vielen Sportlergenerationen, die die Hoffnung nie aufgaben und am Ball blieben.

Vor zehn Jahren gab es dann einen großen Schritt nach vorn, als die Gemeinde die Fläche in Muschen erwarb. „Wir mussten uns damals viel Kritik anhören, doch wir sind als Gemeindevertreter am Ball geblieben und uns einig gewesen.“ Mit diesen Worten überreichte Jensen den Schlüssel an den zweiten Vorsitzenden, Dirk Trommeshauser. Er erinnerte daran, dass es der damalige Vorsitzende Rolf Schadwald war, der zu seinem Abschied den Antrag für einen Sportplatz eingereicht hatte. Amtsvorsteher Thomas Hansen verwies auf den Mut der Gemeinde, dieses große Projekt in Angriff zu nehmen. „Von dieser guten und richtigen Entscheidung wird die ganze Region profitieren.“ Einen Golfschläger überreichte Jens-Uwe Jensen vom Seniorenbeirat und verband dies mit einem ebenso überraschenden Vorschlag: Es könnte doch auf dem noch freien Gelände eine Golfanlage errichtet werden. Rolf Johannsen vom Weissen Ring, der seit Jahren eng mit verschiedenen Vereinen zusammenarbeitet, betonte: „Gemeinsam setzen wir uns für eine gewaltfreie Jugend im Sport ein.“ Zur stetigen Erinnerung überreichte er ein meterlanges Banner mit entsprechender Botschaft.

Nach den zahlreichen Grußworten waren endlich die kleinen Sportler dran. Die F- sowie die E- und A-Jugend durften als erste Sportler einen Wettkampf austragen. Auch die SG LGV Obere Arlau hatte ihre F-Jugend für diesen historischen Tag angemeldet.

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