Kriminalpolizei verhindert Schädigung : Wucher in der Teppichklinik

<p>Die Teppichklinik in Friedrichstadt.</p>

Die Teppichklinik in Friedrichstadt.

Überteuerte Teppichreinigung – die Kripo Husum hat rechtzeitig eingegriffen.

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05. Juli 2018, 15:30 Uhr

Bei einer anderen betrügerischen Masche konnten bislang Schädigungen vehindert werden. Im Falle der Teppichklinik Friedrichstadt, deren Adresse und Telefonnummer zugleich den Firmen Straus An- und Verkauf und Steinreinigung Blitz Blank diente. hatte es bereits einen Anfangsverdacht gegeben. Der hat sich mittlerweile erhärtet: „Wir haben zwei Fälle im Zusammenhang mit der Teppichklinik“, so Kripo-Chef Sven Knies. „Eine ältere Dame hatte sich auf deren Annonce hin gemeldet und teure Perserteppiche im Wert von 50.000 Euro zur Reinigung gegeben.“ Als Kosten seien stolze 10.000 Euro vereinbart worden. Sie habe auch eine Quittung bei der Übergabe der Teppiche bekommen. „Die war aber so unprofessionell, dass sie sich an uns gewandt hat“, so der Kripo-Chef. „Die Friedrichstädter Firma hat die Teppiche dann per Taxi ungereinigt zurückgesandt, so ist der Frau kein Schaden entstanden.“

Im zweiten Fall sollte ein älterer Mann für die Reinigung dreier billiger Teppiche 1900 Euro bezahlen – ein Preis, der den Wert der Teppiche weit überstieg, sagt Knies. Das fiel auch Verwandten des Mannes auf, und so wurde die Kripo eingeschaltet. Die war dann bei der Rückgabe der Teppiche dabei, konnte sich zwei Angehörige der „Firma“ vornehmen und erkennungsdienstlich behandeln. „Einer war uns schon vertraut“, so Knies. Und durch die Anwesenheit der Kripo-Beamten konnte auch eine Schädigung des Teppichbesitzers vermieden werden. „Hier handelt es sich eindeutig um Wucher – ein Tatbestand nach Paragraf 291 des Strafgesetz“, erläutert Knies. Auch diese Masche sei nichts Neues: „Wir hatten drei ähnlich gelagerte Fälle in den vergangenen anderthalb Jahren.“

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