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Projekt „Zukunftsstadt Friedrichstadt“ : Workshop in „toller Atmosphäre“

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Konstruktive Diskussionen und Projektvorstellungen beim zweiten Werkstattcafé zum Thema Friedrichstadt 2030.

Fünf Haupthandlungsfelder, 16 Projekte und zwölf Projektvorstellungen. Mit diesem Tagesergebnis war Stadtmanagerin Annika Müller sehr zufrieden, als sich am Sonnabendnachmittag die Türen der Eider-Treene-Schule hinter allen Beteiligten schlossen.

„Die Herausforderung heute bestand darin, bereits begonnene Projekte und deren Mitwirkende mit Neueinsteigern auf einen Stand zu bringen“, berichtete Müller. Ziel des Workshops war die Erarbeitung von Projekten und Veranschaulichung derer anhand von selbstgestalteten Plakaten. „Transparenz und Klarheit schaffen ist die Grundvoraussetzung für das Gelingen dieses Projektes.“

Eine bunte Mischung aus Erwachsenen und Kindern präsentierte nach vorausgegangener konstruktiver Diskussion ihre Ideen auf Plakaten, die in Gruppenarbeit illustriert wurden. Der Friedrichstädter Bürgermeister Eggert Vogt sah das Projekt als Riesenchance. „Wir hatten hier eine tolle Atmosphäre und zielführende Diskussionen. Die Themen zeigen, dass alle Beteiligten Willens sind, Friedrichstadt nach vorne zu bringen und sowohl für Touristen als auch für die Einheimischen deutlich attraktiver zu machen.“

Prof. Bernd Knies von der Hafencity Universität Hamburg hat für das Projekt die wissenschaftliche Leitung übernommen. „Für uns war in der ersten Phase die Frage wichtig, welches Potenzial Friedrichstadt hat. Was für Menschen leben hier, wie ist die Mentalität, welche Akteure und Produkte kommen aus diesem Städtchen.“ Die breite Mischung der Workshop-Teilnehmer reichte von interessierten Bürgern, Schülern bis hin zu Gewerbetreibenden und Künstlern. „Durch die ungewöhnliche Stadtgröße und den historischen Stadtkern liegen hier besondere Voraussetzungen vor. Spannend ist zu ermitteln, welches Potenzial der historische Kern für die Zukunft beherbergt und ob die jetzigen Außenbereiche in die Innenbereiche einbezogen werden können“, so der Professor.

Die unterschiedlichen Projekte umfassen allgemeine Themen wie generelle Barrierefreiheit, barrierefreie Angelplätze, Wassertourismus, Gewerbeflächen und deren Vermarktung. Künstlerische Ansätze und Förderung der Gemeinschaft zeichnen sich in Titeln wie Garten der Begegnung, Kunstschule, Ortsgemeinschaftshaus oder Quartierentwicklung ab. Hier sind Planungen für Mehrgenerationen-Wohnen, infrastrukturelle Entwicklung, Logistik im Alter und generationenübergreifende Synergie-Effekte Kernthemen, die schon jetzt konkrete Inhalte widerspiegeln.

Um die Bevölkerung dichter zueinander zu bringen, Kommunikationsraum auch in der Natur zu schaffen, gab es Vorschläge zur Erweiterung und Barrierefreiheit der bestehenden Wanderwege und die Idee, am früheren Großen Garten einen Garten der Begegnung zu schaffen.

Ein Ortsgemeinschaftshaus könnte eine Vielzahl an Themen unter einem Dach vereinen, HotSpot für Veranstaltungen aller Art, für Volkshochschulkurse, eine angedachte Kunstschule, Magnet und Ausstellungsmöglichkeit für Künstler sein.

An Ideen für ihre Stadt mangelte es den Teilnehmern nicht. Die Moderatoren Nicola Hader und Johannes Kahl waren von dem Enthusiasmus und der Gruppendynamik begeistert. „Unsere produktiven Gruppen haben heute alle Agendapunkte abgearbeitet. Es herrschte eine tolle Kommunikationsatmosphäre und jedes Projekt wurde durch die Plakatgestaltung transparent gemacht“, zog Hader am Ende der Veranstaltung Resümee.

„Zukunftsstadt Friedrichstadt“ ist ein basisgesteuertes Stadtentwicklungsprojekt für alle Friedrichstädter, das von bedarfsorientierter Projekteinbindung und hoher Eigeninitiative bei der Ideenumsetzung lebt. Einige Ideen aus der ersten Projektphase sind bereits in die Tat umgesetzt worden. So gibt es mittlerweile einen Bücherschrank, offene Filmvorführungen und eine Weinbar.

„Es tut sich was in der Stadt“, freuen sich Doreen und Jan Stümpel, die den Buchladen am Fürstenburgwall mit integrierter Töpferwerkstatt betreiben. „Leerstände gehen zurück, externe Unternehmen entscheiden sich bewusst für den Standort Friedrichstadt. Die Stimmung unter den Gewerbetreibenden ist positiver geworden. Das Projekt verbessert die Kommunikation untereinander.“

Aktuellstes Beispiel ist die Berliner Künstlerin Octavia Zille, die auf dem Husumer Bahnhof von einer ihr fremden Frau durch dem Impuls „Friedrichstadt – da müssen Sie leben“ inspiriert wurde. Jetzt wohnt sie seit Januar diesen Jahres in dem kleinen Ort mit dem Riesenpotenzial und engagiert sich mit Leidenschaft in dem Zukunftsprojekt.

Am 14. Juli gibt es einen Workshop im Friedrichstädter Ruderclub zum Thema Umgestaltung Spielplatz Seebüll und „Grachtenmodell“, zu dem alle Friedrichstädter eingeladen sind.

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