Nordfriesland : Wohnungsbau-Kontingente erhöhen

Der Kreistag wird sich auf Antrag der CDU mit der Wohnungsbausituation befassen.
Der Kreistag wird sich auf Antrag der CDU mit der Wohnungsbausituation befassen.

Die nordfriesische CDU-Fraktion will die Landesregierung bewegen, flexibler zu agieren, wenn es um neue Baugebiete in den Kommunen geht. Im Kreistag stellen die Christdemokraten ihre Lösung vor.

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08. Februar 2018, 10:00 Uhr

Auch in Nordfriesland stoßen immer mehr Gemeinden an Grenzen: Insbesondere für junge Familien möchten sie neue Baugebiete ausweisen, dürfen es aber nicht. Denn der Landesentwicklungsplan (LEP) legt Obergrenzen für die Wohnungsbau-Entwicklung fest. Und das führt in zunehmendem Maße zu Problemen. Ende 2016 hatten schon 31 nordfriesische Gemeinden ihre Ausbau-Kontingente bis 2025 ausgeschöpft. Und auch wenn aktuellere Daten erst für Mitte 2018 erwartet werden, geht die CDU-Kreistagsfraktion davon aus, dass sich die Situation im Vorjahr nochmals verschärft hat. Ihr Fraktions-Chef Manfred Uekermann und sein Stellvertreter Florian Lorenzen sehen dringenden Handlungsbedarf. In den Kreistag am Freitag (9.) bringen die Christdemokraten deshalb einen Resolutionsantrag an die Landesregierung ein. Zwar hatten die Jamaika-Koalitionäre im Koalitionsvertrag formuliert, „Wohnraum muss dort entstehen können, wo hierfür Bedarf besteht“. Aber die flexiblere Lösung stehe aus, so Lorenzen.

Der Entwicklungsrahmen lasse heute aber keinen Spielraum, angemessen auf den veränderten Bedarf – altersgerechte kleine Wohnungen, bezahlbarer Wohnraum für junge Leute, Single-Haushalte und Einwanderer – zu reagieren. Im Zuge des Baubooms seien vielerorts ältere Gebäude abgerissen und durch möglichst viele neue Wohneinheiten ersetzt worden. Die Folge: „Gleichsam wurden dadurch die Kontingente für die gemeindlich bevorzugte Bebauung mit freistehenden Einfamilienhäusern verbraucht.“

Um dieses Dilemma kurzfristig und zumindest bis zu einer grundlegenden LEP-Fortschreibung zu lösen, regen Lorenzen und Uekermann an, rückwirkend jene Wohneinheiten, die innerhalb der Ortslagen durch Rückbau oder Lückenschluss geschaffen wurden, nur zur Hälfte dem Kontingent anzurechnen. So erhalte die eine oder andere Kommune Entwicklungsmöglichkeiten. Lorenzen betont: „Ein Landesentwicklungsplan muss auch atmen können.“

Handlungsbedarf sehen die Kreispolitiker auch mit Blick auf die Entwässerungs-Situation in Niederungsgebieten, die der Landwirtschaft großen Kummer bereitet. Die CDU schlägt deshalb vor, dass sich der Umwelt- und Energieausschuss dieser Materie intensiv annimmt, Verbände anhört und dem Kreistag empfiehlt, wie wachsende Probleme für Landwirtschaft oder Wohnungsbau mit Kreis-Unterstützung in den Griff zu bekommen sind. „Das Thema gehört unbedingt in den Fokus“, betont Uekermann angesichts von Klimaveränderungen und steigendem Meeresspiegel. Ähnliches gilt für eine Bestandsaufnahme in Sachen Katastrophenschutz, die der Finanz- und Bauausschuss übernehmen soll.

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