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Förderung aus Berlin : Wohnprojekt bekommt 200.000 Euro

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Als einziges Wohnprojekt in Schleswig-Holstein erhält der Husumer Verein staTThus ministerielle Förderung aus Berlin. Jetzt soll ein Kaufvertrag mit der Stadt abgeschlossen werden. Doch es tun sich neue Probleme auf.

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erstellt am 05.Okt.2015 | 12:00 Uhr

Es wurde in den zuständigen Husumer Gremien mehr als einmal angemahnt, dass dieses Kapitel endlich abgeschlossen werden müsse. Tatsächlich zieht sich die Entscheidung, ob auf dem Gelände am Trommelberg ein Wohnprojekt errichtet werden soll, nun schon über Jahre. Da kommt eine Nachricht aus dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) gerade recht. Sollte man meinen: Auf Initiative des BMFSFJ hatten sich 200 Wohnprojekte aus ganz Deutschland an einer ministeriellen Ausschreibung beteiligt und warten seither auf Rückmeldung aus Berlin, ob sie auf einen entsprechenden Förderbescheid hoffen dürfen. Für das Husumer staTThus-Projekt hat das Warten ein Ende. Es wird Geld bekommen – als einziges Projekt in Schleswig-Holstein. Der Lohn für die Mühe: 200.000 Euro.

Das Geld will die Initiative für den Kauf des Grundstücks einsetzen und danach zeitnah mit dem Umbau der alten Pestalozzischule sowie einem Neubau im Nordosten des früheren Schulgeländes beginnen. Am Mittwoch trifft sie sich zu weiteren Gesprächen mit Bürgermeister Uwe Schmitz und Vertretern der Verwaltung. „Dann würden wir die Verhandlungen über den Kaufvertrag gern abschließen“, erklärte Vorstandsmitglied Michael Graf dazu gestern auf Anfrage unserer Zeitung. Zuvor hatte die Initiative die Fraktionsvorsitzenden und den Verwaltungs-Chef über die frohe Botschaft aus Berlin informiert. Dieses Schreiben liegt auch der Redaktion vor. Da die Planungen von staTThus soweit vorangeschritten sind, dass bereits im August nächsten Jahres mit den Bauarbeiten begonnen werden könne, seien die Fördermittel sofort abrufbar, heißt es darin. Außerdem werde staTThus zu einer Fachtagung nach Berlin reisen und sein richtungsweisendes Projekt dort noch einmal vorstellen. „Es gibt einen Lageplan für die städtebauliche Entwicklung sowie eine belastbare Kostenrechnung, und auch die Finanzierung steht“, sagt Graf.

Also alles in Butter? Ja, jedenfalls wenn die Stadt da nicht noch ein paar andere Sorgen hätte. So liegt der soziale Wohnungsbau weitgehend danieder. Die Gewoba hat neben ihrer eigenen Fläche in der Schobüller Straße zwar Optionen auf die städtischen Grundstücke der alten Iven-Agßen-Schule und der früheren Volkshochschule, aber selbst wenn sie an allen drei Standorten sofort loslegen könnte und würde, wären die ersten Wohnungen wahrscheinlich nicht vor 2017 beziehbar. Wohnungsbedarf und Wohnungsbau werden auf Antrag der Wählergemeinschaft daher auch Thema der nächsten Sitzung des Hauptausschusses am 15. Oktober sein.

In ihrer Begründung spricht die WGH ein weiteres Dilemma an, das inzwischen bunte Blüten treibt und nun – sozusagen auf der Ziellinie – auch staTThus in Mitleidenschaft ziehen könnte: die wachsende Zahl von Flüchtlingen und die offene Frage ihrer Unterbringung. Weil die Stadt selbst kaum noch Wohnungen hat, die sie zur Verfügung stellen könnte, sucht sie auch auf dem privaten Markt fieberhaft nach Lösungen. Und von außen gab es seinerzeit sogar schon Überlegungen, nach der Husum Wind die Zelte (wenn sie denn den zu erwartenden Herbststürmen standhielten) auf dem Messe-Gelände stehen zu lassen, um dort vorübergehend Flüchtlinge einzuquartieren. Auch derzeit leerstehende städtische Immobilien, die aufgegeben wurden, weil sie als nicht mehr nutzbar galten, kommen auf diese Weise wieder zu Ehren – von den städtischen Turnhallen gar nicht zu reden. Eine Diskussion, die – natürlich – auch vor der alten Pestalozzischule und dem Gelände am Trommelberg nicht halt macht. Eine Ortsbegehung hat es in dieser Sache schon gegeben. Und auch staTThus“ hat schon Bereitschaft signalisiert, in dieser Sache seinen Beitrag zu leisten – jedenfalls soweit dies sein eigenes Vorhaben nicht grundsätzlich in Frage stelle. Und mit einer Einschränkung: Auch staTThus brauche eine Perspektive. „Und das ist der Baubeginn im August 2016“, sagt Michael Graf– von den Fördermitteln gar nicht zu reden.

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