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Husumer Nachrichten

17. Dezember 2017 | 14:38 Uhr

Umfrage : Wohin reisen in Zeiten des Terrors?

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Türkei zieht auch bei Husumer Urlaubern schon wieder an, und auch Städtereisen liegen weiterhin gut im Kurs. Ausnahmen sind Paris und Istambul. Bevorzugute Reiseziele aber sind Spanien und Griechenland.

von
erstellt am 02.Aug.2017 | 13:00 Uhr

„Zuletzt waren in der Türkei in einigen Fällen Deutsche von freiheitsentziehenden Maßnahmen betroffen, deren Grund oder Dauer nicht nachvollziehbar war. [...] Personen, die aus privaten oder geschäftlichen Gründen in die Türkei reisen, wird zu erhöhter Vorsicht geraten [...].“ So steht es schwarz auf weiß in dem Reisehinweis des Auswärtigen Amts, der gerade Schlagzeilen gemacht hat. Als Reiseziel attraktiver wird das Land am Bosporus dadurch sicher nicht; die Nachfrage befindet sich tatsächlich schon länger im Sinkflug. Dies bestätigen Nachfragen in Husumer Reisebüros. Zum Teil jedenfalls, denn es gibt offenbar auch schon Hinweise auf eine Trendwende.

„Türkei läuft schon die ganze Saison schlecht“, berichtet Swantje Marchlowitz vom TUI-Reisebüro in der Kreisstadt. Grund dafür dürften Formulierungen in dem Reisehinweis wie diese sein: „Es ist keinesfalls auszuschließen, dass terroristische Gruppierungen [...] versuchen werden, Anschläge, insbesondere in den großen Metropolen, durchzuführen. Diese können sich auch gezielt gegen Ausländer richten. Reisende sollten besonders aufmerksam sein und Menschenansammlungen und Orte, an denen sich regelmäßig viele Ausländer aufhalten, möglichst meiden.“ Ausweichziele für die Nordfriesen seien in erster Linie Spanien und Griechenland. Allerdings: Türkei-Stammurlauber fliegen ihren Angaben zufolge weiterhin in die Ägäis oder ans Mittelmeer.
Simone Rumpf vom Reisebüro Grunert hat ähnliches beobachtet. „Türkei-Buchungen sind klar zurückgegangen“, Spanien und noch stärker Griechenland seien jetzt gefragt. Allerdings: „Dafür muss man tiefer in die Tasche greifen“, so ihr Hinweis zum erforderlichen Budget. Dies ist wohl auch der Grund dafür, dass auch das relativ preiswerte Bulgarien in diesem Sommer dem Vernehmen nach gut im Rennen liegt.

Seit dem Putschversuch in der Türkei im Sommer des vergangenen Jahres hat das Holidayland-Reisebüro ebenfalls einen kontinuierlichen Buchungsrückgang für dieses Ferienziel registriert. Doch Inhaber Jens Jesse hat bereits erste Anzeichen dafür ausgemacht, dass sich das bald wieder ändern könnte. Denn allmählich stellten sich Kunden ganz pragmatisch die Frage: „Tangiert mich das überhaupt?“ Dies habe wohl vor allem mit dem Preis-Leistungsverhältnis zu tun. Und dies sei in der Türkei unbestritten gut. Denn für einen Familienurlaub dort zahlt man im Schnitt 1500 Euro weniger als für eine vergleichbare Reise nach Spanien. Aus Rückmeldungen von Urlaubern weiß Jesse: „Hotel-Personal und Bevölkerung sind äußerst freundlich.“ Will heißen: Die politischen Spannungen zwischen Berlin und Ankara wirken sich nicht auf das Verhältnis zwischen Feriengästen und ihren Gastgebern aus.

Nach wie vor beliebt sind bei den Nordfriesen Städtereisen – aller Terrorgefahr zum Trotz. Auch hier macht sich ein gewisses Achselzucken breit. „Die Kunden sagen sich: Passieren kann überall etwas. Wo sollen wir sonst noch hin?“, kennt Simone Rumpf die Überlegungen der Reisenden. „Paris und Istanbul sind zwar nicht so gefragt“, weiß Swantje Marchlowitz, aber bei anderen Städten „spüren wir keine Reaktionen“. Jens Jesse berichtet sogar von einem Anstieg in diesem Segment. Er ist sich sicher, dass Angst ohnehin kaum eine Rolle bei der Entscheidung gegen ein bestimmtes Reiseziel spielt.

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