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Husumer Nachrichten

16. Dezember 2017 | 18:21 Uhr

Friedrichstadt : Wohin mit der Feuerwehr?

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Friedrichstadt sucht einen neuen Standort für das Gerätehaus. Eine Möglichkeit ist ein ehemaliges Autohaus in der Schleswiger Chaussee.

von
erstellt am 20.Dez.2016 | 13:00 Uhr

Wenn alles so läuft, wie es sich die Stadt vorstellt, dann könnte schon bald mit der Umsetzung der Pläne für ein neues Friedrichstädter Feuerwehrhaus begonnen werden. War bis vor wenigen Tagen noch ein Grundstück in unmittelbarer Nachbarschaft zur ehemaligen Eidermühle im Gespräch – dort hatte sich die Stadt das Vorkaufsrecht gesichert – rückt nun wieder das Gelände des ehemaligen Autohauses Friedrichstadt in den Fokus.

Das auch von vielen Feuerwehr-Mitgliedern favorisierte Areal in der Schleswiger Straße liegt in Nachbarschaft zur Gemeinschaftsschule. Dort wäre die Wache optimal untergebracht: Im Falle eines Einsatzes wäre die Feuerwehr schnell in der Innenstadt und im Neubaugebiet, zudem liegen auch die dänische Schule, die Grundschule sowie drei Kindergärten im Nahbereich. Der Standort neben der Eidermühle an der Straße Am Hafen hätte dagegen wesentlich längere Anfahrtswege in der Stadt bedingt.

Doch auch wenn die Wache, für die im Haushalt 2017 bereits 1,5 Millionen Euro vorgemerkt sind, realisiert wird, ein Problem bleibt bestehen: Nicht alle Gebiete der Stadt sind im Ernstfall schnell zu erreichen – wenn nämlich die Schranken des Bahnüberganges im Zuge der Bundesstraße 202 geschlossen sind. Dann kommt die Freiwillige Feuerwehr Koldenbüttel den Friedrichstädter Kollegen zu Hilfe: Deren Feuerwache liegt nur rund einen Kilometer von der Stadtgrenze entfernt.

Auch Amtswehrführer Tim Petersen kann sich das ehemalige Autohaus wegen seiner günstigen Lage durchaus als Feuerwache vorstellen. Doch auch der Standort neben der Eidermühle wäre gut gewesen, sagt er – schließlich hätte man extra Zufahrtswege zur B 202 gebaut.

Schon seit langem bemüht sich Friedrichstadt darum, die Wünsche der Stadtwehr zu erfüllen. Denn das Gerätehaus Am Eiland beherbergt zwar vier Einsatzfahrzeuge, doch reicht der Platz mittlerweile für die vielfältige technische Ausrüstung vorn und hinten nicht mehr. Offenkundig wurden diese Probleme, als vor einigen Jahren nach den neuen Sicherheitsregeln eine Absauganlage installiert werden sollte. Schließlich werden die Fahrzeuge in der Halle gestartet, und die Abgaswolken sind bekanntermaßen sehr gesundheitsschädlich. Auch die Schutzkleidung findet kaum Platz. Besonders eng wird es, wenn die Aktiven sich vor dem Einsatz in der Wache umziehen. Prekär wird die Situation zudem, wenn das neue Einsatzfahrzeug geliefert wird. Dann muss auf den Millimeter genau rangiert werden, um es überhaupt unterstellen zu können.

Anfangs wurde noch ein Umbau des Gerätehauses diskutiert. Doch wegen der hohen Kosten wurde diese Idee auch bald wieder verworfen. Schließlich einigte man sich darauf: Eine neue Feuerwache muss her.

Um nun Nägel mit Köpfen zu machen, wurde schließlich das Grundstück Am Hafen als geeignet eingestuft. Allerdings sehr zum Ärger von Eigentümer Nikolas Clausen, der in Sankt Augustin lebt. Dieser war sich bereits mit einem Käufer einig geworden. Doch dann, so beklagt sich Clausen gegenüber unserer Zeitung, habe die Stadt ihr Vorkaufsrecht reklamiert. Damit sei der eigentlich sichere Verkauf seit Frühjahr dieses Jahres blockiert.

Seit wenigen Tagen kann Clausen wieder lachen, denn die Stadt hat die Spielkarte Vorkaufsrecht wieder eingezogen, wie Bürgermeister Eggert Vogt auf Anfrage bestätigt. „Ein von uns bestellter Gutachter hat uns zu diesem Schritt geraten. Nach seiner Einschätzung haben wir wohl keine Chance, unser Vorkaufsrecht juristisch durchzusetzen.“ Der Kaufinteressent hatte nämlich mittlerweile eine Klage gegen die Stadt eingereicht, die er nun aber wieder als gegenstandslos zurückziehen kann. Ob der Verkäufer oder aber der Käufer dennoch weiter juristisch gegen die Stadt vorgehen werden, da der Grundstücksdeal länger als ein halbes Jahr blockiert worden ist, war nicht zu erfahren.

Bürgermeister Vogt spricht von einer neuen Situation, will aber nicht bestätigen, dass jetzt Gespräche mit dem Besitzer des ehemaligen Autohauses geführt werden. In der Vergangenheit sei man vom Kauf zurückgeschreckt, da niemand wisse, ob der Boden belastet sei. Mittlerweile gebe es aber eine Förderung vom Land, die mindestens 65 Prozent der Kosten bei solchen Fällen übernehmen würde.

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