Schwimmen in der Kreisstadt : Wo soll das neue Husumer Hallenbad hin?

Wo Husumer und Gäste künftig schwimmen können, steht noch nicht fest.
Wo Husumer und Gäste künftig schwimmen können, steht noch nicht fest.

Politik und Verwaltung diskutieren über Standort und Ausstattung des neuen Schwimmbades.

von
11. März 2018, 09:00 Uhr

Wo soll es stehen, was soll es bieten, wie wird es finanziert? Politik und Verwaltung beschäftigen sich intensiv mit dem geplanten Bau des neuen Hallenbades. Endgültig fest steht nichts – doch einige Ideen machen in der Storm-Stadt die Runde. So ist als Standort das Gewerbegebiet im Gespräch. Dort kauft die Stadt unter anderem neben dem Obi-Baumarkt Flächen an, auf denen auch das neue Bad entstehen könnte. Die Ausstattung soll nach jetzigem Stand üppiger ausfallen: Ein Solebecken draußen, ein Cabrio-Dach, dass das Hallenbad bei gutem Wetter in ein Freibad verwandelt, ein Hub-Boden im Lern-Becken, mit dem die Wasserhöhe verändert werden kann, Saunen und ein klassisches 25-Meter-Becken. So weit die Ideen, mit denen sich die Planungsgruppe beschäftigt.

Benn-Olaf Kretschmann, dessen Stadtwerke das Bad betreiben sollen, merkt angesichts dieser Überlegungen jedoch an: „So einfach ist das nicht, dass wir jetzt nur über Standort und Ausstattung reden können.“ Husum müsse den Bau im Zusammenhang mit dem touristischen Konzept für Husum sehen – allein schon, um Fördermittel zu erhalten. „Und solch ein touristisches Konzept existiert bisher noch gar nicht“, so der Stadtwerke-Chef.

Fördermittel zu erhalten, wäre nicht schlecht – schließlich soll der Bau rund 20 Millionen Euro kosten. Bei der Stadt hofft man, dass die Hälfte der Kosten eingeworben werden kann. Teuer genug wird der Neubau mit jährlichen Unterhaltungskosten von mehr als einer Million Euro ohnehin noch.

Dass die Ausstattung des Bads von der möglichen Förderkulisse abhängig ist, wissen auch die Fraktionen der Stadt-Politik: Die kann zum Beispiel für eine eher auf den Tourismus ausgelegte Therme deutlich anders aussehen als für ein Sportbad.

Welche Bad-Ausstattung für Fördermittel sinnvoll wäre, kläre die Stadt in Kiel, sagt SPD-Fraktionschef Horst Bauer. Für Ende 2018 hofft er in dieser Sache auf Klarheit. Für den Bau peilt er 2020/21 an. Viel früher, nämlich schon vor Ostern, sieht er eine Einigung über den Standort. Und dazu haben die Parteien durchaus unterschiedliche Vorstellungen: Während sich SPD und CDU mit dem Gewerbegebiet durchaus anfreunden könnten, wollen Wählergemeinschaft (WGH), Grüne und SSW auch noch andere Optionen im Rennen sehen. So favorisiert die WGH den jetzigen Porrenkoog-Parkplatz: Die Lage sei nicht nur touristisch ansprechend, durch die geplante Verlegung des Bahnübergangs sei die Anbindung an den Verkehr dort künftig auch ideal, so Wolfgang Stemke. Auch Peter Knöfler fände den Porrenkoog reizvoll – der SSW-Politiker weist aber darauf hin, dass das Bauamt diesen Platz für ungeeignet hält. Das solle noch einmal gründlich geprüft werden, findet wiederum Stemke. Frank Hofeditz (Grüne) hält auch das freie Gelände hinter den Stadtwerken für eine Option, die beleuchtet werden sollte. Nach derzeitigem Stand sollen weitere Debatten unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden, heißt es aus der Politik.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen