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Husumer Nachrichten

23. Oktober 2017 | 06:56 Uhr

Auszeichnung : Wo sich Mitarbeiter wohlfühlen

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Husumer Firma Georg C. hat das Top-Job-Siegel erhalten. Damit gehört sie zu den am besten geführten Unternehmen im deutschen Mittelstand.

Wenn jemand noch im Ruhestand über seinen ehemaligen Brötchengeber in der Wir-Form spricht, zeugt das von einer besonderen Verbundenheit. Von einer innigen Beziehung, die irgendwo auch ihren Grund haben muss. Wie wäre es denn mit einem Wohlfühlklima, getragen von einer ebenso starken wie motivierten Belegschaft, die sich durch Hilfsbereitschaft, Kontaktfreudigkeit und Zuverlässigkeit auszeichnet? „Georg C. ist mein Leben gewesen“, sagt Marion Petersen, jene eingangs erwähnte Mitarbeiterin, die trotz ihres Abgangs Ende Juni dem Unternehmen in ihrem Herzen weiterhin als Prokuristin die Stange hält. „Kein Abschied – eher Urlaub für immer“, sagt die 61-Jährige lachend und begrüßt beim Rundgang übers Firmengelände jeden ehemaligen Kollegen als wäre sie nie weggegangen.

In der Tat: Nicht nur dank Marion Petersen, die auf stolze 46 Jahre Betriebszugehörigkeit zurückblicken kann, herrscht im Marienhofweg 133-135 eine besondere Atmosphäre. Das haben Geschäftsführer Jan Friedrich Dehn (44) und seine Mannen jetzt schriftlich: Der seit 150 Jahren am Markt vertretene Fachgroßhändler, dessen breites Sortiment von Haus- und Energietechnik über Bäder, Werkzeuge und Maschinen sowie Stahl bis hin zu Fahrrädern reicht, zählt neuerdings offiziell zu den besten Arbeitgebern im deutschen Mittelstand. So darf Georg C. als einziges schleswig-holsteinisches Unternehmen der Größenordnung „101 bis 500 Mitarbeiter“ das Top-Job-Siegel tragen, das für eine ausgezeichnete Personalpolitik steht. „Seit 2004 haben wir uns intensiv dem Thema Unternehmensfitness gewidmet und ein Leitbild entwickelt, das seither aktiv gelebt wird“, erklärt der Firmenchef. „Damit haben wir das, was uns schon immer am Herzen lag, in den Fokus gestellt – eine mitarbeiterfreundliche, motivierende Kultur, in der die Mannschaftsleistung zählt“, so Dehn, Herr über mehr als 200 Mitarbeiter in Flensburg, Schleswig, Heide und Husum, wo rund 130 Leute beschäftigt sind. Demnächst soll in Niebüll die fünfte Niederlassung eröffnet werden.

Hinter der Auszeichnung „Top Job“ steht die Firma Compamedia mit Sitz im baden-württembergischen Überlingen am Bodensee. Der selbsternannte „Mentor der besten Mittelständler“ befragt das Personalwesen und die Mitarbeiter des auf dem Prüfstand stehenden Unternehmens über ein Institut der Universität
St. Gallen, wo auch die Auswertung erfolgt. Die Schweizer Wissenschaftler analysieren, was der Arbeitgeber für seine Belegschaft tut, erfassen statistische Daten und Kennzahlen sowie Maßnahmen, Programme und Konzepte. Die Mitarbeiter werden online und anonym befragt – etwa nach dem Grad der Zufriedenheit mit ihrer Arbeit, oder ob ihnen passende Perspektiven geboten werden. Bei Georg C. füllten ganze 140 Mitarbeiter per Zufallsprinzip generierte Fragebögen aus.

Einer von ihnen: Marcel Peters, Auszubildender im dritten Lehrjahr, zurzeit beschäftigt
im Verkauf der Abteilung Haustechnik. Der 18-Jährige aus Koldenbüttel schnupperte erst einmal als freiwilliger Praktikant in den Laden hinein. „Nach zwei Wochen führte ich bereits ein Gespräch mit Frau Petersen und bekam eine Super-Rückmeldung von der Firma.“ Und kurz darauf flatterte ihm per Post schon ein schriftliches Ausbildungs-Angebot ins Haus. „Das Betriebsklima ist toll, hier arbeitet jeder für jeden“, freut sich der angehende Groß- und Außenhandelskaufmann. Die derzeit 25 Azubis in allen Standorten träfen sich sogar in ihrer Freizeit.

Eine gute und transparente Kommunikation – das ist das Herzstück in dem altehrwürdigen Betrieb, der seinen Ursprung im Vertrieb von Eisenwaren hat. Via Intranet, Mitarbeiterzeitung, Schwarzen Brettern und regelmäßigen Betriebsversammlungen werden alle über alles auf dem Laufenden gehalten. Für nachhaltige Qualifizierung, Zufriedenheit und Wertschätzung sorgen zudem Schulungen und Weiterbildungen. „Es gibt sogar einen Pokal für die beste Idee des Jahres“, sagt Marion Lorenzen, Assistentin der Geschäftsleitung. Die 37-Jährige hatte selbst einen preisverdächtigen Geistesblitz: „Alle Mitarbeiter können sich Jahresziele setzen – meines war 2013, uns das Top-Job-Siegel zu holen.“

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