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Musikantenbörse Garding : Wo Musikfans auf ihre Kosten kommen

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Auch nach 18 Jahren ist die Gardinger Musikantenbörse an jedem Dienstag ein Publikumsmagnet – egal, wie das Wetter ist. Am Dienstag, 11. August, ist der sechste Termin, sieben Bands stehen dann auf der Bühne.

Es ist Dienstag, 14 Uhr. Rainer Martens, Chef des gemeinnützigen Vereins „Musik für Garding“ ist dabei, mit seinem Vorstandsteam letzte organisatorische Einzelheiten für die Musikantenbörse zu besprechen. Neueste Unwetterwarnungen wecken Erinnerungen an die Woche davor. Da konnten die Outdoor-Bühnen wegen heftiger Gewitter gar nicht erst aufgebaut werden. Einigen Musikern musste deshalb abgesagt werden, denn so viele Ausweichmöglichkeiten drinnen gab es zumindest auf die Schnelle nicht.

Von der für diesen Abend angekündigten Schlechtwetterfront lassen sich Martens und sein Team nicht beeindrucken. „Wir ziehen das heute durch“, beschließt die Crew einmütig. Nach dem Motto „the same procedere as every Tuesday“ werden gegen 16 Uhr die Bühnen aufgebaut. Kurz vor 18 Uhr rücken die Musiker und die Standbetreiber für Essen und Getränke an. Nun noch die Schilder für den Innenstadtbereich aufgestellt, und das Event kann starten. Tatsächlich ziehen auf einmal dunkle Wolken auf. Es beginnt zu regnen. „Ein echter Landregen“, stellt Andreas Daniel fest, einer der für die Technik zuständig ist.

Kurz vor 19 Uhr kommen etwas zögerlich, meist mit Regenjacken und -schirmen bewaffnet, die ersten Gäste. „Das wird heute nicht voll“, unkt Geschäftsmann und Anlieger Wolfgang Oppermann. „Uns macht das Wetter nichts aus. Wir wollen gute Musik hören und Spaß haben“, sagen die Stuttgarter Maria und Wolfgang Seelig. Auf der Bühne vor dem „Lütt Matten“ macht sich das Duo Vilou aus Garding bereit. Sie wollen ihr Publikum mit ruhiger Lounge-Musik verzaubern, bevor die Gitarrenvirtuosen Kugler & Waloschik mit ausgefeilter Musik und sinnigen Texten auftreten. Gut gelaunt begrüßt Rainer Martens: „Wir lassen uns die Stimmung nicht madig machen. Viel Spaß euch.“ Er sei froh, dass dank vieler freiwilliger Helfer und der Toleranz der betroffenen Anwohner die Musikantenbörse zum Selbstgänger geworden ist. Immer wird im Sommer acht Wochen lang jeden Dienstag in der Innenstadt gerockt. „Das läuft auch heute wieder wie geschmiert“, freut er sich. Der Vorhersage Oppermanns zum Trotz erstürmen immer mehr Besucher die Straßen und sammeln sich vor den fünf Bühnen, unter ihnen viele langjährige Fans. Reger Gedankenaustausch bei einem Feierabendbier steht bei vielen neben der Musik an. „Ich bin fast jedes Mal dabei. Ich genieße die vielfältigen Musikangebote“, berichtet Erich Jacobsen aus Breklum. Meist ziehe er von Ort zu Ort und höre sich alles an. Heute Abend habe er besonders die Band The Dandys im Visier. Er liebe die Musik der sechziger Jahre. So wie er machen sich viele auf zum Hopfenmarkt, wo die Gruppe spielt. Schon nach den ersten Tönen wird klar, dass sie den Beat drauf haben.

Aber auch auf der Kontor-Bühne geht es heiß her. Die Gruppe Pay Pandora heizt mächtig mit hartem, alternativen Rock ein. Ein Heimspiel hat die Band namens Gitarrenhalsüberkopf um die Sängerin Cathi Froese. Sie ist Jugendvertreterin im Vorstand des Vereins und punktet mit ihrer Gruppe durch „Gute-Laune-Musik“ im Alten Rathaus. Inzwischen ist es 20.30 Uhr. Der Regen hat aufgehört. Ein kleiner heller Schimmer über der Kirche kündet trockene Stunden an. Die Offene Bühne wird zu später Stunde immer mehr zum Anziehungspunkt. Die Nachwuchsgruppe Rückkopplung bringt die Menschen mit Cover-Rock zum Tanzen. Zuvor hat sich das Tönninger Duo In2parts, früher Juviolia, in die Herzen der Zuhörer gesungen.

Am Dienstag (11.) startet das Musikevent in die sechste Runde. Dazu haben die Akteure die zehn in Garding wohnenden syrischen Flüchtlinge eingeladen. Ein Gardinger, der Arabisch spricht, wird sich um sie kümmern. Ab 19 Uhr spielen Lutz Drenkwitz (Lütt Matten), Mrs. Volbridge (Hopfenmarkt), Vio&The Lounatics (Dat Kontor), Duo Waldemar (Altes Rathaus), ab 21 Uhr Jawu (Lütt Matten), Fools&Kings (Hopfenmarkt), Matten Zwei (Dat Kontor).

Weitere zwei Abende folgen, bevor es im kommenden Jahr in die 19. Saison geht. „Das Programm steht schon fast“, sagt Martens. Angefangen hat übrigens alles vor 18 Jahren. Aus dem ersten Gedanken, eine Sommermeile vor der Musikantenkneipe zu machen, sei die Idee von Knut Kiesewetter gefolgt, die Börse zu installieren. Der Begriff spiele auf Musiker an, die früher beim Arbeitsamt Schlange gestanden haben, um für ihr Engagement vorzuspielen. Weitere Informationen unter: www.musik-fuer-garding.de.


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