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Husumer Nachrichten

19. Oktober 2017 | 02:12 Uhr

Kurt-Pohle-Kita : Wo Kinder mitbestimmen

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Husumer Kurt-Pohle-Kita hat den zweiten Preis im Bundeswettbewerb um die beste Umsetzung der Partizipation gewonnen. Auch über die Verwendung des Preisgeldes entscheiden die Kleinen.

von
erstellt am 31.Okt.2014 | 15:30 Uhr

Bundesweit als zweitbeste Kindertagesstätte ausgezeichnet zu werden, ist schon eine beeindruckende Leistung. Entsprechend stolz sind Anke Petersen, die Leiterin des Kurt-Pohle-Kindergartens, und ihre Vertreterin Astrid Lorenzen auf den Kita-Star in Silber, den sie auf dem Zukunftskongress für Bildung und Betreuung „Invest in Future“ in Stuttgart entgegennehmen konnten. Unter dem Motto „Mitbestimmen, mitgestalten“ hatte die element-i-Bildungsstiftung den Innovationspreis für diejenigen Kitas ausgelobt, die die überzeugendste Praxis bei der Partizipation des betreuten Nachwuchses vorweisen konnten. Und da wurde die Kurt-Pohle-Kita nur noch von der Kita Zwergenland in Neumünster geschlagen. Womit erster und zweiter Sieger sowohl beide aus Schleswig-Holstein kommen aus auch in Trägerschaft der Arbeiterwohlfahrt sind.

„Im Frühjahr sind alle Kitas in Deutschland angeschrieben und zur Teilnahme aufgerufen worden“, erzählt Anke Petersen. „Insgesamt 70 haben sich beworben.“ Aus diesen seien ein Dutzend in die engere Wahl gekommen. „Zwei Fachleute der Stiftung haben uns dann Ende August besucht und sich einen ganzen Tag lang angesehen, wie unsere Kinder hier an Entscheidungsprozessen beteiligt werden und die Partizipation im Alltag unserer Einrichtung gelebt wird.“

100 Kinder von null bis sechs Jahren werden in der Kurt-Pohle-Kita montags bis freitags von 6.45 bis 17 Uhr betreut. Der Leiterin zur Seite stehen dabei 14 pädagogische Mitarbeiter, die in Voll- oder Teilzeit arbeiten, sechs Service-Kräfte und eine Anzahl externer Hilfen. „Das ist von der Größe her ein mittelständisches Familienunternehmen“, sagt Anke Petersen.

Seit 1967 existiert der Kindergarten, 2011 kam die Krippe dazu. Es gibt Räume zur Bewegung, zur Entspannung, zum Essen und zum Ruhen, für Rollen- und Brettspiele sowie eine Außenfläche von 2500 Quadratmetern mit Spielgeräten und Werkschuppen. „Wir sind der größte Kindergarten hier in Husum, wobei unser Einzugsbereich auch über die Stadtgrenzen hinausreicht.“

Dass sich das Thema Partizipation wie ein Leitmotiv durch die Kita zieht, ist unübersehbar: In allen Funktionsräumen hängen Plakate mit den Grundrechten der Kinder, Papiere mit Ergebnissen von Gruppenkonferenzen und die Protokolle von Rats-Sitzungen gut sichtbar für Groß und Klein aus – ergänzt durch Bilder, damit sie auch ohne Lesen verständlich sind. „Die Kinder kennen ihre Rechte und machen im Bedarfsfall darauf aufmerksam. Sie wissen, wie Entscheidungen zustande kommen, wie sie sich daran beteiligen und wie sie eigene Themen in den Entscheidungsprozess einbringen können. Die pädagogischen Fachkräfte haben eine partizipative Haltung verinnerlicht, die ihren Umgang mit den Jungen und Mädchen prägt“, schrieb die Jury denn auch in ihre Preisbegründung.

Zwei Beispiele: Als eine Neugestaltung der Räume anstand, fertigten die Kinder Modelle aus Kartons an, mit denen sie ihre Ideen für die jeweilige Raumnutzung darstellten. Am Ende wurde über die verschiedenen Vorschläge abgestimmt – und so gebaut, wie die Kinder es haben wollten. „Auch das tägliche Essen lassen wir von den Kindern bewerten“, erzählt Anke Petersen. „Ist ein Gericht zwei Mal durchgefallen, wird es gestrichen.“

Die 1000 Euro Preisgeld, die mit dem Kita-Star in Silber verbunden sind, werden ebenfalls von den Kindern verplant. „Die wollen neue Geräte für den Bewegungs-Multifunktionsraum haben“, sagt die Leiterin lächelnd. „Und für die Bestellung werden jetzt schon kräftig Kataloge gewälzt.“

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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