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Training für Biker : Wo fette Mopeds handzahm werden

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Zum vorletzten Sicherheitstraining mit Polizei und Fahrschule kamen 38 Biker in die Stapelholm-Kaserne nach Seeth. Die Traditionsveranstaltung wird 2015 noch einmal stattfinden, dann gibt es für diese Präventionsarbeit kein Geld mehr.

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erstellt am 04.Mai.2014 | 12:00 Uhr

Beliebt ist es seit 14 Jahren, das Biker-Sicherheitstraining in der Stapelholmkaserne in Seeth. Motorradfahrer aus ganz Schleswig-Holstein treffen sich dort immer am 1. Mai, um nach einem gemeinsamen Frühstück auf dem Kasernengelände zu trainieren. Organisiert wird der „Bikertreff mit der Polizei“ von Anfang an von Polizeikommissar Hartmut Hilbig.

Die Anmeldeliste ist immer viel länger als Plätze zur Verfügung stehen, denn es hat sich herumgesprochen, dass es eine Veranstaltung ist, bei der man viel für seine eigene Sicherheit lernen kann. Zudem kommen die Biker mit anderen Zweiradfreunden ins Gespräch, können Erfahrungen austauschen und sich gegenseitig Tipps geben. In der Stapelholmkaserne trainierten diesmal 38 Fahrer, die teilweise auch Beifahrer mitgebracht hatten. Dem Frühstück folgte ein Programm, bei dem die Polizeibeamten Silke Kurtz, Claus Carstens und Michael Trittmaack ebenso wertvolle Hinweise gegeben haben, wie Fahrlehrer Uwe Stotz von der Friedrichstädter Fahrschule Rosi Piw. Auch Rettungsassistent Torsten Barge und seine Kollegen von der Johanniter-Unfall-Hilfe aus Schleswig waren dabei und gaben Tipps.

Aufgeteilt in vier Gruppen absolvierten die Motorradfahrer ein abwechslungsreiches Training, vom Slalomfahren über Brems- bis hin zu Geschicklichkeitsübungen. Anschließend ging es bei strahlenden Sonnenschein, also bestem Bikerwetter, abgesichert durch mehrere Polizeimotorräder auf Schleswig-Holstein-Tour. Ein Ziel des Zweiradkonvois war unter anderem die neue Leitstelle Nord in Flensburg-Harrislee. Beendet wurde der Tag mit einem Grillfest in Friedrichstadt bei der Stadtfeuerwehr.

Getrübt wurde die gute Stimmung ein wenig, denn im nächsten Jahr soll das letzte Treffen stattfinden. Das Innenministerium hat die Mittel dafür gestrichen. Unverständnis bei den Polizisten in der Stapelholm-Kaserne, denn schließlich werde hier Präventionsarbeit geleistet. Wann sonst, fragen sie, erreiche man unmittelbar so viele Motorradfahrer, die freiwillig zur Polizei kommen.

Denn Motorradfahren ist nicht ganz ungefährlich, wie auch die polizeiliche Statistik für das vergangen Jahr zeigt. Jeder neunte Verletzte in Schleswig-Holstein war an einem Unfall mit einem motorisierten Zweirad beteiligt, jeder fünfte Tote war Fahrer eines Zweirads. In der nüchternen Statistik heißt es unter anderem: Die Anzahl der Verkehrsunfälle unter der Beteiligung motorisierter Zweiradfahrer veränderte sich mit 1603 (- 10) kaum. Bei den 1631 Verletzten (+ 6) gab es ebenfalls keine signifikante Veränderung zum Vorjahr. Die Anzahl der Getöteten ist um fünf auf 20 deutlich zurückgegangen. 8,5 Prozent aller von der Polizei aufgenommenen Verkehrsunfälle ereigneten sich unter Beteiligung motorisierter Zweiräder. Ihr Anteil an den Verletzten betrug jedoch 10,5 Prozent und an den Getöteten 19,2 Prozent. Auch die Zahl der bei Motorradunfällen Getöteten sank – in Schleswig-Holstein um 14,3 Prozent. Aber auch hier stieg die Zahl der Unfälle mit Verletzten im Vergleich zum Vorjahr an – wenn auch nur um zwei Prozent auf 914.

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