Husumer Unternehmen : WM-Spiele live ansehen: Kein Eigentor am Arbeitsplatz

Auch wenn nebenher Dienstliches erledigt wird: Ohne Genehmigung ist das Verfolgen der WM nicht anzuraten.
Auch wenn nebenher Dienstliches erledigt wird: Ohne Genehmigung ist das Verfolgen der WM nicht anzuraten.

Fußballweltmeisterschaft verfolgen während der Bürostunden? Das muss mit dem Chef abgeklärt werden. Wir haben Firmen in Husum befragt, wie sie damit umgehen.

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07. Juni 2018, 08:00 Uhr

Husum | Die Fußball-Weltmeisterschaft naht – und mit ihr dasselbe Problem, das Arbeitnehmer jedes Mal wieder einholt, wenn die WM in unseren Breiten stattfindet: Wie kann ich Arbeit und Spiele unter einen Hut bringen? Denn obwohl Moskau in einer Zeitzone liegt, die eine Stunde weiter ist als die deutsche Sommerzeit, gibt es immer noch genug Begegnungen, die genau in die Kernarbeitszeit der meisten Arbeiter und Angestellten fallen.

Doch Fußballgucken ist nun mal ein Privatvergnügen. „Die WM während der Arbeit zu verfolgen, ist ein abmahnfähiger Tatbestand“, sagt Rechtsanwalt Sven Bethune. Das gelte sowohl für einen firmeneigenen oder dienstlichen Computer als auch für den möglicherweise mitgebrachten eigenen Laptop oder Fernseher. „Es geht um die Arbeitszeit, die verloren wird.“ Allerdings werde wohl kaum ein Arbeitgeber ohne Vorwarnung zu einer derart drakonischen Maßnahme greifen. Dennoch: Um auf der sicheren Seite zu sein, sollte ein Arbeitnehmer seinen Chef vorher fragen, was er zulässt und was nicht. „Es kommt immer auf das Betriebsklima an. Und vielleicht ist der Chef ja selber ein großer Fußball-Fan.“

Husumer Unternehmen gehen mit dem WM-Fieber unterschiedlich um

Wie Jörg Dawartz, Geschäftsführer des Auto-Zentrums Dawartz. „Am 27. Juni spielt Deutschland um 16 Uhr gegen Südkorea“, weiß er. „Und da sorge ich dafür, dass auch die Mitarbeiter das Match gucken können.“ Das würde auch Jörg Falkenberg so machen, der Geschäftsführer der Fahrzeuglackiererei Die Lackprofis, wenn denn Bedarf da wäre. „Dann würde ich einen Fernseher in der Werkstatt aufstellen.“ Aber: „Wir sind hier alle keine so großen Fußballfans.“

Die gegenteilige Linie vertritt Henning Johannsen von der Steuerberatungsgesellschaft Petersen, Jensen, Johannsen: „Im Betrieb geht das nicht. Wer unbedingt Fußball sehen will, muss Überstunden abbummeln und nach Hause fahren.“ Ähnlich wird es auch bei den Stadtwerken ablaufen, wenn auch aus anderen Gründen. „Ich habe mir mal die Termine angeguckt und es gibt nur ganz wenig Probleme“, ist sich Stadtwerke-Chef Benn Olaf Kretschmann sicher. „Die meisten interessanten Spiele finden zu Zeiten statt , die bequem erreichbar sind.“ Die einzelnen Teams würden sich absprechen und diejenigen Mitarbeiter, die ein Match zu Hause verfolgen wollen, ihr Gleitzeit-Konto ausnutzen. „Das läuft bei uns ganz unspektakulär.“

Spektakulärer wird es dafür beim Baubedarf-Großhändler Würth: „Wir werden unsere Kunden am 27. Juni zum Public Viewing in unserem Lager einladen, da gibt es dann Snacks und kalte Getränke“, sagt Niederlassungsleiter Sven Lehrmann. Und natürlich dürften auch die Mitarbeiter mit dabei sein. „Die wechseln sich dann vorne im Verkaufsraum einfach gegenseitig ab.“

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