Geplanter B5-Ausbau : Wirtschaft legt Geld aus

Ortsumgehung zwischen Hattstedt und Bredstedt.
Ortsumgehung zwischen Hattstedt und Bredstedt.

Der Verein Infrastruktur Vestkysten/Westküste will die Planungskosten für den Streckenabschnitt zwischen Hattstedt und Bredstedt vorfinanzieren. Rund 660.000 Euro sind veranschlagt worden.

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08. März 2014, 07:00 Uhr

Mehr als 660.000 Euro will der Verein Infrastruktur Vestkysten/Westküste in die Hand nehmen, um den Ausbau der Bundesstraße 5 voranzutreiben – einen entsprechenden Beschluss trafen die Mitglieder in ihrer Jahresversammlung.

Dreistreifigkeit, Ortsumgehungen und Brückenbauwerke auf der einen, Meinungs- und Politikwechsel auf der anderen Seite. Vorsitzender Rickmer Johannes Topf ging in seinem Bericht auf zahlreiche Initiativen, Gespräche und Vorhaben ein, die ihn und den Verein im zurückliegendem Jahr beschäftigt hatten. Zwar sei in der öffentlichen Diskussion teilweise viel Aufmerksamkeit erzeugt , aber von Seiten der Politik ebenso viel Wasser in den Wein geschüttet worden. Zudem könne der Ausbau der B 5 nach dem „A 20-Urteil“ zur klassischen Hängepartie werden, sollten die zu Grunde liegenden Potenzialanalysen nicht zugelassen werden, warnte Topf. Allerdings wertete er das Interesse von Verkehrsminister Reinhard Meyer (SPD) für die Aktivitäten des Infrastrukturvereins als durchaus positiv. „Er schätzt unsere Arbeit.“ Zudem habe der Minister signalisiert, die vom Infrastrukturverein angebotene finanzielle Beteiligung an Planungskosten in Anspruch zu nehmen. „Wenn sich das Land auf unser Projekt einlässt, wächst der Druck“, schätzt Topf die Lage ein. Dies sei umso wichtiger zu bewerten, da in der Prioritätenliste der Landesregierung die Projekte A 7, A 20 und auch die Fehmarnbelt-Querung noch vor der B 5 stünden.

Nicht zuletzt deswegen legt der deutsch-dänische Verein jetzt nach: Die Mitglieder möchten dem Landesbetrieb Straßenbau die finanziellen Mittel zur Honorierung von Planungskosten für den Straßenabschnitt zwischen den Gemeinden Hattstedt und Breklum vorfinanzieren. Rund 665.000 Euro will der Verein zur Verfügung stellen und damit zugleich Fakten schaffen, um die Planungen voranzutreiben. Nach Baubeginn soll die Straßenbauverwaltung die Gesamtsumme wieder erstatten. Einziger Haken: Wird mit dem Bau nicht innerhalb der nächsten zehn Jahren ernsthaft begonnen werden, ist das Geld weg. „Wir müssen einen Pflock einschlagen, damit gebaut wird“, forderte der Vorsitzende seine Mitstreiter auf. Das Risiko sei geringer, als die Chance, ist Topf überzeugt. „Es lohnt sich, für unsere Region in den Kampf zu gehen“, betonte auch der Husumer Geschäftsmann Peter Cohrs und stimmte – wie die übrigen Anwesenden – für die Vereinbarung zwischen dem Land und dem Infrastruktur-Verein.

Die Wahlen ergaben folgendes Ergebnis: Vorsitzender Rickmer Johannes Topf (Topf Baubeschläge, Husum), 2. Vorsitzender Wilfried Bockholt (Bürgermeister Niebüll) sowie die Beisitzer Martina Hummel-Manzau (Egeb-Wirtschaftsförderung Dithmarschen), Ralf Heßmann (Amtsvorsteher Nordsee-Treene), Lars Rütter (Tønder Kommune) und Ingwer Christophersen (Kreishandwerksmeister Südtondern).

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