zur Navigation springen

Wichtiger Standortfaktor : Wirtschaft kämpft für Gymnasium

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Interessengemeinschaft zum Erhalt der Nordseeschule in St. Peter-Ording protestiert beim Ministerpräsidenten gegen die Einführung der Tönninger Oberstufe. In einem Schreiben weisen die Kaufleute und Gastronomen auf die wirtschaftliche Bedeutung des Gymnasiums hin.

Not macht erfinderisch. So dramatisch möchte Karsten Johst das Engagement der neuen Interessengemeinschaft „Wirtschaft pro Nordseeschule St. Peter-Ording“ zwar nicht dargestellt wissen, er zeigt sich dennoch kämpferisch. Schließlich geht es dem Kaufmann aus St. Peter-Ording um die Attraktivität seines Wohn- und Arbeitsorts. Diese sieht Johst mit der Einrichtung einer Oberstufe an der Gemeinschaftsschule Tönning allerdings gefährdet. Schließlich gibt es in St. Peter-Ording seit mehr als 60 Jahren ein Gymnasium. Durch den Konkurrenten könnte dessen Fortbestand in Zeiten sinkender Schülerzahlen aber in Gefahr sei. In einem Schreiben an Ministerpräsident Torsten Albig sowie an Bildungsministerin Waltraud Wende, Innenminister Andreas Breitner und Wirtschaftsminister Reinhard Meier verdeutlichen Johst und seine Mitstreiter die negativen strukturellen und wirtschaftlichen Auswirkungen einer möglichen Schulschließung.

„Niemand hat damit gerechnet, dass es wirklich passiert“, betont Johst, dass die gymnasiale Oberstufe in Tönning vom Bildungsministerium genehmigt wurde und die zum nächsten Schuljahr eingerichtet wird, „obwohl der Kreis Nordfriesland und der Schulverband sich dagegen ausgesprochen haben“, sagt Johst, der zu den Initiatoren des Netzwerks gehört. „Wir halten für die Region St. Peter-Ording/Garding eine starke Schule für extrem wichtig.“ Er holte deshalb Anfang März Vertreter der Dehoga, der Interessengemeinschaft Dorf, der fünf Kliniken am Ort und des Gardinger Gewerbevereins an einen Tisch, um die Interessengemeinschaft ins Leben zu rufen.

Der Ansatz: Rund 2300 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte gehen in St. Peter-Ording ihrer Arbeit nach. Hinzu kommen zahlreiche Selbstständige und Beamte sowie eine große Zahl geringfügig Beschäftigter. „Die Arbeitnehmer, die flexibel im Hinblick auf Wohn- und Arbeitsort sind, entscheiden sich für das beste Angebot und Gesamtkonzept“, sagt Torben Walluks. Für den kaufmännischen Leiter der Klinik Nordfriesland ist ein breites Angebot von Krippenplätzen, Kitas und Schulen im Nordseebad ein Standortvorteil.

Diesen Vorteil sieht die Wirtschaftsinitiative durch die Einrichtung der Oberstufe in Tönning aber gefährdet. „Es ist unumstritten, dass die Nordseeschule zu den Verlusten an Schülern im Zuge des demographischen Wandels weitere Schüler verlieren wird“, heißt es dazu in dem Schreiben. Die Initiative geht sogar noch einen Schritt weiter: „Auch ohne Oberstufe in Tönning ist aufgrund der Geburtenzahlen auf Eiderstedt klar, dass das Nordseegymnasium nur mit Zugängen aus dem benachbarten Nordsee-Internat die Zweizügigkeit halten kann.“ Mit dem Konkurrenzangebot in Tönning, so die Initiative weiter, werde die Schülerzahl pro Jahrgang am Nordseegymnasium unter 50 sinken. Johst und seine Mitgstreiter gehen auch davon aus, dass der befürchtete Prozess an Dynamik sogar noch zunehmen wird. Dann nämlich, wenn die Abwanderungen zu den Husumer Gymnasien steigen werden, weil diese bessere Angebote vorhalten können.

Um den Standort attraktiv und konkurrenzfähig zu halten, hat sich die Wirtschaftsinitiative auf ihre Fahnen geschrieben, die Schule zu unterstützen. Nicht weniger als 60 Betriebe mit rund 1400 Mitarbeitern haben spontan ihre Bereitschaft erklärt, künftig pro Nordseeschule zu agieren – ob mit Ausbildungs- und Praktikumsplätzen oder finanzieller Unterstützung, um eine hochwertige Ausstattung mit Lehrmitteln und Unterrichtsmaterialien oder um eine kostenlose, effektivere Schülerbeförderung zu ermöglichen.

Betriebe und Institutionen, die die Interessengemeinschaft Wirtschaft pro Nordseeschule St. Peter-Ording unterstützen möchten, wenden sich an den Vorsitzenden des Gewerbevereins Garding Serge Hatzenbühler (serge.hatzenbuehler@t-online.de) und an Karsten Johst (zentralmarkt-johst@t-online.de).

zur Startseite

von
erstellt am 11.Mai.2014 | 09:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen