Husum : Wird aus einer alten Schule ein modernes Wohnprojekt?

Die Wohnprojekt-Gruppe möchte das alte Schulgebäude gern erhalten. Foto: Bandixen
Die Wohnprojekt-Gruppe möchte das alte Schulgebäude gern erhalten. Foto: Bandixen

Umwelt- und Planungsausschuss bringt Ideenwettbewerb für Gelände am Trommelberg auf den Weg

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15. Oktober 2011, 07:40 Uhr

Husum | Was wird aus dem Gebäude am Trommelberg, wenn die Förderschüler im Sommer 2012 in die Rektor-Siemonsen-Schule umziehen? Zur Nachnutzung der Pestalozzischule gibt es erste Vorstellungen für ein generationenübergreifendes Wohnprojekt. Um diese Ideen zu konkretisieren, sollen drei ausgewählte Planungsbüros für ein Bearbeitungshonorar von jeweils 6000 Euro Entwürfe erarbeiten. Dieses Gutachterverfahren brachte der Umwelt- und Planungsausschuss in seiner jüngsten Sitzung im Rathaus auf den Weg.

Die günstige zentrale Lage und eine entsprechende Umgebung legen, wie Rudolf Hölscher im Ratssaal erklärte, "eine Entwicklung des Areals zur Wohnbebauung nahe". Der Bauamtsleiter sprach in diesem Zusammenhang von einer nutzer- und altersneutralen Struktur - "vom Eigentum bis zur Miete, von der kleinen barrierefreien bis zur familientauglichen Wohnung". Das in Auftrag zu gebende Verfahren verfolge zwei Ziele: Erhaltung des Schulgebäudes und Suche nach Alternativen bis hin zu einem Abriss mit anschließender Überplanung des dann frei werdenden Geländes. Wobei erstgenannte Variante deutlich zu bevorzugen sei.

Hier kommt die "Wohngruppen-Initiative Trommelberg" ins Spiel. Die ist seit rund zwei Jahren auf der Suche nach einer geeigneten Liegenschaft, um ein modellhaftes Wohnprojekt in der von Hölscher angedeuteten Richtung zu realisieren. Die ambitionierte Idee - das hat eine Vielzahl von Gesprächen unter anderem mit Fraktionen und der Verwaltung gezeigt - wird allgemein als "wünschenswerte Bereicherung des Wohnraum-Angebots" in der Stadt angesehen. Man wolle denn auch, so der Bauamts-Chef, die Belange der Initiative in die Überlegungen einbeziehen, "aber auch marktneutral vorgehen". Ob das nicht auch nur zwei statt drei Büros leisten könnten, wollte Rüdiger Hartwigsen von der Wählergemeinschaft Husum unter Hinweis auf das Loch im Haushalt wissen. "Drei Entwürfe garantieren eine gewisse Spannbreite", entgegnete Hölscher.

Das macht durchaus Sinn, denn schließlich sollen mit den Ergebnissen nicht nur weitere Mitstreiter für die Wohngruppe geworben, sondern auch potenzielle Investoren, Bauträger oder Grundstückskäufer angesprochen werden. Im Schaufenster steht ein Gebäude, das in drei Abschnitten zwischen 1950 und 1954 als Massivbau mit rotem Ziegelmauerwerk errichtet wurde. Der lang gestreckte Baukörper wird durch den Quergiebel des Eingangsbereichs mit Pausenhalle und Konferenzraum akzentuiert. Das Gelände ist rund zwei Hektar groß - der Gebäudebestand umfasst eine Nutzfläche von etwa 2000 Quadratmetern und circa 11 200 Kubikmeter umbauten Raum. In der Pestalozzischule befinden sich zwölf jeweils knapp 60 Quadratmeter große Klassenzimmer, fünf Fachklassenräume nebst Verwaltung, Pausenhalle und Hausmeisterwohnung. Zudem hat das Haus nicht nur einen Dachboden, sondern ist auch vollständig unterkellert.

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