Wirbel um Dopingstudie in West-Deutschland

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05. August 2013, 03:59 Uhr

Berlin | In der Bundesrepublik Deutschland soll spätestens seit Beginn der siebziger Jahre in zahlreichen Sportarten systematisch und organisiert gedopt worden sein. Das geht aus einer bisher unveröffentlichten Studie der Berliner Humboldt Universität mit dem Titel "Doping in Deutschland 1950 bis heute aus historisch-soziologischer Sicht im Kontext ethischer Legitimation" hervor. Laut der Studie seien damals schon Anabolika an Minderjährige verabreicht worden. Etliche Politiker hätten von Doping gewusst, es zumindest geduldet und die Sportmedizin sogar unter Druck gesetzt. Kritiker seien kaltgestellt worden. Der frühere Innenminister Hans-Dietrich Genscher stritt jegliche Mitwisserschaft ab, der Generaldirektor des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), Michael Vesper, mahnte zur Zurückhaltung. Der Sportausschuss des Deutschen Bundestages wird voraussichtlich Anfang September auf einer Sondersitzung über die Enthüllungen über systematisches Doping in der Bundesrepublik beraten. Das Innenministerium will die Studie veröffentlichen.

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