Bildungskonferenz in Breklum : „Wir stehen uns oft selbst im Weg“

Spielen mit Herz und Verstand: Bei dem Workshop im Rahmen der Bildungskonferenz kamen alle richtig in Bewegung.
Spielen mit Herz und Verstand: Bei dem Workshop im Rahmen der Bildungskonferenz kamen alle richtig in Bewegung.

Bei der kreisweiten Bildungskonferenz in Breklum entdecken mehr als 200 Teilnehmende ihre eigenen Stärken.

shz.de von
26. Juni 2018, 13:00 Uhr

Vorträge, Workshops, reichlich Bewegung und viel Raum zum gemeinsamen Austausch bot die Bildungskonferenz 2018. Erneut hatten sich mehr als 200 Frauen und Männer aus dem Kreisgebiet und darüber hinaus auf den Weg nach Breklum gemacht. Der große Andrang bewies einmal mehr, dass die Themen der Konferenz – organisiert vom Netzwerk Bildung Nord mit der Aktiv-Region Nordfriesland-Nord – Menschen bewegen.

In diesem Jahr drehte sich im Christian-Jensen-Kolleg (CJK) alles um das Rüstzeug Erwachsener, die Kinder und Jugendliche begleiten. Angesprochen waren Eltern, die erweiterte Familie sowie Pädagoginnen und Pädagogen in Institutionen – von Krippe und Kita bis hin zur Schule und auch darüber hinaus.

Was benötigen diese um „stark“ zu sein? Was benötigen sie um Kindern gut zu tun? Zu Beginn waren dazu einige Zitate zu hören, in denen junge Menschen vom Kindergartenalter bis knapp über 20 Jahre aussprachen, wie Erwachsene aus ihrer Sicht sein müssten. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass diese positiv zugewandt, interessiert, zuverlässig, Halt gebend und auf die Bedürfnisse der Kinder eingehend sein sollten. Dies sei erstrebenswert und könne dennoch herausfordernd sein, erläuterte Rose Volz-Schmidt, Gründerin des Sozialunternehmens „wellcome“, in ihrem Impulsvortrag.

Die Gesellschaft habe sich in den zurückliegenden Jahrzehnten deutlich gewandelt. „Was früher so selbstverständlich über die Großfamilie oder die Nachbarschaft im Dorf möglich war, müssen heute Mütter und Väter vielfach allein bewerkstelligen“, so die Fachfrau. Auch die vielen unterschiedlichen Lebensmodelle der Gegenwart machten andere Hilfestellungen nötig als beispielsweise in der 1950-er Jahren. „Berufstätigkeit von Mann und Frau, Müttern und Vätern oder auch die vielen Alleinerziehenden sind da nur einige Beispiele“, so Volz-Schmidt. Familienzentren, Mehr-Generationen-Wohnprojekte, das Vernetzen von Eltern untereinander sowie der Ausbau von Ganztagsangeboten in Kita und Schule seien einige Lösungsansätze.

Die zweite Referentin, Ananda Ulrike Best, griff das Thema auf. Die Leiterin der Heilpraktik-Schule „ascendium“ ermunterte ihre Zuhörer, sich die eigenen Stärken vor Augen zu führen. Sich selbst zu akzeptieren und zu lieben, sei eine gute Basis, um mit offenem Herzen, positiv und stark auf andere Menschen zuzugehen. „Dabei stehen wir uns oft selbst im Weg, sind selbst unsere größten Kritiker, reiben uns wochenlang an vermeintlichen Fehlern auf“, so Best. Anzunehmen was ist, negative Gedankenspiralen zu vermeiden, sich vielmehr Inseln der inneren Entspannung zu schaffen, waren einige Tipps. Am Beispiel, wie man sich durch ruhiges und bewusstes Atmen selbst in Ruhe und Wohlbefinden bringt, zeigte Best, dass sich die Suche nach inneren Kraftquellen auch ganz leicht anfühlen kann.

Die stets besondere Stimmung der Bildungskonferenz spiegelte sich auch im Anschluss an die Vorträge wider. Unter anderem im CJK-Garten bildeten sich unterschiedliche Workshop-Gruppen, die Teilnehmenden kamen in Bewegung: Open-Air-Yoga bot Nike Boldt an. Susanne Kunsmann rief auf einer Wiese zum „Spielen mit Herz und Verstand“ auf – sichtlich zum Spaß der Teilnehmenden. Nebenan holte der Klixbüller Pastor Jens-Uwe Albrecht seine Gitarre heraus und lud zum Singen ein. Bodypercussion mit Jesko Meyer und Daniela Müller, freies Schreiben oder auch vertiefende Gespräche in kleinerer Runde mit den beiden Referentinnen fanden ebenfalls regen Zulauf.

Das Organisationsteam um Susanne Kunsmann, Tanja Denecke-Petersen, Carla Kresel, Vera Hesse und Edeltraut Damani erhielt viele positive Rückmeldungen: Die Bildungskonferenz begeisterte mit einer guten Balance zwischen Input und Mitmachen sowie vielen wertvollen Impulsen für Leben und Arbeit der Teilnehmenden.

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