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Tetenbüll : "Wir sind nur Kirche, wenn wir eins sind"

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Der designierte Landesbischof Gerhard Ulrich predigte zum Auftakt der 900-Jahrfeier Eiderstedter Kirchen.

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erstellt am 21.Mai.2013 | 06:46 Uhr

Tetenbüll | 900 Jahre Kirchengeschichte - dieses Jubiläum wird im Sommer auf Eiderstedt gefeiert. 1113 waren in Osterhever, Poppenbüll, Katharinenheerd, Welt, Vollerwiek und Tetenbüll Kirchengemeinden gegründet worden. Am Pfingstsonntag wurde die Reihe der Jubiläumsveranstaltungen mit einem Festgottesdienst mit dem designierten Landesbischof Gerhard Ulrich in der St.-Anna-Kirche zu Tetenbüll eröffnet. Eigentlich hatte er auf der Festwiese stattfinden sollen, doch das Wetter machte dem Festausschuss einen Strich durch die Rechnung.

Der Gottesdienst begann mit dem Einzug von Vertretern der örtlichen Vereine und Verbände. Sie trugen Galauniform oder Tracht und beteiligten sich aktiv am weiteren Geschehen. In den Einzug reihten sich auch Gerhard Ulrich, Propst Jürgen Jessen-Thiesen sowie die Pastoren Holger Beermann, Eva Hoefflin und Thomas Knippenberg ein. Die Besucher in der bis auf den letzten Platz gefüllten Kirche wurden vom Hausherrn, Pastor Beermann, und Tetenbülls Bürgermeister Henning Möller begrüßt. Während Beermann betonte, dass der Geburtstag der Kirchen über Eiderstedt hinaus strahle, wies Möller auf die Bedeutung der Gotteshäuser hin: "Unsere Kirchen sind die weithin sichtbaren Mittelpunkte unserer Dörfer." Er legte den Besuchern auch nahe, die Grußworte von Kreispräsident Albert Pahl, Propst Jessen-Thiesen und Hans Meeder, dem Vorsitzenden des Heimatbundes Landschaft Eiderstedt, in dem eigens erstellten Programmheft dieses Gottesdienstes zu beachten. Pahl schrieb dort unter anderem: "900 Jahre Kirchengeschichte sind wahrlich ein Grund zum Feiern. Neun Jahrhunderte, in denen Stürme der Veränderung über unsere Küstenregion und mit ihr über die ehemalige Hallig-Landschaft Eiderstedt hinweg getobt sind. Eine entsprechend wechselvolle Geschichte haben diese sechs Kirchen und ihre Gemeinden hinter sich. Aber nach wie vor sind sie da, standhaft und stark." Propst Jessen-Thiesen verwies darauf, dass die "Kirche der Ort ist, wo man feiern, trau-ern und träumen darf - und zwar gemeinsam." Auch Landesbischof Gerhard Ulrich betonte in seiner Predigt: "Die Christengemeinschaft ist eine Einigungs-Gemeinschaft." Und: "Wir sind nur Kirche, wenn wir uns als eins verstehen." Denn "die feste und verbindende Gemeinschaft der Kirche auf Eiderstedt war immer mehr als nur das Gebäude im Dorf". Die jetzige, vielfältige Kooperation der Vereine und Verbände mit der Kirche zur Organisation der 900-Jahr-Feier auf der Halbinsel sei vorbildhaft für Eiderstedt. Seine Predigt zum Pfingst-Geschehen wusste Ulrich zudem humorvoll zu würzen: "Mir war schon mulmig, als mir Pastor Beermann die Legende der Kirchenentstehung auf Eiderstedt schilderte - aufgebrachte Gläubige bringen den Pastor um, weil er zu früh mit dem Gottesdienst angefangen hat. Deshalb wohl", scherzte der Bichof weiter, "haben wir in Garding jetzt einen hünenhaften Pastor, der kann sich notfalls zur Wehr setzen", was nicht nur bei Thomas Knippenberg, dem jetzigen Hirten in Garding, zu lautem Gelächter führte, sondern alle anderen Kirchengäste ebenso amüsierte.

Das am Pfingstsonntag begonnene Festprogramm endet am Erntedankfest (6. Oktober), ebenfalls in Tetenbüll. Bis dahin gibt es zahlreiche Veranstaltungen - Vorträge, Konzerte, Gottesdienste und Kirchenreisen, die für jeden Geschmack etwas bieten. Ein detailliertes Programm findet sich im Flyer "900 Jahre Kirchengeschichte", der in den Kirchen und Gemeinden erhältlich ist.

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