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150 Jahre Hans Andritter in Bredstedt : „Wir möchten weiter regional bleiben“

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Christiane Andritter-Franz leitet ihr Familienunternehmen als Ururenkelin des Gründers in fünfter Generation. Am Freitag, 12. Juni, wird der 150. Firmengeburtstag gefeiert.

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erstellt am 10.Jun.2015 | 11:00 Uhr

1865 eröffnete der Klempner Hans-Jürgen Andritter an der Hohlen Gasse 32 in Bredstedt seinen eigenen Betrieb. Heute, 150 Jahre später, leitet seine Ururenkelin Christiane Andritter-Franz das Familienunternehmen, gemeinsam mit ihrem Ehemann Dr. Matthias Franz, in fünfter Generation. Heizung, Sanitär, Klima, eine Dachdeckerei und eine Klempnerei sind inzwischen Teil der Hans Andritter GmbH. Am Freitag, 12. Juni, wird das Firmenjubiläum von 14 bis 17 Uhr mit einem Tag der offenen Tür am heutigen Sitz an der Lornsenstraße 20 gefeiert.

 

Wie schafft es ein Bredstedter Handwerksbetrieb 150 Jahre und zwei Weltkriege zu überstehen und dabei noch immer in Familienbesitz zu bleiben?

Das ist gar nicht so einfach, das heute zu beantworten. Mit Sicherheit aber hat immer solide und ehrliche Handwerksarbeit eine große Rolle gespielt. Trotzdem gab es aber auch immer mal wieder ein Auf und Ab. Mein Großvater Hans Andritter übernahm den Betrieb 1928 hoch überschuldet.

 

Wie hat er es geschafft, das Unternehmen zu sanieren?

Die 1920er Jahre waren schwer: Inflation, kaum Arbeit, Chaos. Mein Großvater hatte das Glück, dass kurz vor seiner Übernahme der Sönke-Nissen-Koog eingedeicht wurde. Dadurch hat auch er große Aufträge bekommen, auf die er anschließend aufbauen konnte. Als dann nach dem Zweiten Weltkrieg die Metalle knapp wurden, hat man sich auf alte Handwerkstugenden besonnen. Es wurde weniger neu gebaut, dafür mehr repariert – zum Beispiel Töpfe geflickt.

 

Was hat sich in den vergangenen 150 Jahren aus Sicht des Unternehmens am meisten verändert?

Vor allem ab den 1960er Jahren, als Heizung und Installation zum Geschäftsfeld dazukamen, hat sich viel verändert. Es wurde insgesamt viel in der Zeit gebaut und auch die Ansprüche der Kunden haben sich verändert. Statt eines Ofens zum Heizen bekamen die Leute Zentralheizungen, statt des Plumpsklos im Hof gab es nun Badezimmer. Die Kunden sind anspruchsvoller und besser informiert, aber auch oft verunsichert. Wir beraten viel mehr als früher. Aber auch gesetzliche Rahmenbedingungen sind komplizierter geworden, denken Sie nur an umfangreiche Dokumentationspflichten durch neue Lohngesetze oder Sicherheitsvorschriften.

 

Gibt es dagegen Dinge, die fast unverändert geblieben sind?

Das Klempnerhandwerk an sich ist grundsätzlich unverändert geblieben. Zwar haben sich Materialien und Arbeitsweisen geändert. Aber wir haben noch heute Maschinen in der Werkstatt stehen, mit denen wir auch schon vor 50 Jahren gearbeitet haben.

 

Sie haben heute fast 70 Mitarbeiter. Soll das Unternehmen in Zukunft weiter wachsen?

Nein, dazu müssten wir auch ein größeres Gebiet abdecken. Wir möchten regional bleiben. Wir sind zwar kein ganz kleines Unternehmen, aber trotzdem noch so klein, dass wir unsere Kunden persönlich kennen. Es soll überschaubar bleiben, dabei wollen wir aber trotzdem anspruchsvolle Aufgaben abdecken und investieren viel in die Fortbildung der Mitarbeiter, die unser wichtigstes Unternehmensteil sind.

 

Sie leiten die Hans Andritter GmbH jetzt in fünfter Generation. Wird das Unternehmen auch in sechster Generation weitergeführt?

Ich hoffe, dass es noch lange in Familienbesitz bleibt. Wir haben drei Kinder. Unser ältester Sohn, Robert, macht gerade in einem anderen Unternehmen seine Dachdeckerlehre. Die Weichen sind also gestellt. Letztlich muss er das aber selbst entscheiden.

 

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