Wachstum und Infrastruktur in Husum : „Wir gehen hier völlig neue Wege“

Der Dockkoog hat eine Schlüsselfunktion in der touristischen Entwicklung.
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Der Dockkoog hat eine Schlüsselfunktion in der touristischen Entwicklung.

Mit einer Wachstums-Strategie und einem Infrastruktur-Entwicklungsplan soll der städtische Tourismus in Husum angekurbelt werden. Der Hauptausschuss verabschiedete entsprechende Vorhaben.

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24. Juli 2015, 13:00 Uhr

Unsere Stadt soll schöner werden. Diese Maxime unterstützen Politik und Verwaltung nicht nur einhellig. Sie sind bereits dabei, ihr Taten folgen zu lassen. Gemeinsam mit dem Institut für Tourismus und Bäderforschung in Nordeuropa (NIT) wurde dafür eigens eine Wachstums-Strategie entwickelt, deren Einzelheiten jetzt nochmals Thema im Hauptausschuss waren. Diplom-Volkswirt Kai Ziesemer, Leiter der Abteilung Beratung und Entwicklung bei NIT, ging es dabei vor allem um den Infrastruktur-Entwicklungsplan. Der enthält eine Reihe von Maßnahmen, die der Politik sinnvoll oder wünschenswert erscheinen und schon in den kommenden Jahren umgesetzt werden könnten. Entsprechende Rückmeldungen aus den Fraktionen hatte Ziesemer für den Austausch thematisch vorsortiert und in den Entwicklungsplan eingepflegt. Beispiel Begrünung: Hier wünscht sich die Wählergemeinschaft Husum (WGH) die Aussaat von Blumensamen auf Verkehrsinseln, Straßenwällen oder Seitenstreifen. Das Bauamt soll prüfen, wo das gehen könnte. „Für Menschen, die in unsere Stadt kommen, wäre das eine echte Visitenkarte“, ist sich WGH-Fraktions-Chef Helmut Stemke sicher.

Aber das ist nicht die einzige Baustelle auf touristischem Terrain. So läge der CDU schon sehr an einer Umgestaltung oder „überhaupt an der Gestaltung“ der Kleikuhle. Und der SSW wünschte sich eine „zeitnahe Ertüchtigung der Dockkoogspitze“ inklusive Barriere-freiem Zugang – auch zu den Toiletten. Die SPD wiederum möchte Planungskosten für eine bessere Gestaltung des Schlossparks aufgenommen wissen, und allen gleichermaßen wichtig wäre die sukzessive Umsetzung des Radwegekonzepts. Und dann wäre da noch die Beheizung des Schobüller Schwimmbades. An dieser Stelle erinnerte Ziesemer daran, dass das Bad in Schobüll als Naturerlebnisbad Wattenmeer bereits sehr aussichtsreich zur Förderung durch die Europäische Union angemeldet sei. „Überhaupt ist es angesichts der vielen Dinge, die Sie an der einen oder anderen Stelle bereits auf den Weg gebracht haben, durchaus realistisch, auch mehr als fünf Projekte pro Jahr auf den Weg zu bringen“, erklärte der Gast.

In einigen Fällen müsse aber auch auf die Gesamtentwicklung geschaut werden, mahnte Bürgermeister Uwe Schmitz und nannte als Beispiel die von der WGH vorgeschlagene Umgestaltung der Ludwig-Nissen-Straße zwischen Hafen und Nordsee-Museum. Da an dieser Stelle auch eine Wechselstation für Busse und eine neue öffentliche Toilette im Gespräch seien, „sollten wir uns hüten, Maßnahmen auf den Weg zu bringen, die wir hinterher wieder einkassieren müssen“, so der Verwaltungs-Chef. Er vertraue in diesem Zusammenhang ganz auf „das sinnhafte Handeln der Verwaltung“, versuchte Stemke die etwas zerfasernde Debatte auf des Pudels Kern zurückzulenken. Und Bürgervorsteher Peter Empen fasste die Situation auf seine Weise zusammen: „Wir gehen hier völlig neue Wege.“ Da brauche es eine perspektivische Sicht und Reflexion, aber auch Evaluation.

„Das hier ist eines der besten Papiere, die wir in diesem Bereich je hatten“, griff Stemke den Faden auf. Hauptziel sei es, die Wertschöpfung der Stadt aus dem Tourismus zu steigern. Dem konnten am Ende alle zustimmen. Wachstums-Strategie und Infrastruktur-Entwicklungsplan wurden einstimmig angenommen.

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