Schnee : Winterwetter in drei Stufen

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Viel Schnee gab’s heute im Norden Nordfrieslands, weniger in Husum – und das westliche Eiderstedt blieb zunächst verschont.

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01. März 2018, 17:39 Uhr

Es bleibt winterlich: In Langenhorn, Bredstedt, Breklum, Bordelum, Drelsdorf und Joldelund fällt am morgigen Freitag aufgrund der Witterung der Unterricht in allen Schulen aus, teilte das Bildungsministerium mit. Gestern zeigte sich: Selbst auf engem Raum kann das Wetter sehr unterschiedlich ausfallen. Während die Messstationen des Deutschen Wetterdienstes auf Eiderstedt in St. Peter-Ording und Garding heute null Zentimeter Schnee maßen, versanken die nördlichen Regionen rund um Bredstedt in weißer Pracht. Offiziell führte Bordelum mit 30 Zentimetern die Schnee-Hitliste an, private Messungen zeigen allerdings, dass regional durchaus um und mehr als 40 Zentimeter Schnee gefallen sein dürften.

Für Husum konnten Thomas Leißner, Leiter des Kommunalen Servicebetriebs, und seine zwölf Mitarbeiter erst einmal Entwarnung geben. „Wir sind mit zwei großen und zwei kleinen Schleppern sowie einem Lastwagen im Einsatz gewesen, es war für uns ein ganz normaler Winterdienst“, soagte Leißner. Es sei daher möglich gewesen, Parkplätze und Fahrradstandplätze ebenfalls freizuräumen.

Auch Torben Rehder, Leiter der Straßenmeisterei in Wesselburen, konnte durchatmen. „Nachdem es keine weiteren Schneeflächen in unserem Wirkungskreis gegeben hat, beschränkte sich unser Einsatz auf das Abstreuen von Auf- und Abfahrten entlang der Bundesstraße 5.“

Dagegen hielten die heftigen Schneefälle am Mittwoch und heute die Mitarbeiter der Straßenmeisterei Bredstedt schwer in Atem. „Unser Einsatz begann bereits am Mittwochabend und verlief die ganze Nacht bis in den Donnerstag hinein“, erklärte Leiter Olaf Stadel. Dabei kamen sieben Räumfahrzeuge auf dem Festland zum Einsatz. In drei Schichten waren die Mitarbeiter tätig. „Im Normalfall kann ich auf mehr als 20 Mitarbeiter zurück greifen, aber die derzeitige Grippewelle macht uns ordentlich zu schaffen.“

Ein ganz anderes Bild des Winters bot sich in Tönning. „Wollen Sie ein Foto mit strahlenden Sonnenschein und grünen Wiesen haben?“, lautete die erste Reaktion von Bernd Carstens, dem Betriebsleiter des Bauhofs in Tönning, auf die Anfrage der Zeitung nach den derzeitigen Wetterverhältnissen. „Auch bei uns sind die Straßen weiß – aber vom Salz“, erzählte er weiter. Er sei noch tags zuvor zu einer Besprechung in die Storm-Stadt gefahren. „Ich war erschrocken, als ich in Husum den vielen Schnee sah.“ Somit mussten seine Leute keine Extra-Schichten schieben: „Ich habe meine Mitarbeiter zu einer kurzen Kontrollfahrt losgeschickt, aber es gab nichts, wo wir hätten eingreifen müssen.“

Und wie geht’s weiter? Die eisige Ostströmung, die über der Ostsee reichlich Feuchtigkeit getankt und diese nördlich von Husum herabgeschneit hat, schwächt sich morgen zwar etwas ab, bleibt uns aber erhalten. Somit kann in den ohnehin schon weißen Gebieten noch die eine oder andere Flocke fallen. Mit einer Winddrehung auf Südost reißt die Strömung in der Nacht zu Sonnabend aber ab für ein meist trockenes und phasenweise freundliches Wochenende. Die meiste Zeit über wechseln sich Wolkenfelder und Auflockerungen mit Sonnenschein ab. Erst im Laufe des Sonntags ziehen von Südwesten her neue Wolken mit etwas Schnee oder Regen auf. Die Temperaturen liegen bis Sonntag deutlich im Frostbereich, können dann aber mit Ankunft der Wolken knapp über die Null-Grad-Marke klettern. In der neuen Woche würde sich gerne Frühlingsluft durchsetzen. Der vorhandene Schnee und das kalte Nordseewasser machen es der wärmeren Luft allerdings sehr schwer – es wird aber deutlich milder als in den vergangenen Tagen.

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