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Abstand zur Wohnbebauung : Windmühlen schrecken Bürger nicht

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Der Bauausschuss Viöl beharrt auf der einheitlichen 800-Meter-Entfernung für Windkraftanlagen. Einwohner aus Hochviöl hatten zuvor 400 Meter Abstand zum geplanten Bürgerwindpark als ausreichend bezeichnet.

Für viel Wind sorgte die jüngste Bau- Planungs- und Umweltausschuss-Sitzung in Viöl. Wieder einmal stand das Thema Windkraft auf der Tagesordnung, was dazu führte, dass viele Zuhörer anwesend waren. Dabei stand die Abstandsregelung im Vordergrund der langanhaltenden Diskussion. Auslöser war der Wunsch von Investoren, südlich von Hochviöl einen Windpark zu errichten. Für die Ortsteile Boxlund, Hoxtrup und Kragelund, die als Siedlungen gewertet werden, wurde bereits im vergangenem Jahr ein Abstand zu Windparks von 800 Meter festgelegt. Hochviöl ist jedoch eine Splittersiedlung. Hier wäre ein Abstand von nur 400 Metern nötig. Doch schon im vergangenem Jahr beschloss die Gemeinde Viöl eine einheitliche Abstandsregelung von 800 Meter.

Bernd Philipp vom gleichnamigen Planungsbüro in Albersdorf erläuterte den derzeitigen Planungsstand, wie schon in der Einwohnerversammlung im Dezember des vergangenen Jahres. In der vorweihnachtlichen Sitzung hatte Bürgermeister Heinrich Jensen klargestellt, dass die Gemeinde eine Umzingelung durch Windkraftanlagen vermeiden wolle. Dies wiederholte er in der jüngsten Sitzung nochmals. Bei einer Umfrage hätten sich die Bewohner Hochviöls für den Windpark ausgesprochen, war aus den Zuhörerreihen zu vernehmen. Doch aus allen im Ausschuss vertretenen Fraktionen kam die Order, die bisherige Regelung von 800 Meter für alle Ortsteile nicht zu verändern. Hierbei verwies Jensen auf den geplanten Bürgerwindpark mit der Gemeinde Haselund. „Wir wünschen uns einen 100-prozentigen Bürgerwindpark, bei dem sich alle Bürger zu gleichen Teilen beteiligen können.“ Klar gestellt wurde von Seiten des Ausschusses, dass es einheitliche Regeln für alle Ortsteile geben müsse. Es gehe darum, eine breite Akzeptanz in der Bevölkerung für die Windkraft zu erreichen. Dies könne nur durch einen Bürgerwindpark geschehen, so Jensen weiter. Obwohl darüber bereits 2015 entschieden wurde, bestätigte der Ausschuss nochmals diese Vorgehensweise.

In einem weiteren Punkt ging es um die Erweiterung eines Reiterhofes durch den Bau einer Betriebsleiterwohnung. „Der Ausbildungs- und Zuchtbetrieb für Holsteiner Pferde habe sich bisher sehr gut entwickelt“, betonte der Eigentümer. Man wolle jedoch jetzt einen Betriebsleiter einstellen, damit jederzeit ein Ansprechpartner vor Ort sei. Von der Fläche her sei dies kein Problem, versicherte Ausschuss-Vorsitzender Armin Grünberg. „Wir brechen uns keinen Zacken aus der Krone, wenn wir diesem Antrag zustimmen.“ Für die Gemeinde entstünden keine Kosten, da der Antragsteller die anfallenden Kosten übernehme. Und so genehmigte das Gremium einstimmig diesen Antrag.

Das Logistikzentrum Elefant-Weidezaungeräte möchte den Standort in Viöl vergrößern. Auch mit diesem Antrag beschäftige sich das Gremium. Inhaber Reiner Voß erläuterte die Ziele des Unternehmens, das über den Onlineversandhandel arbeitet. Derzeit liefere die Firma an Kunden im deutschsprachigen Raum. „Doch nun wollen wir europaweit agieren“, sagte Voß. Hierfür müssten die bisherigen Lagerkapazitäten deutlich vergrößert werden. So beabsichtigt das Unternehmen mit derzeit etwa 70 Mitarbeiter, gut 30  000 Quadratmeter in den kommenden Jahren zu bebauen. Geht die positive Geschäftsentwicklung so weiter, könne mit 70 bis 100 neuen Arbeitsplätzen gerechnet werden, berichtete Voß dem Gremium. Auch dieser Antrag wurde einstimmig gebilligt.

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