Windkraft lässt Wegebau boomen

Aus hochwertigen Baustoffen wird mitten in der Landschaft bei Löwenstedt ein Weg zum Windmühlen-Park gebaut. Foto: ume
Aus hochwertigen Baustoffen wird mitten in der Landschaft bei Löwenstedt ein Weg zum Windmühlen-Park gebaut. Foto: ume

Anlagenbetreiber kommen für die Bau- und Unterhaltungskosten im Amt Viöl auf / Allgemeinheit profitiert von breiteren Fahrbahnen

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01. Juni 2013, 03:59 Uhr

Viöl | Die Windkraft boomt, auch wenn der Abtransport des erzeugten Stroms in die industriellen Ballungsräume, wo er benötigt wird, noch nicht so reibungslos funktioniert, wie es wünschenswert wäre. Dennoch werden im Amtsbereich Viöl mehrere Windparks repowert, alte leistungsschwache Anlagen gegen größere mit wesentlich mehr Power ausgetauscht. Und um die neuen Anlagen mit ihren hohen Türmen aufbauen zu können, werden vielerorts neue Straßen gebaut, beziehungsweise bestehende Gemeindewege verbreitert.

Generell empfehle er, so sagt Bauamtsleiter Uwe Heinsen vom Amt Viöl, dass die Gemeindewege in der Feldmark, die in der Regel lediglich drei Meter breit sind, beidseitig befestigt und verbreitert werden. Dies sei allerdings teurer, als nur einseitig zu verbreitern. Grundsätzlich, so Heinsen weiter, seien für die Transporter Straßen von mindestens 4,50 Meter Breite nötig. Und genau da beginne das Problem. Denn eine einseitige Verbreiterung bedeute auch oftmals die Verengung von Entwässerungsgräben. Um dies zu vermeiden, so der Amtsmitarbeiter, sei die beidseitige Verbreiterung sinnvoll, auch wenn sie teurer sei.

Neben dem Ausbau der Wege, von denen die Gemeinden profitieren, da die Windkraftanlagen-Betreiber die Kosten übernehmen, profitieren auch die Anlieger. Vertraglich, so Heinsen, seien auch der Winterdienst und mögliche Reparaturen geregelt, die die Anlagenbetreiber übernehmen. Jede Gemeinde schließe städtebauliche Verträge ab, so dass der Allgemeinheit nicht die Kosten für den Ausbau der Windparks und der Unterhalt der Zuwegungen aufs Auge gedrückt werden.

Beispielsweise hätten für den gegenwärtig laufenden Ausbau des Windparks Behrendorf auch kleinere Umbauten am Kreisverkehr in Viöl vorgenommen werden müssen. Die Kosten dafür beliefen sich auf rund 40 000 Euro. Allerdings wurden die Rechnungen vom Windpark beglichen, "die Gemeinde zahlte keinen Cent", unterstreicht Heinsen.

Neben dem Ausbau der vorhandenen Gemeindewege werden gegenwärtig im Amt Viöl aber auch viele neue Wege angelegt, um Baufahrzeugen und den langen Spezialtransportern für Windkraftanlagen den Zugang zu den neuen Parks zu ermöglichen. So wird beispielsweise am östlichen Ortsausgang von Löwenstedt, mitten in der Feldmark, ein Weg zum geplanten Windpark gebaut. Das dabei verwendete Füllmaterial erinnert an Recycling-Baustoffe, doch diese seien vielfach nicht geeignet, wie Heinsen betont. Für den Wegebau in Löwenstedt werde aus Schottland per Schiff Steinbruch herangeschafft, der in Brunsbüttel gelöscht und dann per Lkw nach Löwenstedt gebracht wird. "Das ist schon sehr, sehr hochwertiger Baustoff."

Der Grandweg in Löwenstedt wird auch nach dem Bau des Windparks bestehen bleiben. Er kann von den Landanliegern, die oftmals auch Anteilseigner der Parks sind, genutzt werden. Im Laufe der Jahre werde der Weg durchwachsen sein, jedoch dadurch nicht seine Festigkeit verlieren. Sollten Reparaturarbeiten anfallen oder aber neue Mühlen aufgestellt werden, dann könne er auch wieder genutzt werden. Wichtig sei aber, so Heinsen, das die Wege genau kartiert werden, damit deren Verlauf auch exakt verfolgt werden kann.

Auch die Verbreiterung der Gemeindewege wird dokumentiert. So macht Heinsen beispielsweise alle 50 Meter Fotos von den Wegen, vor und nach den Baumaßnahmen. "Bisher haben wir keine größeren Problem im Amt gehabt", sagt er, betont aber, dass jede Maßnahme im einzelnen genau geplant und von der jeweiligen Gemeindevertretung abgesegnet werden muss. In Sollwitt beispielsweise durch einen eingesetzten Beauftragten, da alle Mitglieder der alten Gemeindevertretung Anteilseigner des Bürgerwindparks sind - und somit befangen waren.

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