Windkraft-Branche : Windkraft: Dunkle Wolken ziehen auf

Düster fällt der Blick in die Zukunft der Windstrom-Produktion aus.
Düster fällt der Blick in die Zukunft der Windstrom-Produktion aus.

Beim Rückblick auf die Entwicklung in der Windkraft-Industrie in 2017 zeichnen sich gleichzeitig die Risiken für das Folgejahr ab.

shz.de von
28. Dezember 2017, 11:00 Uhr

Wenn es um den Windkraft-Ausbau im Norden geht, dann lieferte das zur Neige gehende Jahr eine Geschichte für zwei weinende Augen. Für einen Paukenschlag sorgte das Aus für den Senvion-Produktionsstandort in Husum. Das kostete rund 100 qualifizierte Arbeitsplätze – eine zweifelhafte Unternehmensentscheidung, zumal Betriebsräte und Gewerkschaften ein Alternativkonzept vorgelegt hatten.

Wachsender Kostendruck und vor allem das Windkraft-Moratorium des Landes – als Reaktion auf die gerichtlich gekippten Regionalpläne – haben die Situation der Branche insgesamt immer schwieriger werden lassen und den Windkraft-Ausbau in Schleswig-Holstein weitgehend zum Erliegen gebracht. Und diese Hängepartie ist es nicht allein, die vielen Kopfzerbrechen oder Sorgen bereitet: Reicht die Zeit bis zum 30. September 2018 nicht aus, um rechtsgültige Regionalpläne vorzulegen, könnte die Flaute für die Windbranche durchaus noch länger andauern, da das Moratorium in irgendeiner Form verlängert werden müsste. Ist das rechtlich nicht möglich, könnte dies allerdings auch dazu führen, dass es in raumordnerischer Hinsicht zu einem Wildwuchs von Anlagen kommt, weil sich ihr Bau flächendeckend nicht verhindern ließe. Das aber könnte Schleusen öffnen, womöglich bis hinein in jene vier charakteristischen Landschaftsräume im Kreisgebiet, die Kreispolitik und Kreisverwaltung unter allen Umständen als Landschaftsschutzgebiete bewahrt wissen wollen.

Nachdem sich Nordfriesland in Folge der Windenergie-Nutzung in weiten Gebieten schon in eine Industrielandschaft verwandelt hat, wäre alles andere in der Tat ein zu hoher Preis für eine Energiewende, die ihren Namen nur bedingt verdient hat. Schließlich ist es absurd, immer wieder Anlagen und damit Strom aus erneuerbaren Energien abzuschalten, statt diesen sinnvoll zu nutzen.

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