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Konflikt in Högel : Windkraft contra Wohngebiet

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Weil nach neuester Verordnung die Mühlen zu dicht an das geplante Baugebiet heranrücken, steht das Projekt auf der Kippe.

Högels Bürgermeister Ernst-Peter Carstensen ist sauer. „Wir können unser geplantes Baugebiet nicht voranbringen. Die neue Lärmschutzverordnung TA-Lärm blockiert alles“, stellte er in jüngster Gemeinderatssitzung fest. Das war jedenfalls das Ergebnis der letzten Gespräche mit Vertretern des Amtes Mittleres Nordfriesland sowie Mitarbeitern der Kreis- und Landesplanung. Allerdings habe, so der Gemeinde-Chef, das letzte Wort das Land.

Bereits vor einem Jahr hatten die Gemeindevertreter vorsorglich einen Aufstellungsbeschluss hinsichtlich des B-Plans Nr. 6 (Wohnbebauung am Schwimmbad) und die Beauftragung eines Planers auf den Weg gebracht. Der Grund waren Anfragen junger Familien, die neue Grundstücke in der Kommune suchten. Die angedachte Fläche von etwa 1,2 Hektar gegenüber dem Schwimmbad fand das Gremium mehr als geeignet. Hervorragend hätte sie sich an das dort schon vorhandene Neubaugebiet angedockt. Platz für sechs bis acht Grundstücke hätte das Areal hergegeben. Das Problem sind die in südlicher Richtung befindlichen Windkraftanlagen. Sie würden in einem Abstand von 500 Metern zur angedachten Wohnbebauung stehen. Nach den alten Regionalplänen des Landes wäre das zulässig. Doch nach neuer Verordnung, die ab Januar 2018 in Kraft treten wird, eben nicht. Sie sieht einen Mindestabstand von 800 Metern vor. „Leider gibt es keine Alternative“, so Carstensen. „Die Fläche Birkeweg scheidet ja aus, weil der Eigentümer nicht verkaufen will. Außerdem wäre sie für die Gemeinde nicht attraktiv, weil sie wegen der Mindestabstände zum Wald zu klein wäre.“ Bekanntlich sterbe aber die Hoffnung zuletzt. Vielleicht ändere das Land seine Meinung ja doch noch.

Zu prüfen wäre auch noch der Aspekt eines Bestandsschutzes für das Gebiet des B-Plans Nr. 6, denn das bereits vorhandene sei ja nicht weniger nah dran an den Mühlen. Wer dort gebaut habe, sei schließlich nicht blauäugig in seine persönliche Planung gegangen. „Ich werde die Interessenten noch persönlich über den Sachstand informieren“, so der Bürgermeister.



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