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Vorfreude auf Husum Wind 2015 : Wind-Pioniere feiern Geburtstag

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

25 Jahre Husumer Windmesse: Im Nordsee-Congress-Centrum feierten Akteure der Branche. Bis Jahresende könnte Schleswig-Holstein seinen gesamten Stromverbrauch aus regenerativen Quellen decken.

Eigentlich hatten die Nordfriesen ihr silbernes Windmesse-Jubiläum mit einer großen „Husum Wind“ feiern wollen. Doch die Hamburger, die ihnen im vergangenen Jahr eine Kooperation für eine „WindEnergy“ in der Hansestadt abgerungen haben, setzten sich in den Verhandlungen durch: Und so war vom 23. bis 26 September 2014 Premiere für eine internationale Windenergie-Leistungsschau an der Elbe – und nicht für eine Husumer 25-Jahr-Windmesse. Das Ereignis als solches wollte Messe-Geschäftsführer Peter Becker jedoch nicht unter den Tisch fallen lassen. Und so fand am Dienstag (14. Oktober) im Husumer Nordsee-Congress-Centrum eine Geburtstagsfeier mit einigen hundert geladenen Gästen statt – hochrangige politische Vertreter waren Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig und Wirtschaftsminister Reinhard Meyer.

Auch diese beiden wurden nochmal daran erinnert, dass die Windmesse-Idee aus Nordfrieslands Kreisstadt stammt: Am 14. Oktober 1989 hatten dort in einer Viehauktionshalle 20 überwiegend regionale und damals belächelte Wind-Pioniere mit ihren „Husumer Windenergietagen“ den Grundstein für die spätere Welt-Leitmesse gelegt, die dann bis 2012 im zweijährigen Rhythmus in Husum stattfand. Ministerpräsident Torsten Albig lobte denn auch: „An der Entwicklung der Windenergie-Branche hat Schleswig-Holstein überdurchschnittlichen Anteil – nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa. Die Messe ‚Husum Wind‘ hat maßgeblich dazu beigetragen, dass Schleswig-Holstein als das Windland Europas auch überregional wahrgenommen wird – dafür danke ich Ihnen.“ In Husum sei die Energiewende vorbereitet worden – „durch die Überzeugungsarbeit, die sie geleistet haben“.

Gegen das Vergessen hilft ansonsten das Lesen der in einer Auflage von 2000 Stück und dreisprachig – Deutsch, Englisch und Dänisch – erschienenen Chronik „Husum Wind“, die Peter Becker während des Festaktes vorstellte. 25.000 Windkraftanlagen in Deutschland, mehr als 3000 davon in Schleswig-Holstein und rund 800 in Nordfriesland sind nach Überzeugung des Geschäftsführers der Messe Husum & Congress ein Verdienst der Messe. „Darauf sind wir stolz, und deshalb blicken wir mit Vorfreude auf die ‚Husum Wind‘ vom 15 bis 18. September 2015 bei uns in Nordfriesland.“

Denn das ist die Abmachung mit den Hanseaten: In den ungeraden Jahren wird es in Husum eine Branchenveranstaltung für den deutschen Markt geben. Bisher sind laut Becker mehr als 60 Prozent der Flächen vergeben. Ihre Produkte präsentieren 2015 unter anderem Vertreter der Bereiche Anlagenherstellung, Finanzierung, Netzbetrieb, Systemsteuerung, Speicherung von Windenergie und Anlagenkomponenten (on- und offshore). Die Pforten der nächsten „WindEnergy“ in Hamburg als Leitmesse für die On- und Offshore-Windbranche werden 2016 wieder geöffnet. Zur „WindEnergy 2014“ in der Hansestadt waren 1250 Aussteller und mehr als 33.000 Besucher gekommen. Mit rund 1200 Firmenvertretern und rund 36.000 Gästen wird beim Vergleich der Erfolg der internationalen „Abschieds“-Messe 2012 in Husum deutlich.

Der Ministerpräsident verschwieg nicht: „Hamburg hat uns – auch in Kiel – nicht geschmeckt.“ Das genügte dem Landsvater an Vergangenheitsbewältigung – er wurde kämpferisch: „Unser Angebot für die Welt ist die Energiewende – mit zwei starken Windmessen in Husum und Hamburg.“ Und: „Ich ärgere mich, dass jede Erhöhung im Centbereich bei den Erneuerbaren verteufelt wird. Die Kosten für Atomkraft und Kohle wird leider auf der Stromrechnung vergessen.“ Mehr als 40 Prozent des Nettostromverbrauchs in Schleswig-Holstein werde mittlerweile durch Windenergie gedeckt. Albigs Prognose: „Bis Jahresende könnten wir unseren gesamten Stromverbrauch aus regenerativen Quellen decken.“

In einer Talkrunde ging es zum Abschluss vor allem um den „spürbaren“ Pioniergeist der Husumer Messe für die Branche. Mit Wirtschaftsminister Reinhard Meyer diskutierten die Branchen-Akteure Michael Liesner, bei der Enercon GmbH zuständig für Politik und Regierungsbeziehungen, Andreas Nauen, Vorstandsvorsitzender der Senvion SE, Manfred Lührs, Gründer der 8.2 Consulting AG, Sachverständiger für Windenergieanlagen und Windpionier, sowie Hermann Albers, Präsident des Bundesverbandes „WindEnergie“. Albers brachte es für alle auf den Punkt: „Die ‚Husum Wind‘ ist noch lange nicht am Ende. Unser Mittelstand setzt darauf, seine Geschäfte in Husum zu machen.“

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erstellt am 15.Okt.2014 | 06:30 Uhr

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