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Gemeinschaftsschüler unterwegs : Willkommene Hausbesetzer

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Rund 500 Gemeinschaftsschüler nahmen am Erlebnistag der Beruflichen Schule in Husum teil.

Ausnahmezustand an der Beruflichen Schule in Husum: Rund 500 Gemeinschaftsschüler nahmen große Teile der Einrichtung in Beschlag und besetzten dort etliche Sitzreihen in den Klassen. Die Lehrkräfte zeigten sich angesichts des großen Ansturms teils überwältigt, reagierten aber flexibel und nahmen die „willkommenen Hausbesetzer“ gern in ihren Unterricht mit auf. „Das gestaltet sich beispielsweise beim Steuerrecht als echte Herausforderung“, merkt Anja Hausburg, Lehrerin und Organisatorin des „Erlebnistages“ an der Beruflichen Schule schmunzelnd an. Bereits im dritten Jahr hatte die Berufliche Schule in Husum Schülerinnen und Schüler der neunten Klassen zu ihrem „Erlebnistag“ eingeladen.

Nach einem Berufspraktikum schnuppern die Gemeinschaftsschüler an der Beruflichen Schule einen Tag lang in die Fachrichtung hinein, in der sie zuvor ein Praktikum absolviert haben. Ändert sich der Berufswunsch nach dem Praktikum, wählen die Schüler einen anderen Unterrichtsschwerpunkt.

„Dadurch lernen sie nicht nur unsere weiterführende Schule kennen, sie werden auch mit dem dualen System vertraut gemacht, dass neben der Ausbildung im Betrieb auch den Schulunterricht in der Beruflichen Schule umfasst“, erklärt Berufsschulleiter Michael Kwauka.

Lehrerinnen der Gemeinschaftsschulen Ferdinand-Tönnies-Schule, Gemeinschaftsschule Husum Nord und der Grund- und Gemeinschaftsschulen Mildstedt, Viöl-Ohrstedt-Haselund und Nordstrand sowie der Eider-Treene-Schule, die ihre Schützlinge mit in die Berufliche Schule begleitet hatten, bestätigen: „Vielen unserer Schüler war vor dem Erlebnistag gar nicht bewusst: Zur Ausbildung gehört auch Berufsschulunterricht und Fächer wie Mathe oder Deutsch spielen weiterhin eine wichtige Rolle.“

Aufgrund der hohen Nachfrage hat die Berufliche Schule in diesem Jahr erstmals auch den Unterricht der Berufsfachschulen und des beruflichen Gymnasiums für die jungen Gäste geöffnet. Nachdem kürzlich geschlossene Kooperationen zwischen der Beruflichen Schule und nordfriesischen Gemeinschaftsschulen Schülern einen Platz im Beruflichen Gymnasium unter bestimmten Voraussetzungen garantieren, steigt das Interesse stetig an. Lehrerinnen der Gemeinschaftsschulen begrüßen diese Entwicklung: „Wechseln unsere Schüler an ein Gymnasium, so treffen sie auf eine Gemeinschaft, die sich weitestgehend schon seit der fünften Klasse kennt – da ist es nicht immer leicht für Neulinge, sich dort hineinzufinden. An der Berufsschule hingegen steigen alle frisch ein und bringen relativ gleiche Voraussetzungen mit.“

Durch den Schnuppertag werde vielen Neuntklässlern auch deutlich: Demnächst beginnt ein neuer Abschnitt in ihrem Leben.

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erstellt am 14.Feb.2015 | 08:00 Uhr

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