Amt Mittleres Nordfriesland blüht auf : Wildblumen retten die Bienen

Auch am Amtsgebäude blüht es. Annemarie Matthießen vom Bredstedter Naturzentrum mit Marten Jacobsen vom Amt für Bau- und Regionalentwicklung und dem leitenden Verwaltungsbeamten Dr. Bernd Meyer (v.l).
Auch am Amtsgebäude blüht es. Annemarie Matthießen vom Bredstedter Naturzentrum mit Marten Jacobsen vom Amt für Bau- und Regionalentwicklung und dem leitenden Verwaltungsbeamten Dr. Bernd Meyer (v.l).

Städtische und private Flächen im Amtsbereich Mittleres Nordfriesland sollen im Rahmen einer Initiative in Wildblumen-Wiesen umgewandelt werden, um Insekten und Vögeln einen Lebensraum zu bieten.

shz.de von
12. Mai 2015, 13:30 Uhr

Annemarie Matthießen weiß, wie wichtig heimische Wildpflanzen für eine artenreiche Insektenwelt sind. Deswegen setzt sich die ehrenamtliche Mitarbeiterin des Bredstedter Naturzentrums seit Jahren für den Erhalt von Wildblumen und gegen eine zu starke Verstädterung in den Gemeinden ein.

„Ohne heimische Wildpflanzen gibt es keinen Artenreichtum in der Insektenwelt und ohne Insekten hungern die Vögel“, sagt sie. „Der Brutvogelbestand ist hierzulande in den vergangenen Jahren um etwa 25 Prozent zurückgegangen.“ Eine Ursache dafür sei das verringerte Nahrungsangebot für die Tiere sowie die Vernichtung von Brutplätzen.

Bereits im vergangenen Jahr ist deswegen auf ihre Initiative hin die Aktion „Bredstedt blüht auf“ ins Leben gerufen worden. Einzelne städtische Flächen, auf denen bis dahin regelmäßig der Rasen gemäht wurde, wurden in blühende Blumenwiesen verwandelt und auch die Bevölkerung wurde dazu aufgerufen, bei der Aktion mitzumachen. Es müsse nicht überall nur Rasen wachsen, so Annemarie Matthießen. Artenreichere Mischungen – mit Klee, Mohn oder Kornblume – seien für die Artenvielfalt viel wertvoller.

Und jetzt, nachdem das Projekt in Bredstedt gut angenommen wurde, soll es auf den gesamten Amtsbereich Mittleres Nordfriesland ausgeweitet werden. Die Ehrenamtlerin hat den Bürgermeistern ihre Ideen bereits vorgetragen und die ersten Gemeinden haben ihre Kooperation zugesagt. „Langenhorn, Drelsdorf und Högel sind schon dabei und auch aus den anderen Gemeinden gab es mehrere Interessenten“, sagt sie.

Mit der Veränderung der öffentlichen Flächen sollen den Menschen Alternativen zu den kurzgeschorenen Vorgärten oder zu Schotterflächen aufgezeigt werden. Denn nicht nur in der Landwirtschaft würden zu viele Pestizide eingesetzt, sagt Annemarie Matthießen – auch im heimischen Garten sei das mittlerweile viel zu häufig der Fall. „Das ist auch ein Grund dafür, warum von den 500 Bienenarten in Deutschland schon mehr als die Hälfte als stark bedroht, extrem selten oder ausgestorben gelten.“

Auch am Bredstedter Amtsgebäude selbst wurden die ersten Bereiche in Wildblumenwiesen umgewandelt. „Die Verwaltung soll dabei als Impulsgeber mit gutem Beispiel vorangehen“, sagt der Leitende Verwaltungsbeamte Dr. Bernd Meyer. Es solle ein Bewusstsein dafür geweckt werden, was möglich ist.

Und wer denke, eine bunt blühende Wiese würde auch mit viel Aufwand verbunden sein, den kann Annemarie Matthießen beruhigen: „Es reicht, mehrjähriges Saatgut auszustreuen, und zweimal im Jahr zu mähen.“ Ansonsten könne man die Flächen auch sich selbst überlassen.

Bei den unterschiedlichen Bodenbeschaffenheiten und der Frage, was man wo am besten ansät, steht die Mitarbeiterin des Naturzentrums dann auch gern beratend zur Seite.

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